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.: CD-REVIEWS :: Heidevolk - Batavi
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"Die Violine spielt nur noch die zweite Geige" | ||||||||||||||||||
| Mit „Batavi“ haut uns die niederländische Folk-Metal-Combo HEIDEVOLK ihren mittlerweile vierten Langspieler um die Ohren. Hinter dem Titel der Platte verbirgt sich ein Konzeptalbum. Thematisch behandelt es das Volk der Bataver (lateinisch Batavi), die sich vor rund 2000 Jahren am Rhein gegen die römische Herrschaft auflehnten. Man darf also gespannt sein, was die Band und Produzent Peter Tägtgren den Fans mit „Batavi“ bieten. Natürlich sind – wie auch auf den bisherigen Veröffentlichungen der Band – die Songtexte allesamt auf Niederländisch eingesungen. Nicht zuletzt dieser Umstand gilt als Markenzeichen der Gruppe um die beiden Sänger Joris und Mark. Die Geschichte der Bataven beginnt mit „Een Nieuw Begin“, einem treibenden Song mit frischen Riffs und dem gewohnten, cleanen Doppelgesang. HEIDEVOLK verzichten auf jegliches Intro und zeigen von vornherein, wie der Sound der Band anno 2012 zu klingen hat: Mehr metallisch als folkig und gewiss ohne Gelage- und Partystimmung, wie es bei manchen Genrekollegen doch recht oft gehandhabt wird. Das Merkenzeichen Violine fehlt ind en meisten Tracks sogar gänzlich. „Als Ons De Toekomst Lonkt“ wird von den energischen Drums getrieben, wie auch „Het Verbond Met Rome“, das nach eher ruhigem Anlauf aggressiver zu Werke geht. Das Tempo innerhalb eines Songs zu erhöhen, scheint ein lieb gewonnenes Steckenpferd der Niederländer zu sein, denn „In Het Woud Gezworen“ verfährt ähnlich – jedoch mit mehr Ohrwurmpotenzial. Auch, wenn es scheint, als hätten HEIDEVOLK ihren Sound doch stark verändert, dürften Fans der Band bei „Batavi“ noch immer auf ihre Kosten kommen. Denn bei den Tracks „Wapenbroeders“, „Valeda“ und „Einde Der Zege“ sind die klassischen Folkinstrumente wieder vermehrt im Einsatz. „Wapenbroeders“ ist, nebenbei bemerkt, vielleicht der herausragendste Song auf dem Silberling. Nicht nur die hervorstechende Geige weiß hier zu gefallen, auch der schunkelbar-mitreißende Rhythmus fällt hier ins Gewicht. Und der schmissige Refrain lädt zum mitmachen ein. Wenn man die bisherige Diskographie des Sextetts betrachtet, ist wohl kein Lied auf „Batavi“ so sehr HEIDEVOLk, die dieser. Natürlich waren HEIDEVOLK nie zum Folk-Einerlei zählbar und haben sich stets vom Gros der Bands abheben können. Dennoch ist der Trend weg von verspielten Fidelmelodien klar erkennbar und der Sound merklich härter geworden, als noch auf dem hit- und mitsingpassagenträchtigen Vorgänger „Uit Oude Grond“. Zudem ist es den Niederländern gelungen, eine tatsächlich recht homogene Stimmung zwischen Melancholie und Agressivität in die Geschichte einzuarbeiten. Das hat aber auch zur Folge, dass das durchgängige Stimmungsbild den Hörer nach wenigen Songs zum Ermüden neigen lässt. Im Endeffekt macht sich doch eine gewisse Eintönigkeit breit und nach einiger Zeit ist es doch langweilig, immer das gleiche zu hören. Der „Spaßfaktor“ geht hier mitunter flöten. Leider kommen die neun Songs des Albums zusammengerechnet kaum auf 40 Minuten Spielzeit. Sehr schade, denn mehr Spielzeit hätten vielleicht die Möglichkeit geboten, ein wenig mehr im Klang zu variieren. So leidet „Batavi“ am weitläufigen Mangel an eingängigen Refrains. Ausnahmen bestätigen aber natürlich die Regeln. Und die zunehmende Andersartigkeit des HEIDEVOLK-Sounds muss ja nicht Zwangsweise das Einschlagen einer falschen Richtung bedeuten. Deutlich aggressiver und härter ist man geworden. Manche Spielerei liegt anno 2012 hinter der Band. Zum Thema des Konzeptalbums und zu den revoltierenden Batavern passt es ausgezeichnet. | ||||||||||||||||||
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