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Cover von Helrunar -- Sól
Band: Helrunar Homepage Helrunar bei MySpace.com Metalnews nach 'Helrunar' durchsuchenHelrunar
Album:Sól
Genre:Black Metal, Pagan Metal
Label:Lupus Lounge
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:07.01.11
CD kaufen:'Helrunar - Sól' bei amazon.de kaufen
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"Schon jetzt ein/das Highlight 2011"

„Besser spät als nie!“, müsste wohl der Satz über diesem Review eigentlich lauten, denn leider haben wir das Review zum Veröffentlichungstermin verpasst. Allen, die gewartet haben, sei hiermit also unsere Bitte um Entschuldigung übermittelt.

Nun aber zum Wesentlichen. HELRUNAR, das münsterländer Vorzeige-Flaggschiff der deutschen Black- und Pagan-Szene, ist nach genau drei Jahren und drei Monaten mit einer neuen Scheibe am Start. Genauer gesagt, sind es sogar zwei Scheiben, denn „Sól“, das sich in „Sól I – Der Dorn im Nebel“ sowie „Sól II – Zweige der Erinnerung“ aufteilt, ist sowohl als 2CD-Edition, als auch als separate Alben erhältlich. Die äußerst, äußerst edle Artbook Edition, die, limitiert auf 1.000 Stück mittlerweile ausverkauft ist, bildet dabei die wohl wunderschönste Veröffentlichung eines Stücks gebannter Musik. Ein Augenschmaus.
Was kann man also nach über drei Jahren erwarten? Während in der Unterhaltungsindustrie Filme wie „The Road“ oder hervorragende Serien wie „The Walking Dead“ die Runde machen, schleicht sich auch im Hause HELRUNAR eine gewisse Lust ein, Endzeitatmosphäre zu schaffen. Mit „Sól“ scheint es sich die Band zur Aufgabe gemacht zu haben, die fiktive Welt Novaja Semlja ein klein wenig untergehen zu lassen. Nicht komplett, denn jemand muss ja über den Verfall und die Veränderungen in der Natur der Sache und des Menschen berichten. Zum Beispiel Skald Draugir persönlich, der hörspielcharakteristisch die Rolle des Sprechers in den Zwischensequenzen des Albums übernimmt [teilweise unterstützt von eingesampleten Szenen aus mehr oder weniger bekannten Werken filmischer Künste].

Nicht nur thematisch bewegen sich HELRUNAR ein ganzes Stück weg vom bisher geschrittenen und vielleicht auch mittlerweile plattgetrampelten Pfad. Düstere, herrlich eloquente und symbolische Texte vermitteln eher bedrohliche und karge Szenarien, als es im Pagan Black Metal eigentlich üblich ist. Dies steht der Band allerdings absolut perfekt zu Gesicht, und auch musikalisch zeigt man sich deutlich entwurzelter und geht einen eigenen Weg. „Sól“ ist in erster Linie ein eigensinniges und auf gewisse Weise egoistisches Album, das vor allem Black Metal Fans gefallen wird, die einen Sinn für melodiereiche, eiskalte Riffs sowie Doom-Elemente innerhalb ihres Genres haben. Viel Wert legen HELRUNAR auf die Abwechslung, darauf, den Hörer in der grauen, verwüsteten Welt zu fesseln und seine Neugier zu steigern. Dabei darf auch so mancher Ausflug in andere Genres unternommen werden, die aber als solche gar nicht bemerkt werden möchten. Die Musik sollte für sich stehen und an dieser Stelle nicht weiter mit Genrevergleichen beschmiert werden.
Immer wieder baut man kleine Zwischensequenzen ein, in denen die Situation beschrieben wird. Es werden Personen vorgestellt, bildhaft werden Beschreibungen an den Hörer herangetragen und in den Songs werden die dabei transportierten Emotionen perfekt ausgebreitet und weitervermittelt. Spätestens jetzt sollte klar sein, warum man mehrere Jahre nichts von den Nordwestfalen gehört hat. Apropos: Am Ende des Reviews wird sich der ein oder andere fragen, warum der halbe Punkte fehlt. Deswegen gleich vorweg der Grund hierfür. Es tut mir selbst weh, aber das westfälische lange „i“ - und das sage gerade ich als Rheinländer – versaut oft die ansonsten hervorragend authentische Stimmung. Aber keine Angst, ansonsten „wiehrd“ alles gut :).

