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Cover von Hel -- Falland Vörandi
Band: Hel Homepage  Metalnews nach 'Hel' durchsuchenHel
Album:Falland Vörandi
Genre:Pagan Metal
Label:Det Germanske Folket
Bewertung:3 von 7
Releasedatum:02.12.05
CD kaufen:'Hel - Falland Vörandi' bei amazon.de kaufen
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"Und Odin weinte..."

Ach du meine Güte. Jetzt muss ich mich eigentlich erstmal setzen. Was das Duo Valdr und Skaldir hier nämlich abliefert, ist schon die Härte. Da liest man im Infoblatt was von 20 Gastmusikern, freut sich auf die opulente Vertonung des Balder-Epos – und dann steckt man urplötzlich mitten in der jetztzeitigen Oberflächlichkeitshölle.

Das beginnt schon mit dem Drumming. Nach dem Intro ballert „Wölwas Runen“ nämlich gar nicht mal so übel durchs Gebälk und auch das folgende „Feuergott“ besticht mit feiner Melodieführung und dezenter Aggressivität. Doch sobald man beginnt, den Sound zu sortieren, stellt man fest, dass der strunzlangweilig dahinpröttelnde Drumcomputer noch nicht mal ’ne Bassdrum simulieren kann. Stattdessen permanent dieses zptakzptakzptak (der künstliche Hihat/Snare-Ersatz), ohne auch nur den Hauch einer Abwechslung.

Zweiter Punkt: die Gitarrenarbeit. Der Song „Dämmerung“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass Gitarrensoli nur dann Sinn machen, wenn man sie auch beherrscht. Wenn ich mich schon dafür entscheide, in Zeitlupengeschwindigkeit ein paar Töne aus dem Bluesschema herauszulöten, dann sollte ich doch wenigstens die Anschläge zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle hinkriegen.

Dritter Punkt: Die Gesänge. Sobald die Herren clean singen, wird’s ganz schlimm und leirig. Ausnahme ist der Mann, der den Tenor übernommen hat (z.B. in „Hermodes’ Aufbruch“ - dem Info ist nicht zu entnehmen, ob es sich um einen Gastmusiker handelt, aber davon gehe ich mal schwer aus). Auch die Dame, die einigen Tracks auf dem Werk ihre Stimme leiht, haut mich mit ihren Passagen nicht um. Bei „Asgards Trauer“ wird’s erträglich – aber auch nur, bis die stolpernde Leadklampfe wieder alles zerstört. Das schwarzmetallische Gekrächze ist hingegen etwas zu kraftlos, um wirklich Atmosphäre zu schaffen.

Ich habe eigentlich kein Problem mit amateurhaft dargebrachter Kunst, wenn zumindest der Originalitätsfaktor stimmt, aber HEL hören sich so an wie eine Schülerband ohne Kohle, die BATHORY in der Endphase covern will. So scheitert man leider am eigenen Anspruch, denn die Klasse der „Nordland“-Alben erreichen HEL zu keiner Sekunde.

Einzig das gothicmäßige „In Helheim“ und das klassische Outro „Abschied“ können mich wirklich zur Gänze überzeugen, weil hier ausnahmsweise mal Originalität auf vernünftiges Songwriting trifft. Das, in Verbindung mit den wenigen genannten guten Momenten, rettet die Scheibe letztendlich auf magere drei Pünktchen.

Wer sich am Textkonzept erfreuen will, kann das natürlich auch tun. Das sehr umfangreiche Booklet dürfte ebenfalls einige Leute zur Anschaffung der CD animieren. Dennoch ist es noch ein weiter Weg für die Truppe und die unglaublich hohen Bewertungen von „Falland Vörandi“ in den meisten anderen Mags sind mein persönliches Rätsel des Jahres.

Trackliste:
01. Erwachen
02. Wölwas Runen
03. Feuergott
04. Dämmerung
05. Nannas Klage
06. Hringhorns Flammen
07. Meerfahrt
08. Asgards Trauer
09. Wotans Weisung
10. Hermodes' Aufbruch
11. Sleipnirs Blick
12. Helritt
13. Falland Vörandi
14. In Helheim
15. Flug der Raben
16. Auf Suche
17. Der Asen Flehn
18. Thökk - Lokis List
19. Der letzte Schein
20. Abschied


Marcus Italiani [Mattaru]
06.12.2005 | 00:55
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