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Album:Raided Land
Genre:Melodic Metal, True Metal
Label:AFM Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:29.11.13
CD kaufen:'Human Fortress - Raided Land' bei amazon.de kaufen
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"Wieder unter den Lebenden"

Anfang 2000 ging für viele Fans der melodischen Musik ein Traum in Erfüllung. MIT LMP gab es da nämlich eine Plattenfirma, die immer wieder neue Talente im Melodic-Sektor unter Vertrag nahm und damit den Untergrund aufwühlte. Am bekanntesten wurden wohl RHAPSODY. Auch Perlen wie WIZARD, MOB RULES, LANA LANE oder auch VANISHING POINT tauchten alle über LMP auf und machten die Welt unsicher. Unter all diesen Namen gab es dann noch eine Band, die auf den Namen HUMAN FORTRESS hörte. Mit ihren ersten beiden Alben schafften sie es, den Untergrund ordentlich aufzurütteln. Ihre einmalige Mischung aus melodischen True-Metal und außergewöhnlichen Strukturen, gab ihnen einen sehr markanten Sound. Da man aber nicht, wie typisch in dem Genre, in jedem zweiten Lied die Speed-Keule schwang, war die Aufruhe um die Band doch eher klein. Oft als die kleinen Brüder von VIRGIN STEELE gehandelt, verschwand die Band auch so schnell, wie sie gekommen war. Fast zehn Jahre danach, kommt die Band wieder aus dem Nichts und greift mit „Raided Land “ erneut nach den Sternen.

Von Anfang an, hat die Band es mit dem neuen Album sicher nicht leicht, da ihr alter Sänger Jioti Parcharidis [VICTORY, HERMAN FRANK] nicht mehr dabei ist. Diese einzigartige Stimme heißt es durch einen neuen Man zu ersetzen, der mit Gus Monsanto gefunden ist. Schon beim Opener wird schnell klar, dass die Band da leider nur einen durchschnittlichen Sänger gefunden hat, der seine Sache ganz gut macht, jedoch nicht die alte Magie verbreitet. Allgemein, wenn es um die Magie der alten Tage geht, dann muss man gewaltig Abstriche machen. Zwar sind HUMAN FORTRESS immer noch ähnlich musikalisch unterwegs, wie vor zehn Jahren aber das alles eine Stufe weiter unten. Die Strukturen sind moderner und angepasster geworden. Die Keyboards, die damals – obwohl sie sehr dezent gelegt waren – ein Highlight bildeten, sind hier eher ein Teppich, der zwar ganz gut klingt aber leider nicht mehr heraussticht. Auch die erstklassige Gitarrenarbeit von damals, ist etwas eingeschlafen und führt einen nicht mehr nur durch pures Zuhören in die Landschaften der Drachen und Ritter. Bestes Beispiel dafür ist der Titel „Gladiator Of Rome [Part 2]“. Während der Erstling [Album: „Defenders Of The Crown“] wirklich alles bietet, ist der aktuelle Song einfach nur Durchschnitt.Teil I überzeugt mit richtig fetten True-Gitarren, die einen vorantreiben und dann irgendwann in den Refrain peitschen. Ein Song, der ohne rasend schnell zu sein, einfach abgeht. Dabei geben die Keyboards eine leichte Brise ab und geben den Song eine markante Seite. Vieles davon hat auch der zweite Teil, nur dass alles irgendwie nicht mehr so frisch klingt. Sänger schwächer, Struktur nicht so ausgereift, Melodien nicht so zackig. Verstehst mich bitte nicht falsch! „Raided Land“ hat auch seine vielen schönen Momente und ist ein durchaus hörenswertes True-Melodic-Album. Verglichen mit den alten Tagen nur nicht mehr ganz so stark.

Wer eine gute Abwechslung zu den ganzen Klischees [bis auf die Texte] im Truegenre sucht, der wird auch weiterhin mit HUMAN FORTRESS seine Freude haben. Gerade so bewahrt sich die Band den Titel, als kleine Brüder von VIRGIN STEELE. Wer die Band nicht kennt, durchaus aber Interesse an derart von Musik hat, der sollte erst einmal zu den alten Werken greifen. Trotzdem ist „Raided Land“ ein anspruchsvolles Album, das einfach nur etwas mit der Zeit gegangen ist und somit eine logische Fortsetzung zu den alten Werken bildet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band nun wieder etwas Magie mit ins Spiel bringt, dann können wir uns auf ein wirklich geiles Album freuen.

Trackliste:
01. Raided Land
02. Child Of War
03. Wasted Years
04. The Chosen One
05.Shelter
06. Gladiator Of Rome [Part 2]
07. Dark Knight
08. Prelude
09. Pray For Salvation
10. Evil Curse
11. Restless Souls
12. Under Siege
13. Guard The Blind
Spielzeit: 00:54:54

Line-Up:
Andre Hort - Bass
Gus Monsanto - Vocals
Todd Wolf - Guitars
Volker Trost - Guitars
Dirk Liehm - Keyboard
Apostolos Zaios - Drums
Frank-Christian Mehlmann [Ashes Of Eden]
03.03.2014 | 19:21
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