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Cover von Holy Moses -- Strength Power Will Passion
Band: Holy Moses Homepage  Metalnews nach 'Holy Moses' durchsuchenHoly Moses
Album:Strength Power Will Passion
Genre:Thrash Metal
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:23.05.05
CD kaufen:'Holy Moses - Strength Power Will Passion' bei amazon.de kaufen
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"Moses ja, aber Holy?"

In Sachen extremer Musik waren HOLY MOSES in den Achtzigern so etwas wie Vorreiter in Deutschland. Vor allem der abartige Gesang auf dem Debüt „Queen Of Siam“ von einer gewissen Sabina Classen sorgte für mächtig Wirbel und hitzige Diskussionen. In den folgenden Jahren veröffentlichte man zwar ein gutes Album nach dem anderen, der große Durchbruch, den zum Beispiel KREATOR verbuchen konnten, ließ aber auf sich warten und so brach die Band Anfang der Neunziger langsam auseinander.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends kam Fräulein Classen dann auf die glorreiche Idee einer Reunion, welche natürlich nichts mit der chronischen Erfolglosigkeit ihres neuen Betätigungsfeldes TEMPLE OF THE ABSURD zu tun hatte. Von Reunion im klassischen Sinne konnte allerdings nicht die Rede sein, da außer Ex-Ehemann Andy als Produzent und Hauptsongwriter niemand mehr von der alten Besetzung dabei war. Das Ergebnis in Form der EP „Master Of Disaster“ war dann auch ein solches. Zu keiner Phase konnte man an alte Glanztaten anknüpfen. Zu unausgegoren und durchschnittlich klang das Ergebnis. „Disorder Of The Order“ war dann als erste reguläre Veröffentlichung nach dem Wiederaufleben der Band nur leidlich besser.

Nun also der dritte Streich mit neuer Besatzung. Neu ist vor allen Dingen, dass Andy Classen diesmal vom Songwriting komplett die Finger gelassen hat. Zu meiner Überraschung klingt die Scheibe trotzdem komplett typisch nach HOLY MOSES. Stilistisch und atmosphärisch ordnet man sich irgendwo zwischen dem Debüt und „The New Machine Of Lichtenstein“ ein. Von der früheren vordergründigen Inspiration von S.O.D. ist nicht mehr viel zu hören. Aber macht auch nichts, die Produktion ist schön düster gehalten, die Instrumente klar herauszuhören und die Drums klingen fett. Bei den Gitarren fehlt mir ein wenig der Bums, aber man kann ja nicht alles haben.
Nach dem Geplänkel bezüglich Sound und Atmosphäre lassen wir einmal die Musik zu Wort kommen. Auf die kommt’s ja schließlich an. Der Opener „Angel Cry“ drückt einen gleich gut in den Sitz. Kaum zu glauben, aber gleich der erste Song hätte das Zeug zum Moses-Klassiker. „End Of Time“ ist nicht viel schlechter. „Symbol Of Spirit“ ist sogar noch besser. Düster, fies und mit einem geilen Groove ausgestattet trümmert das Teil durch die Boxen. Bah, das hätte ich so nicht erwartet.
Erwartet hätte ich auch nicht, dass die Qualität nach diesen drei Geniestreichen gleich wieder in den Keller kracht. Die nächsten zwei Songs sind Gesichts-, Ideen- und einfach Belanglos. Erst „Space Clearing“ kann mich wieder ein wenig versöhnen. Den Song hätten sie mal beim Namen nehmen sollen und die vorigen Stücke löschen lassen. Das restliche Liedgut hätte man auch getrost löschen können. „Seasons In The Twilight“ kann man noch hören, den Bock macht der aber auch nicht mehr fett. Der Hiddentrack (eine Vertonung des Schlagers „Im Wagen Vor Mir Fährt Ein Schönes Mädchen“) ist zwar nicht unlustig, aber ob man sich einen Gefallen damit tut, sich in eine Reihe mit ONKEL TOM zu stellen, wage ich zu bezweifeln.

Schade, schade! Da war deutlich mehr drin. Wäre die CD schon nach den ersten drei Songs zu Ende gewesen, hätte es hier eine verdammt hohe Punktzahl gegeben. So bleibt unter dem Strich nur eine weitere halbgare Veröffentlichung einer Band die mit Etikettenschwindel einer früheren Markenware weiter beträchtlichen Schaden zufügt.

Trackliste:
01. Angel Cry
02. End Of Time
03. Symbol Of Spirit
04. Examination
05. I Will
06. Space Clearing
07. Sacred Crystals
08. Lost Inside
09. Death Bells II
10. Rebirthing
11. Seasons In The Twilight
12. Say Goodbye
Im Wagen Vor Mir Fährt Ein Schönes Mädchen (Hidden Track)


Frank Zschäbitz [Azriel]
16.05.2005 | 06:08
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