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.: CD-REVIEWS :: Herem - II
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"Sludge-Schatz!" | ||||||||||||||||||
| Wenn man den Namen HEREM ausgesprochen hört, könnte man zunächst denken, dass sich da nur jemand geräuspert hat. Aber wenn schon nicht alles auf der Welt eine Bedeutung hat, dann zumindest vieles - die finnische Band dürfte sich nach dem vermutlich hebräischen Wort benannt haben, das mit Bann oft noch recht harmlos übersetzt wird (diverse anhängende Konzepte werde ich hier nicht auswalzen, googeln können wir schließlich alle selber). Harmlos haben die fünf Finnen auch ihr neues Album betitelt. „II“ lautet der Name und ist damit bestürzend unoriginell gewählt für seinen hochwertigen Inhalt. Nun könnte man einwenden, dass desolater, fieser und harscher Sludge Doom wie ihn HEREM spielen, auch nicht sonderlich originell ist. Das mag wohl sein, aber auf die Art und Weise kommt es halt an – und schon von den ersten verkratzten Gitarrenklängen und der unruhig darunter herumwandernden Basslinie von „Heavens“ an ist spürbar, dass HEREM keinen beliebigen Dumm-Doom zum Besten geben. Statt einfach nur langsam zu sein, drei bis fünf Akkorde in verschiedenen Kombinationen künstlich zu Zehnminütern aufzupumpen und alles in einer undurchdringlichen Schleimsuppe aus Verzerrung zu ertränken, geht die Band für ihr Genre beinahe schon zu differenziert zu Werke. Bass und Schlagzeug bilden in verlangsamter klassischer Rockmanier die Grundlage, auf der die beiden Gitarristen Juho Laitinen und Patrick Ellison sich nicht nur in den genretypischen Riffwalzen ergehen, sondern auch beweisen, wie viel zerbrechliche Schönheit melodische Leads mit leichtem Fuzz in einen Sludge-Song bringen können, wenn man ihn außerdem noch mit Bedacht aufbaut. Dass „II“ dennoch ein sehr finsteres Album geworden ist, verdankt sich nicht nur dem gesunden Gleichgewicht von malmender Gitarrenwucht, bedrückender Atmosphäre und erwähnten Lichtblicken, sondern auch der Gesangsleistung von Vokalistin Valendis Suomalainen, die von leicht psychotisch anmutendem Säuseln über kehliges Röcheln bis hin zu tiefen Growls hier immer den passenden Ton trifft und nicht selten an eine variablere Ausgabe von GALLHAMMERs Vivian Slaughter erinnert. Wer „Dogs Of Doom“ hört, wird verstehen, was ich meine. Überhaupt ließen sich HEREM ganz gut als eine ausgesprochen gelungene Kreuzung zwischen MORGION und GALLHAMMER charakterisieren, wenn man denn schon mit Vergleichen arbeiten will. So oder so sollte sich kein Sludge-Freund diese Scheibe entgehen lassen, die für mich ein frühes Highlight des jungen Jahres 2012 darstellt. Reinhören sollte aber auch sonst jeder, der mit düsterer, schöner Musik etwas anfangen kann. | ||||||||||||||||||
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