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"Wut und Stagnation"
Cover von Graveyard -- Lights Out
Band: Graveyard Homepage Graveyard bei Facebook Metalnews nach 'Graveyard' durchsuchenGraveyard
Album:Lights Out
Genre:Rock
Label:Nuclear Blast
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:26.10.12
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"Überraschend enttäuschend"

Es war abzusehen. Wenn man mit simpel nach vorne schießenden Allwetter-Hits wie "Hisingen Blues" ins Rampenlicht katapultiert wird und die anspruchlosen Massen in die ersten Reihen drängen, nimmt der Hunger nach viel, viel mehr merklich ab. Hastig hinterher geworfene Konsensware ist zwar nicht immer der Weisheit erster Schluss, in diesem Fall jedoch leider das vorläufige Zwischenergebnis eines ansonsten recht bemerkenswerten Höhenfluges.

Ähnlich wie RIVAL SONS, die vom intensiven, lebendigen Rock-Kurs ihres Vorgängers in vermeintlich tiefgründigere, leisere Gegenden abgesunken sind, nahmen GRAVEYARD mindestens genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr den Fuß vom Gas - in jedweder Hinsicht. Denn obwohl "Lights Out" klar die Handschrift ihrer Verfasser trägt - sprich: kerniger Vintage Rock im Stile von FREE, BLUE CHEER sowie einer kleinen Anzahl von mitbürgerlichen Konsorten - aber im Gegensatz zu früheren Großtaten der Marke "Uncomfortably Numb", "Right Is Wrong" sowie dem live ein ums andere Mal die eigene Muttersprache vergessen lassende "Thin Line" reichlich Grund zu Tadel. In erster Linie macht sich aufpolierte Langeweile breit - unabhängig von Tempo oder angestrebter Stimmung. Selbst gut zweiminütige Dampfhammer werfen eher mit Hipster-Wattestäubchen als nasskaltem Schweiß um sich. Es scheint einfach, als wüsste man bei GRAVEYARD nicht so recht, worauf das Band-Schiff nun zusteuern soll. Ob man aufgrund des Erfolges des Vorgängers nun Angst vor der eigenen Courage und infolgedessen ein auf Nummer Sicher gehendes Album für die "Fans" aufgenommen hat? Vermutungen über Spekulationen.

Im Endeffekt gehe ich nicht mit, fühle wenig, staune kaum und bin eigentlich ob der flotten Anbiederung daran, was offensichtlich von der Band im Allgemeinen erwartet wird - im Klartext: mehr von Demselben - fast befremdet. "Lights Out" geht nicht einmal mehr am Arsch vorbei, sondern dient als überlange Einleitung zu interessanten Platten wie der jüngst erschienenen Offenbarung von MOON DUO, die genauso retro, aber ungleich spannender in Saiten und Felle hauen.

Trackliste:
01 – An Industry Of Murder
02 – Slow Motion Countdown
03 – Seven Seven
04 – The Suits, The Law & The Uniform
05 – Endless Night
06 – Hard Time Lovin’
07 – Goliath
08 – Fool In The End
09 – 20/20 [Tunnel Vision]
Spielzeit: 00:35:36

Line-Up:
Joakim Nilsson - Gitarre, Gesang
Jonatan Ramm - Gitarre, Gesang
Rikard Edlund - Bass
Axel Sjöberg - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
19.10.2012 | 19:15
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