Produktionstechnisch hat man sich abermals nicht lumpen lassen und mit Markus Stock [EMPYRIUM, THE VISION BLEAK], der übrigens in diesem Moment die letzten Handgriffe an FARSOTs neuem Scheibchen „Insects“ erledigt, einen Mann gefunden, der es wunderbar verstand, HELRUNAR ihre nötige, bitterkalte Freiheit zu lassen und doch soundtechnisch voll auf der Höhe der Zeit zu sein. Der Mix ist absolut einwandfrei gelungen und das Wichtigste überhaupt funktioniert Durchlauf für Durchlauf perfekt: das Eintauchen und Fallenlassen in diese, 15 Stücke umfassende Geschichte.

Fazit: Was soll man noch groß sagen? Erschienen am 7. Januar 2011 ist HELRUNARs Sonne schon jetzt mein Top-Album 2011 und wird nur schwerlich übertroffen werden. Im Jahrespoll 2011 prophezeie ich Platz eins in meiner Highlight-Liste. Geht nicht anders.
Selten hatte ich mich so über ein Album gefreut, noch seltener hat es ein Album geschafft, auch nach [iTunes sagt es] 63 Durchläufen immer noch partielle Gänsehaut zu erzeugen. Eine oft verwendete Floskel war wohl nie passender: Jungs, wie wollt ihr das bitte noch steigern?!

Trackliste:
Sól I – Der Dorn im Nebel
01. Gefrierpunkt
02. Kollapsar
03. Unter dem Gletscher
04. Nebelspinne
05. Praeludium Eclipsis
06. Tiefer als der Tag
07. Nur Fragmente...
08. Ende

Sól II – Zweige der Erinnerung
01. Europa nach dem Eis
02. Aschevolk
03. Die Mühle
04. Rattenkönig
05. Moorgänger
06. Lichtmess
07. Sól
Spielzeit: 01:32:38

Line-Up:
Alsvartr – Schlagzeug, Gitarre, Bass
Skald Draugir – Gesang

Session:
Discordius – Gitarre
Patrick Franken [Border] | 27.01.2011 | 10:49

Durchschnittliche Leserwertung: 6.0 / 7 Punkten

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Kommentar von: Demigod
Wertung: 6.5/7 | 20.04.2012 -- 08:12
Wo wird da bitte Dialekt gesprochen?
Ansonste sehr gutes Review, und trifft auf meine eingene Meinung zu. Den halben Punkt ziehe ich Ihnen durch die Langwierigkeit ab, dass nicht negativ ist, doch für mich künstlich und abneigend.
Kommentar von: Pagandreas
Wertung: 7/7 | 29.01.2011 -- 12:15
Das mit dem Dialekt oder was auch immer das nun ist was die da sprechen, stört mich überhaupt nicht. Man hört, daß da kein reines Hochdeutsch gesprochen wird aber für mich ist das völlig ok. Den halben Punkt denke ich mir dann einfach dazu. Aber sonst stimme ich voll und ganz zu. Sehr gutes Rev!
Kommentar von: DyingDaylight
Wertung: 6.5/7 | 27.01.2011 -- 15:14
Perfekt! Stimme in allen Belangen der Rezension zu- ein einwandfreies Album, das nach nur wenigen Tagen im neuen Jahr die Messlatte für alles noch kommende verdammt hoch gelegt hat. Ich mag die langen Songs, für mich ist keiner zu lang geworden. Gerade so entsteht diese ganz besondere Atmosphäre.
Kommentar von: F
Wertung: 4/7 | 27.01.2011 -- 12:31
Schönes Review, auch wenn es für mich nicht ganz zu trifft :)
Das neue Doppel-Album ist leider viel zu lange geraten, wie auch die einzelnen Lieder selbst. Manchmal ist weniger halt mehr. Im Bezug auf die Verpackung muss ich natürlich recht geben, das wunderschöne Buch macht sich sehr gut im Plattenregal ;)
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