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Album:Blood Money
Genre:Thrash Metal
Label:Pulverised Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:31.10.08
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"Schwedische Dreschflegel"

Das Thrash-Revival greift weiter um sich: Jugendliche Formationen, die sich an den Glanztagen der Bay-Area-Bewegung orientieren, schießen allerorts wie Pilze aus dem Boden und auch Bands, die schon länger im Geschäft sind, reformieren sich. So auch die Schweden GUILLOTINE, die zuletzt im Jahr 1997 von sich reden machten.

Das neueste Werk des Quartetts punktet als Erstes in Sachen Aufmachung, denn Artwork-Meister Ed Repka, der sich schon um MEGADETH und DEATH verdient machte, hat der Platte ein wahrhaft kultiges Titelbild spendiert. Inhaltlich gehen GUILLOTINE die Sache allerdings deutlich moderner als ihre Zeitgenossen an, was schon daran auszumachen ist, dass die Gitarren offenbar eine ganze Etage tiefer gelegt wurden. Auch die möglichen Vorbilder sucht man in Amerika größtenteils vergebens, erinnert das Material doch eher an die Spätphase der Deutschen KREATOR: Tonnenschweres Thrash-Riffing trifft auf melodiöse Gitarren-Hooklines, dazu bellt Sänger und Gitarrist Fredrik Mannberg seine Texte in bester Mille Petrozza-Manier ins Mikrofon. Technisch ist bei dem Quintett alles im dunkelgrünen Bereich, schreiberisch leider nicht ganz so sehr: Zwar sind die Songs alle gut aufgebaut - wie besonders „Welcome To Dying“ zeigt, besitzen die Musiker auch ein ausgeprägtes Gespür für gute Melodien - und beim Intro zu „Madness“ hat man sich äußerst gekonnt bei den ruhigeren Momenten von METALLICA bedient, dennoch will dieses Gemisch einfach nicht so richtig zünden. Zu oft stellt sich das „Schon mal gehört“-Gefühl ein und die Gleichförmigkeit des Materials sorgt ab Mitte der CD zunehmend für Langeweile. Produktionstechnisch wurde auf „Blood Money“ hingegen alles richtig gemacht, die Platte hat einen angenehm direkten, rohen Sound und bietet dennoch genug Platz für die einzelnen Musiker. Zudem macht GUILLOTINEs aktueller Output mit seinem hohen Geräuschpegel auch im derzeit tobenden „Lautstärke-Krieg“ eine verdammt gute Figur. Abschließend muss gesagt werden, dass „Blood Money“ wahrlich kein schlechtes Album ist, aber leider zu viel Eigenständigkeit vermissen lässt, um dauerhaft Spaß zu machen.

Elf Jahre nach ihrem ersten Album „Under The Guillotine“ wollen es die Schweden noch einmal wissen und der Zeitpunkt ist ja auch günstig gewählt. Zu ihrem Comeback präsentieren GUILLOTINE ein in jedem Fall solides, modernes Thrash-Album, das von jedem, der KREATOR liebt und MACHINE HEAD mag, zumindest angetestet werden sollte. 4,5 Punkte mit Tendenz nach oben, wie „Insane Opression“, „Die/Live?“ und „Welcome To Dying“ beweisen.

Trackliste:
01. Insane Oppression
02. Rebellion
03. Insanity
04. Liar
05. Die/live?
06. Skeleton City
07. Madness
08. Dying World
09. Welcome To Dying [Death, Destruction & Pain]
10. War
11. Our Darkest Day
12. Blood Money
Spielzeit: 00:41:09

Line-Up:
Fredrik Mannberg - Voals, Guitar
Daniel Sundbom - Guitar
Nils Eriksson - Bass
Efraim Juntunen - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
24.10.2008 | 15:16
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