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Cover von Graven -- The Shadows Eternal Call
Band: Graven Homepage  Metalnews nach 'Graven' durchsuchenGraven
Album:The Shadows Eternal Call
Genre:Black Metal
Label:Undercover Records
Bewertung:1.5 von 7
Releasedatum:15.12.05
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"Hausfrauenblackmetal aus Deutschland"

Deutschland, heilig Metalland? Nein! Zumindest was den Blackmetal betrifft. Kaum eine Band dieses Genres aus Deutschland hat es jemals geschafft, internationales Format zu erreichen. Keine Ausnahme bilden da GRAVEN, die sich ähnlich wie ihre Kollegen VARGSSANG (Ex-Bandmitglied, Gründer des gleichnamigen Solo-Projektes), GRAUPEL, VINTERRIKET und wie sie alle heißen mögen kaum aus dem Einheitsbrei des massentauglichen Unterhaltungsblackmetal hervorheben. Seien wir ehrlich – der Blackmetal wird nicht neu erfunden werden. Denn gerade in diesem musikalischen Genre lassen die (häufig zitierten) eng gesteckten stilistischen Grenzen kaum Spielraum für Experimente zu. Dies jedoch hält eine ganze Heerschar von Bands nicht davon ab, nach wie vor Einzigartigkeit in der Masse und Flexibilität in der Starre zu propagieren! Aus Deutschland kommt fast keine davon. Daß GRAVEN nicht aus Norwegen kommen, merkt man sofort. Unzähliger „Zunftkollegen“ gleich setzt man auch hier auf Plagiat statt Inspiration; woran nicht zuletzt jenes an EMPEROR erinnernde Wappenlogo der Band und das auf neueren DARKTHRONE-Artworks fußende Cover von „The Shadows Eternal Call“ gemahnen!

Man bemüht sich indessen, auf „hohem Niveau“ zu klauen. Wie viele Wochen und Monate an sorgfältiger Studioarbeit in diesem Album stecken mögen, darüber wage ich nicht nachzudenken! Die acht Stücke auf diesem Werk finden sich demzufolge in einem technisch perfekten, sauberen und klinisch sterilen Klangkostüm. Wer jetzt an die druckvollen und voluminösen, klanglich transparenten Produktionen kompositorisch komplexer Jazz- und Progalben denkt, liegt falsch. Ungeachtet dessen, daß ein solcher Sound hier nicht angebracht wäre – der vorherrschende ist es auch nicht. Leblos und furztrocken „bröckeln“ die songwriterisch sehr einfältigen Kompositionen aus dem Abspielgerät, daß einen die Vitalität an drei Monate altes Brot erinnert. Man sagt immer, der Sound sei das letzte „I-Tüpfelchen“, welches über die Qualität eines Klangwerkes entscheidet. Wenn dem so ist, hat man hier einen Griff ins Klo getan. Kommen wir zum Stil der Scheibe an sich: Wie unzählige unbedeutende Bands zuvor haben auch GRAVEN sehr kreative Arbeit geleistet, und zwar beim musikalischen „copy & paste“ (sinnbildlich gesprochen)! Ausgiebig wildert man bei moderneren DARKTHRONE, ohne deren selbst auf dem drölfzigsten Album unglaubliche Frische zu erreichen! „Ravishing Grimness“ oder „Plaguewielder“ mögen hier Pate gestanden haben; unnötig jedoch zu erwähnen, daß „The Shadows Eternal Call“ nicht den blassesten Abglanz davon einfängt. Ab und an glimmt mal ein Fünkchen SATYRICON auf, und hie und da GORGOROTH. Gerade so, als hätte man sich sein „Erfolgsrezept“ aus den potentiell wahrscheinlichsten „Konsumentenwünschen“ zusammengerührt. Der völlig leblose Sound erstickt dann noch die absolut redundanten Kompositionen gleich einem Leichentuch! Man könnte meinen, „Designeralben“ wie dieses werden zusammen mit Schminkutensilien, einer Ausgabe von „Lords Of Chaos“, Patronengurt und den passenden Klamotten mitgeliefert im „Baukasten“ für angehende Nachwuchsblackmetaller. Spießertum, musikalische Borniertheit und Gewinnlertum gehen hier Hand in Hand. Wäre Hausmeister Krause „Blackmetaller“, er würde dieses Album besitzen! 1,5 Punkte nur für die Tatsache, daß wenigstens die Instrumente fehlerfrei gespielt werden.

Trackliste:
01. Prologue
02. Horde Of Wolves
03. The Glorious End
04. Lords Of The Winter
05. Swarm Of The Night
06. From A Distant Past
07. The Presence Of Death
08. The Shadows Eternal Call


Michael Quien [AirRaids]
14.08.2006 | 14:18
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