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"L'Etre Et Le Néant" | ||||||||||||||||||
| „Being And Nothingness“, das ist nicht nur der Titel des neuen HEXEN-Albums, sondern auch die englische Übersetzung von „L’Etre Et Le Néant“, was wiederum der Titel eines Aufsatzes des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre über das Individuum ist. Dass Individualität und Selbstbestimmung bei den Kaliforniern vier Jahre nach ihrem letzten Album „State Of Insurgency“ groß geschrieben werden, beweist ihr neues Album auf eindrucksvolle Art und Weise. Passend zum hochtrabenden Titel geht es auf „Being And Nothingness“ auch reichlich verkopft zu, was hier allerdings absolut zu begrüßen ist und in jedem Fall eine Entwicklung seit „State Of Insurgency“ garantiert. Wer schon knappe zweieinhalb Minuten für die Einleitung braucht, der wird sich auch ansonsten nicht unbedingt kurz fassen und so sind bei HEXEN Songlängen jenseits der sechs Minuten an der Tagesordnung, vom viertelstündigen Rausschmeißer „Nocturne“ ganz zu schweigen. Doch dazu später mehr. Los geht’s nämlich mit dem noch vergleichsweise kompakten „Grave New World“, das zunächst auch mit kantigem Riffing eindeutig auf die Thrash Metal-Wurzeln der Jungens Bezug nimmt. Zunehmende Abwechslung offenbart allerdings rasch, dass HEXEN im neuen Jahr vermehrt mit der Progressivität flirten und angesichts des ansprechenden Resultats würde man es anders wohl auch kaum haben wollen, denn neben allerhand tauglichen Riffideen brilliert die Truppe auf „Being And Nothingness“ auch mit allerhand Gitarrenarbeit auf höchsten Niveau, die neuerdings gerne auch mal dezent neo-klassisch angehaucht ausfällt. Überhaupt ist es schön, dass den Kaliforniern bei all ihren unüberhörbar verschachtelten Arrangements weder Härte noch Eingängigkeit abhanden gekommen sind – während letzteres durch diverse Gänsehaut-verdächtige Melodieläufe erzeugt wird, garantieren sowohl der ruppige Gesang von Frontmann Andre Hartoonian als auch das Gleichgewicht aus den erwähnten ausladenden Songs und raueren Nummern wie „Private Hell“ und „The Nescient“ – die stellenweise auch aus der Feder von WARBRINGER stammen könnten - den nötigen Rumms. Mit dem erwähnt ausufernden „Nocturne“ kommt zum Schluss dann noch das Sahnestück der Platte, denn bei der nicht ganz 15-minütigen Komposition handelt es sich um eine Art „Album im Album“ – komplett mit Intro und ausgedehnter Spannungskurve, wobei die Herren hier nicht nur mit dezenten Keyboards experimentieren, sondern auch all die emotionalen Facetten der vorangegangenen Songs zu rekapitulieren scheinen – großes Kino! Von manch einem vielleicht schon längst in die Vergessenheit verbannt, kehren HEXEN nach vier Jahren Eindrucksvoll ins Licht der Öffentlichkeit zurück und die Wartezeit hat sich mehr als gelohnt: Wie die vorangegangene Betrachtung gezeigt hat, ist es nahezu unmöglich, die Truppe mit einer anderen Band ihres Genres zu vergleichen, was doch sehr für die Eigenständigkeit der Mannen spricht. „Being And Nothingness“ ist mit Sicherheit eines der intelligentesten Thrash Metal-Alben der letzten Jahre. | ||||||||||||||||||
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