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Album:Betrayer
Genre:Death Metal, Grindcore, Progressive
Label:Lifeforce Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:08.02.08
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"Post-moderne Geräuschwalze"

Wer kennt es nicht: Der von uns allen so heiß geliebte Metal wird nicht selten von „Ungläubigen“ als „Krach“, „Lärm“ oder „Gebrüll“ abgetan. Sicher, die haben natürlich keine Ahnung, wovon sie reden. Oder doch? Manchmal, ja, in ganz seltenen Fällen, treffen diese Vorurteile zumindest zum Teil zu, wie das aktuelle Werk „Betrayer“ der Amerikaner HARLOTS zeigt:

Von vornherein muss klar sein, dass das Können der vier bei HARLOTS mitwirkenden Musiker absolut außer Frage steht. Das Quartett um Shouter Christian Fillippo macht vom ersten Ton des Eröffnungstracks „The Weight Unweighable“ absolut alles platt, was sich vor die Lautsprecher stellt. Dabei fahren die vier Jungens einen technischen, verschachtelten Death Metal-Brecher nach dem anderen auf [vergleichbar höchstens mit den Genre-Kollegen BRAIN DRILL] – da verwundert es richtig, dass „Dried Up Goliathan“ geradezu sphärisch und im Vergleich zurückhaltend aus den Boxen perlt. Gleichzeitig beeindruckt dies auch umso mehr, da der Song beweist, dass die Vier auch anders können, wenn sie denn wollen. Ansonsten überzeugen die brachialen Tracks sowohl durch eine kraftvolle, komprimierte Produktion als auch durch unzählige Breaks und abwechslungsreichen Aufbau. Hier seien noch einmal die technisch brillanten Flitzefinger-Riffs und Sweep-Passagen und die bewusst und gekonnt eingesetzte Atonalität erwähnt, was insbesondere bei Abrissbirnen wie „Avada Kedavra“ oder auch „Consensus For The Locus Of Thought“ zur Geltung kommt. Insgesamt agiert die Band als perfekte Einheit und zockt Riffs und Drumming mit der stoischen Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks. Allerdings ist es absolut verständlich, wenn man mit den HARLOTS nicht so richtig warm werden will. Dieses Album wird die Hörerschaft mit Sicherheit in zwei Lager spalten, nämlich in die, die es lieben und in jene, die es hassen. Das geradezu verwüstende musikalische Chaos, das das Quartett auf seinem aktuellen Album herauf beschwört, gleicht einem hörbaren Drogentrip mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen. Eben aus diesen Gründen wird das Zuhören bei „Betrayer“ auch sehr schnell sehr anstrengend, sind diese Amis doch mehr als bemüht, den Hörer mit ihrem urgewaltigen, tonnenschweren Sound einfach zu überrollen.

Der von den HARLOTS produzierte Sound ist wahrhaftig Geschmackssache. Wer sich diesem Ungetüm stellen will, sollte zuerst im Laden vorsichtig reinhören, ehe er sich der Bestie zum Fraß vorwirft. Technisch und im Punkte Songwriting sind die Kerls jedoch über absolut jeden Zweifel erhaben. Respekt!

Trackliste:
01. The Weight Unweighable
02. Avada Kedavra
03. Full Body Contortion
04. Dried Up Goliathan
05. Building An Empire Towards Destruction
06. Consensus For The Locus Of Thoughts
07. This Is A Test, No Flesh Should Be Spared
08. Concept Of Existence
09. Suicide Medley
Spielzeit: 00:43:09

Line-Up:
Christian Fillippo - Vocals
Eric Dunn - Guitars
Joshua Dillon - Bass
Jeff Lohrber - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
28.06.2008 | 22:54
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