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CD Review: Helldorados - Helldorados

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Band: Helldorados Homepage  Metalnews nach 'Helldorados' durchsuchenHelldorados
Album:Lessons In Decay
Genre:Glam Rock, Hard Rock, Heavy Metal
Label:Massacre Records
Bewertung:3 von 7
Releasedatum:19.09.14
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"Spaß beiseite"

Hier im Beipackzettel des zweiten Albums „Lessons In Decay“ der Stuttgarter Buben HELLDORADOS wird die Sache als Mischung aus QUEEN, SACRED REICH und SCORPIONS angepriesen. Diese Messlatte hängt hoch, würde ich mal sagen, verdammt hoch. Ach ja, Hit-Maultaschen heißt es da im Beiblättchen. Passt schon so, denn dafür hat man ja schließlich einen Hitschreiber arrangiert. Der Mann heißt James Herter, der so wundervolle [Metal?] Klassiker geschrieben hat wie „Two Of Us“, „Blue Night Shadow“, „Sternenhimmel“.

So weit, so gut. HELLDORADOS toben sich musikalisch in den seligen 80ern der letzten Jahrtausends aus. Ist ja nicht weiter schlimm und um Daseinsberechtigung von Retrogeschichten geht es auch nicht. Aber wie dreist sich diese vier Burschen bei den Heroen der damaligen Zeit bedienen, ist schon bemerkenswert. Und damit filter ich noch nicht einmal die oben beschriebenen Einflüsse heraus. Auf „Lessons In Decay“ wird bei nahezu jedem Song mindestens ein Riff von unseren geliebten Metalikonen sozusagen fast maßstabsgetreu geklont.. Bei „By The Progress“ und bei „Let Us Play“ kommen die guten, alten SAXON durch und „The Devil Takes The Hindmost“ wird ziemlich krampfhaft versucht, „Let There Be Rock“ von AC/DC unauffällig einzugliedern. Man lässt kaum etwas unversucht und so müssen neben den eingangs erwähnten SACRED REICH auch METALLICA [die „ganz alten“, wohlgemerkt] für „Megalomaniac“ herhalten. Das hat schon wieder Charme, weil Sänger Pierre dem jungen James Hetfield stimmlich in diesem Falle bedrohlich nahe kommt. Wohl um diesen Umstand wissend, schiebt man umgehend ein etwas moderneren Sound hinterher, „Wake Up Dead“ hätte perfekt auf ein TRIVIUM-Album gepasst. Kann diese Nummer so gerade noch halbwegs überzeugen, so gibt es leider auch den einen oder anderen Leerlauf. Zum Beispiel der relativ platte Glamrocksong „Anytime, Anywhere“. Ich erinnere mich da an die frühen Neunziger, wo man mit ähnlichen MÖTLEY CRÜE-meets-POISON Sachen überhäuft wurde.

Auf lokalen Festivals dürfte bei HELLDORADOS live fürchterlich der Punk abgehen. Und als Support Act für Bands wie Y&T, THE DARKNESS und BULLET konnte das Quartett ebenfalls anständig punkten. Und auch auf zünftigen Hardrockpartys macht die Klischeeparade durchaus Sinn. Ob ich mir „Lessons In Decay“ allerdings in das heimische CD-Regal stellen würde? Wohl eher nicht. Da fehlt irgendwo der echte und vielbeschworene Spirit, zu offensichtlich klingt „Lessons In Decay“ nach den grossen Vorbildern, statt auf eigene Stilfindung zu setzen. Lediglich durch die doch recht coolen Nummern „Megalomaniac“, „Wake Up Dead“ und „Something Sweet“ [auch hier schimmern die Australier AC/DC zu seligen Bon Scott-Zeiten durch] schafft es diese Platte, die Drei-Punkte-Marke gerade so eben zu knacken.

Trackliste:
01. Seven Deadly Sins
02. In For The Kill
03. By The Progress
04. The Devil Takes The Hindmost
05. Anytime, Anywhere
06. Let Us Play
07. Megalomaniac
08. Wake Up Dead
09. To Live Is To Die
10. Something Sweet
11. We Won't Back Down
Spielzeit: 00:40:47

Line-Up:
Pierre - Lead Vocals
Gunnar - Bass
Steve - Guitars
Chris - Drums
Frank Wilkens [Fränky]
16.09.2014 | 16:05
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