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Band: Hatesphere Homepage  Metalnews nach 'Hatesphere' durchsuchenHatesphere
Album:Ballet Of The Brute
Genre:Thrash Metal
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:07.06.04
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Ein Wiedersehen mit alten und neuen Bekannten ist eine feine Angelegenheit. Man setzt sich zusammen, tauscht neuste Erlebnisse und Erkenntnisse aus, scherzt und hat eine gute Zeit. Was aber, wenn man feststellt, daß sich das Gegenüber seit dem letzten Zusammentreffen verändert hat - und das nicht gerade im positiven Sinne? Ähnliche Gedanken hatte ich beim Durchhören der neuen HATESPHERE CD, die sich stark von den ersten beiden Releases der Band unterscheidet. Aber beginnen wir doch zunächst einmal ganz von vorne ....

Mit "The Beginning And The End" hat sich die Band einen schicken Albumanfang ausgesucht, der nicht nur zum Fußwippen animieren und auch als Einstieg für Liveauftritte sehr tauglich sein sollte. Das instrumentale Intro greift recht brachial durch und erinnert dabei leicht an Vernichtungsmaterial der Marke STRAPPING YOUNG LAD, wobei man gegen Ende ein witzig-winziges Groovesolo eingebaut hat. Ein Trommelwirbel leitet in den ersten Song des Albums über, der sich als typische HATESPHERE - Granate entpuppt und zu gefallen weiß; wenngleich man irgendwie das "gewisse Etwas" vermißt, das den Song besonders auszeichnen könnte. Beim darauffolgenden "Vermin" ist mir jedoch alles aus dem Gesicht gefallen. Beginnt der Song zunächst recht vielversprechend, stellt man schon bald fest, daß man sich in einer Midtempo Nummer befindet ("Wie, Midtempo? Ich will auf die Fresse, verdammt!!!"), was an sich ja eigentlich nicht so schlimm wäre, würde der Song nicht vor sich hinplätschern und, außer ein paar grind-artigen Vocals, kaum interessantes zu bieten haben. Stichwort Vocals - das gruseligste an "Vermin" sind ein paar doch recht schief gesungene Shouts, die im Sound von HATESPHERE eigentlich überhaupt nichts verloren haben und deshalb auch ziemlich unpassend wirken . Als Spaß im Proberaum könnte ich das noch vestehen, meinetwegen auch als Teil eines lustigen Bonustracks, aber so regulär auf dem Album? Nun gut, wir hören uns weiter durch. Während "Downwards To Nothing" und "Only The Strongest..." so ganz elegant zum einen Ohr reinlaufen und zum anderen wieder raus, zaubert der Track "What I See I Despise" wieder eine gewisse Zufriedenheit auf die Gesichtszüge. Im leckerem Uptempo gibt es hier richtig vollmundig auf die Glocke, obwohl man, wie bei den vorherigen Tracks, auch hier irgendwie das Gefühl hat, daß das Material nicht spontan aus der Doppelläufigen gehämmert wurde. Man sieht vor dem geistigen Auge die Band mit angelegten Zügeln und nebendran Robert Redford alias der Pferdeflüster, der immer und immer wieder "Ruuuuhig, Brauner..." in die Ohren der Musiker raunt, worauf diese einen Gang runterschalten. Allerdings schadet das gerade genanntem Song und auch dem nachfolgenden "Last Cut, Last Head", das über einen fetten Groove verfügt, nicht sonderlich, weshalb beide Titel auch zu den definitiven Albumhighlights gehören. Im letzten Schnitt werden zwar auch wieder leicht schiefe, cleane Vocals beim Refrain ausgepackt, allerdings ist das hier schon viel eher gelungen und nimmt daher auch dem Song nichts. Die nächsten beiden Lieder kann man dann wieder skippen, um sich mit "500 Dead People" dem letzten Höhepunkt des Albums zu widmen. Hier geht endlich wieder richtig die Post ab, der Song fühlt sich einfach gut an, zeigt die Formation von der Schoko-Seite und die Zufriedenheit in den Backen ist auch wieder da.

"Ballet Of The Brute" ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Zum einen hat man da eine wirklich fette Produktion, die für Musik dieser Prägung nicht besser sein könnte. Zum anderen eine Band, die es wirklich drauf hat und ordentlich Druck machen kann. Daß diese Faktoren aber alleine noch keine Überscheibe ausmachen, muß man höchstens den Leuten erklären, die das Album jetzt über den grünen Klee loben. Wer mit der Musik von HATESPHERE vertraut ist, wird an nicht wenigen Stellen der neuen CD merken, daß die Band in puncto Agressivität und auch Originalität einige Opfer gebracht hat. Das frische, aus dem Bauch heraus kommende Element fehlt ebenso; man hat das Gefühl, daß an der Scheibe so lange herumgebastelt wurde, bis jegliche Spontanität ausgemerzt war - und das hört man auch! Sicher, die Songs werden live trotzdem krachen und "Ballet Of The Brute" ist ein überdurchschnittliches, modernes Stück Thrash Metal, an dem es kaum etwas zu meckern gäbe, wenn, ja, wenn es nicht von HATESPHERE wäre. Gute 5 Punkte für ein gutes Album einer Band, deren Meßlatte ich bereits fest auf 6-7 voreingestellt hatte. Das muß ich nun leider ändern.

Some beasts should better be left untamed...

Trackliste:
1. The Beginning And The End
2. Deathtrip
3. Vermin
4. Downward To Nothing
5. Only The Strongest ..
6. What I See I Despise
7. Last Cut, Last Head
8. Warhead
9. Blankeyed
10. 500 Dead People


Werner Heinz [sOULiON]
09.06.2004 | 22:43
Kommentare
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