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Album:Skarprättaren I Sjiedvárre [Split-LP]
Genre:Black Metal, Folk
Label:Nordvis
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:15.01.15
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"Die Dunkelheit Schwedens"

Nordvis präsentieren den Fans von kauzigem und atmosphärischem Black Metal zum Jahresanfang einen echten Leckerbissen. Die beiden Bands GRIFT und SAIVA haben sich nämlich zusammengetan, um auf einer gewissen Split-LP ihr Können unter Beweis zu stellen und das neue Jahr einzuleiten.

Beide schwedischen Kapellen präsentieren auf dieser sehr schön designten LP einen neuen Song, die allerdings beide mit einer ordentlichen Länge glänzen können. GRIFT beginnen mit „Skarprättaren“ die Sause, wobei der Titel des Songs übersetzt so viel wie „Der Scharfrichter“ bedeutet. Wieso bei solch einem Songtitel allerdings auf dem Cover der GRIFT-Seite ein Bauer abgebildet ist, bleibt zunächst unklar. Das ist auch nicht so tragisch, denn das Entscheidende ist die Musik und das Duo hinter GRIFT beginnt gewohnt stilvoll mit einem unheimlichen Akkordeon-Intro zu welchem die Messer – wohl jene des Scharfrichters – gewetzt werden. Auf ähnliche Art und Weise hat man damals auch den ersten Track der EP „Fyra Elegier“ eingeleitet. Nach gut zwei Minuten beginnen dann die Drums und die verzerrten Gitarren, die sofort diese schwedische Dunkelheit evozieren, für welche die Künstler von Nordvis in den letzten Jahren so berühmt geworden sind. Der Sound der donnernden Drums ist perfekt. Er wirkt organisch, warm und weit weg von den sterilen Produktionen, die heute im extremen Metal üblich sind. Wenn dann ab Minute 03:45 noch eine großartige Gitarren-Melodie einsetzt und sich vorher Sänger Perditor schon die Seele aus dem Hals geschrien hat, weiß man, dass man es hier mit einer Perle von einem Song zu tun hat. Wer wirklich einmal eine authentische Mischung aus Folk und Black Metal hören will, der muss sich mit GRIFT beschäftigen. Die Musik der beiden Herren ist einzigartig und strahlt eine unglaubliche Atmosphäre aus. Aber damit ist die Split-Scheibe ja noch nicht zu Ende, denn jetzt treten SAIVA auf, eine Band, die letztes Jahr mit ihrer starken EP „Finnmarkens Folk“ aufgefallen ist und aus dem Umfeld der LÖNNDOM-Leute stammt. Dies merkt man auch sofort, denn der Song „Sjiedvárre" beginnt mit Naturgeräuschen, LÖNNDOMesken Gitarren und folkhaftem Gesang. Aber ab Minute 01:25 geht es dann zur Sache und SAIVA orientieren sich – wie schon auf der ersten EP – an DARKTHRONEs „Panzerfaust“-Album. Mächtig und eisig kommen die Riffs daher und werden von langsamen, aber druckvollen Drums unterstützt. Dazwischen werden gezielt hypnotische Melodien eingestreut, um dieses spezifische Gefühl des 90er Jahre Black Metals einzufangen. Ganz großes Kino, vor allem weil dabei der Folk-Anteil nicht zu kurz kommt, aber er die eisige Stimmung auch nicht zerstört! In der Mitte des Tracks gibt es einen etwas ruhigeren Zwischenpart, welcher den Song etwas auflockert, bevor die Drums wieder zuschlagen und den Song nach vorne peitschen. Gnadenlos kalt und gnadenlos zerstörerisch, und das, obwohl SAIVA es zu keiner Sekunde nötig haben, den Midtempo-Bereich zu überschreiten.

Sowohl GRIFT als auch SAIVA präsentieren sich hier von ihrer besten Seite und machen richtig Werbung für qualitativ hochwertigen Black Metal. Nordvis haben außerdem gerade im letzten Jahr den Grundstein dafür gelegt, in Zukunft eines der besten Labels für authentischen und naturbezogenen Black Metal zu werden. Wenn das Label dieses Jahr noch mehr solcher Scheiben raushaut und noch mehr Künstler von dieser Qualität auftreibt, dann werden Nordvis Ende 2015 in aller Munde sein. Da bleibt einem zum Schluss nur noch eines zu sagen: Support Swedish Gloom!

Trackliste:
01. Skarprättaren
02. Sjiedvárre
Spielzeit: 00:17:24

Line-Up:
GRIFT:
J. Hallbäck - Drums
Perditor - Gesang, Gitarre, Bass

SAIVA:
Unbekannt
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
12.01.2015 | 22:26
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