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.: CD-REVIEWS :: Hawkwind - Onward
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"Ohne Alter keine Frische!" | ||||||||||||||||||
| Machen wir uns an dieser Stelle nichts vor: Die Ursprünge sowie letzten Endes das Allgemeinverständnis über psychedelischen Space Rock hätten ohne die einschneidende Wirkung von Lemmys Ex-Arbeitgebern eine ganz andere, wenn nicht sogar wesentlich spätere Wendung genommen - vorausgesetzt, man vertritt die Meinung, dass das nach Woodstock '69 irrplötzliche Verschwinden der Hippie-Bewegung mitsamt ihrem [bis heute erhaltenen] Vermächtnis in Wort und Ton nicht ähnliche Upstarter hervorgebracht hätte. In den letzten Jahren steigerte sich die Anzahl jener Truppen, deren Fundament aus denselben Materialen wie damals "Doremi Fasol Latido" zusammengestellt wurde, so sehr ins Unermessliche, dass man nur noch mit äußersten Kraftanstrengungen ungefähr die Hälfte aller neuen Scheiben in Ohrenschein nehmen kann. Dave Brock, seinerseits einziges noch aktives Ur-Mitglied, könnte dies kaum gleichgültiger sein und bringt mittlerweile die gefühlte hunderste Veröffentlichung an den Start heraus, die vom Kurs HAWKWINDs keinen einzigen Millimeter abweicht. Weite Kreise ziehende, erneut fein säuberliche abgewogene Synthie-Orgien gehen mit teils wirklich heftigen Rock-Salven [wie der hiesigen Neueinspielung von "Death Trap"] oder noch abgespaceterer Knöpfchendreherei einher, bilden hübsche akustische Rauchschwaden und laden zum Stelldichein mit dem eigenen Endorphinhaushalt ein. Ulkige Zwischenmomente wie den bewusst dramatisch überzogenen Durchsagen in "System Check" oder der Absage an die nichtsnützig vor ihren Bildschirmen hockenden Ressourcenfressern in "Computer Cowards" dürfen hierbei ebenso nicht fehlen wie sich wunderschön entfaltende, endchillige Nummern à la "The Prophecy", die es allesamt gar nicht nötig haben, an den frühen Meisterwerken gemessen zu werden, da sie ohne große Mühe auf eigenen Beinen stehen, vor allem aber begeistern können. Zumindest die erste Hälfte von "Onward" funktioniert einfach tadellos - HAWKWIND wirken wie ein aufeinander eingespieltes Team von Chefköchen, die in ihrem Proberaum unaufhörlich an schmackhaften Köstlichkeiten basteln. CD Nummer Zwei hingegen wartet mit allerlei Stücken auf, in denen der Gesang wie auch strikt durchexerzierte Arrangements stark zurückgefahren werden, um Platz für die potentiell großartige Spielwiese der Improvisation zu machen. Um es kurz zu fassen, schaffen es manche Tracks durchaus, die gewünschte Atmosphäre herauf zu beschwören ["Green Finned Demon"], andere hingegen wirken wie unvollendete Jam-Sessions ohne nachvollziehbaren Zweck. Nichtsdestotrotz dürfen Langzeit-Anhänger dieser britischen Institution nicht unentschuldigt an "Onward" vorbeischrammen. Allein die Mühelosigkeit, mit der ein zeitweise unfassbarer Fluss an Ideen den Probanden mit Haut und Haar verschlingen will, entsagt jedwedem Beschreibungsversuch. Thumbs up! | ||||||||||||||||||
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