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Cover von Harvestman -- In A Dark Tongue
Band: Harvestman bei Facebook Metalnews nach 'Harvestman' durchsuchenHarvestman
Album:In A Dark Tongue
Genre:Ambient, Experimental, Post Rock
Label:Neurot Recordings
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:26.03.10
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"Erdverbunden und minimalistisch"

Vier Jahre nach dem vielschichtigen und gelungenen „Lashing The Rye“ stellen HARVESTMAN, d.h. eigentlich das Ein-Mann-Projekt Steve von Till [NEUROSIS, STEVE VON TILL, TRIBES OF NEUROT, CULPER RING], nun das zweite Album vor: „In A Dark Tongue“.

Und passend zum düsteren Titel und dem naturverbundenen, mystisch-spirituellen Artwork von Josh Graham [A STORM OF LIGHT, NEUROSIS] zeigen sich auch die einzelnen Stücke als sehr dunkel und vor allem minimalistisch. Ähnlich einem Spaziergang durch einen dichten Wald funkelt dann ab und zu einmal die Sonne durch, hier plätschert ein Strom, dann kommen wieder lang gezogene Abschnitte im Zwielicht, und der Geruch von feuchter Erde steigt einem auf einer Lichtung in die Nase. Somit zeigt sich „In A Dark Tongue“, das Steve von Till weitgehend alleine in einem abgelegenen Studio in North Idaho eingespielt hat und bei dem er nur von einigen wenigen Gästen unterstützt wurde, als ein Zweitwerk, das einerseits viele Ambient-Klänge enthält, dann mal in Richtung Stoner Rock und HAWKWIND geht [die beiden überlangen „By Wind And Sun“ und „The Hawk Of Achill“], dann wiederum vor sich hinwabernde und sehr psychedelische Post Rock-Versatzstücke und keltische Einsprengsel [„Eibhli Ghail Chiuin Ni Chearbhail“] beinhaltet, während das aus nur wenigen Akkorden bestehende, melancholische „Light Cycle“ auch problemlos auf einem der drei STEVE VON TILL-Soloalben hätte stehen können. Einziger Unterschied: „In A Dark Tongue“ kommt – abgesehen von „By Wind And Sun“ – gänzlich ohne Gesang aus, sondern setzt vielmehr auf repetitive Klangmuster und filigrane Melodien, die sich um die einfach arrangierten Songs ranken. Wer also etwas in Richtung NEUROSIS erwartet, der sei hingegen gewarnt, denn Steve von Till verwirklicht sich sowohl bei seinem Soloprojekt und auch bei HARVESTMAN auf gänzlich andere Art, selbst wenn das Resultat nicht weniger düster wirkt und auch nicht mal so eben nebenbei gehört werden sollte.

„In A Dark Tongue“ erfordert viel Zeit, hat durchaus auch seine Längen, teils gewollt, teils unfreiwillig [„The Hawk Of Achill“], und vermag deshalb den Spannungsbogen nicht über die gesamten 70 Minuten Spielzeit aufrechtzuerhalten. Dennoch zeigt das zweite Werk von HARVESTMAN, dass Steve von Till sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat und auf beachtliche Art und Weise unterschiedliche Stile, traditionelles Liedgut [und mitunter dessen Verfremdung] sowie seine eigene Vorstellung von – wie sagt das Infoblatt so schön? – ‚Space Rock’, Drone-artigen Klängen und ‚Psych Folk’ verwirklichen kann. Das Resultat ist ein Album, das sehr psychedelisch und ruhig geworden ist, bei allem Hang zu Experimenten aber selten konfus, wenn auch sperrig wirkt und sich dabei jedoch geschickt über sämtliche Genre-Schubladen hinwegsetzt. Einfach mal reinhören – am besten mit Kopfhörern!

Trackliste:
01. World Ash
02. Karlsteine
03. Birch-Wood Bower
04. By Wind And Sun
05. Music Of The Dark Torrent
06. Eibhli Ghail Chiuin Ni Chearbhail
07. Headless Staves Of Poets
08. The Hawk Of Achill
09. Carved In Aspen
10. Light Cycle
11. In A Dark Tongue
12. Centre Of The World
Spielzeit: 01:09:37

Line-Up:
Steve von Till – Electric Guitar, Appalachian Dulcimer, Synthesizer, M-Tron, Piano, Bass, Manipulation, Filters, Ring Modulator, Loops, Vocals, Delay, Distortion
Alex Hall – Guitar [„Music Of The Dark Torrent”, „Eibhli Ghail Chiuin Ni Chearbhail”]
Al Cisneros – Bass [„The Hawk Of Achill”]
Ryan Summers – Synth, Echoplex [„By Wind And Sun”]
Grawer – Electric Guitar [„By Wind And Sun”]
Andrew Noto – Drums [„By Wind And Sun”]
Matt Heneuse – Bass [„By Wind And Sun”]
Alexander Eitner [soulsatzero]
07.05.2010 | 19:09
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