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Album:To Hear The Trumpets Call [EP]
Genre:Folk Metal
Label:Baldur Rising Records
Bewertung:0.5 von 7
Releasedatum:19.09.08
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"Aufs Maul von Odin!"

Es gibt sie immer noch und immer wieder, diese Scheiben die einen unvermittelt die tiefsten und aufrichtigsten Gefühle durchleben lassen. Im meinem Falle stammt das aktuellste Beispiel dafür von der amerikanischen Folk Metal Formation HAUK und trägt den Titel „To Hear The Trumpets Call“.

Lediglich vier Stücke umfasst diese EP, und das ist auch verdammt gut so. Denn dieses lahme Gemisch aus kraftlosem Lagerfeuergetrommel, einfalls- und drucklosen „Hoppla-hier-marschiere-ich“-Riffs und ebenso dreist wie schlecht gestohlenen IRON MAIDEN-Melodien ist keineswegs einfach nur langweilig und vorhersehbar, sondern einfach schmerzhaft. Dabei sind es noch nicht einmal in erster Linie genannte Zutaten, die dem Rezensenten hier derart die Galle überkochen lassen – der eigentliche Zorn gebührt Sänger und Namensgeber Hauk, der seine zum Fremdschämen dämlichen Texte über Odin und Schlachtgetümmel nicht nur viel zu deutlich in den Vordergrund gemischt vorträgt, sondern dabei auch noch eine insgesamt an die peinlichsten Momente einer Castingshow gemahnende Leistung erbringt. Um einen vorsichtigen Vergleich einmal zu wagen: der Mann klingt wie ein zwölfjähriger James Hetfield, der sich an Volksmusik versucht. Vor dem Hintergrund dessen wirken die ebenso plakativen wie kleisterigen Keyboardsalven beinahe schon wieder liebenswert.

So sind die Gefühle, die „To Hear The Trumpets Call“ bei mir persönlich auslöst, vor allem Fassungslosigkeit und Entsetzen durchsetzt mit gelegentlichen Wutanfällen [ich glaube nicht, dass ich so bald wieder die Worte „Raven“ oder „Banner“ hören kann, ohne ausfällig zu werden!]. Wenn dies hier Realsatire sein soll – was weder die Texte noch der Inhalt des Promoschreibens hoffen lassen –, so ist HAUK ein Meisterwerk gelungen. So oder so beweist es aber, dass Allvater Odin tatsächlich tot ist oder aber zumindest bettlägerig in einem norwegischen Altenheim liegt – er würde diese Schändung seines Andenkens andernfalls umgehend mit einer saftigen Tracht Prügel für HAUK gerächt haben!

Trackliste:
01. To Hear The Trumpets Call
02. Love Song #4 [Burn Rome]
03. Lamentation
04. Raven Wings [Thrashing Ravens remix]
Spielzeit: 00:21:39

Line-Up:
Hauk - Gesang, Gitarre, Bass
Duke Dubeau - Keyboard, Gesang
Chris Dooly - Schlagzeug, Percussion
Boyd Ervin - Gitarre, Bass, Gesang
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
11.11.2008 | 16:07
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