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"Wut und Stagnation"
Cover von Huntress -- Spell Eater
Band: Huntress Homepage Huntress bei Facebook Metalnews nach 'Huntress' durchsuchenHuntress
Album:Spell Eater
Genre:Heavy Metal, NwobHM
Label:Napalm Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:27.04.12
CD kaufen:'Huntress - Spell Eater' bei amazon.de kaufen
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"Die Schonzeit ist vorbei"

Die kalifornische Heavy Metal-Formation HUNTRESS um Frontfrau Jill Janus und u.a. ex-Mitglieder von SKELETONWITCH hat sich anno 2009 gegründet, nachdem ihre Sängerin zuvor als „jugendlicher Opernstar“ durch Europa getourt war und anschließend im New Yorker Nachtleben ausschweifende Parties organisiert hatte.

Der Sound [und auch der Look zumindest der männlichen Bandmitglieder] ist dabei ganz offensichtlich retro-metallisch orientiert und bietet auch ansonsten reinsten, schön okkulten Heavy Metal alter Schule, wovon nicht zuletzt bereits der Titeltrack oder auch „Senicide“ mit seinen galoppierenden Riffs und Rhythmen gleich zu Anfang eindrücklich Zeugnis ablegen können.
Ästhetik und Layout zitieren mehr als offensichtlich Blutopfer, Magie, „okkulte Wissenschaft und archaische Hexenkraft“ bzw. Hexenkult, was ja im Genre - gerade mit einer Sängerin - immer gut kommt.
Die Kompositionen sind abwechslungsreich, vielschichtig und durchdacht, verfügen aber neben allem Sinn für Melodien, Twin-Gitarren und eingängige Refrains ["Aradia"] immer auch über die nötige Power und Härte [„Eight Of Swords“].
Die Krone bekommt „Spell Eater“ allerdings - neben der zweifellos mehr als gekonnten Instrumentalarbeit - von Jill Janus' Stimme aufgesetzt: Nicht nur, dass die ansehnliche Frontblondine sich opulent, ausgesprochen freizügig und zielgruppenorientiert in Szene zu setzen weiß, nein, sie kann tatsächlich auch noch singen. Ihrer o.g. Opernvergangenheit macht Mrs. Janus allemal Ehre, denn sie verfügt sowohl über eine aggressive Rockröhre, als auch ein katzig-hexengleiches [„Children"], z.T. fast schwarzmetallisch fieses Organ [„Sleep And Death“], ebenso wie auch über eine schöne, cleane Singstimme [„Snow Witch“] und bedient sich scheinbar mühelos bzw. mit traumwandlerischer Sicherheit und ausgesprochen songdienlich/stimmig aus einem stimmlichem Fundus, der mehrere Oktaven zu umfassen scheint.
Textlich entspricht man genreimmanent bzw. stilsicher sämtlichen o.g. Klischees und verneigt sich bei „Terror“ [mit den Zeilen „School Is Out/Forever!“] sogar noch vor Schockrock-Altmeister ALICE COOPER und seinem Oeuvre.
Konkrete Anspieltipps entfallen ob der durchgehenden Güte bzw. Klasse des Songmaterials eigentlich, denn sogar der Rausschmeißer, „The Tower“, ist 'ne Wucht und zieht noch einmal nachdrücklich sämtliche Register des HUNTRESS-Kosmos...

Erdig und wuchtig von Chris Rakestraw im kalifornischen Silverlake produziert und von einem gelungenen Comic-Artwork von Vance Kelly [u.a. DOWN, THE SWORD] veredelt, dürfte HUNTRESS jedem Fan klassischer Heavy Metal-Klänge von JUDAS PRIEST über KING DIAMOND bis METAL CHURCH [R.I.P.], aber auch der NWOTHM-Szene bzw. Retro-Metal-Welle zwischen STEELWING, ENFORCER, RAM, SKULL FIST, IN SOLITUDE, THE SWORD, SAVIOURS oder CHRISTIAN MISTRESS mehr als gut 'reinlaufen.

Trackliste:
01. Spell Eater
02. Senicide
03. Sleep And Death
04. Snow Witch
05. Eight Of Swords
06. Aradia
07. Night Rape
08. Children
09. Terror
10. The Tower
Spielzeit: 00:42:55

Line-Up:
Jill Janus - Vocals
Blake Meahl - Lead Guitar
Ian Alden - Rhythm Guitar
Carl Wierzbicky - Drums
Eric Harris - Bass


Dirk Konz [dkay]
22.04.2012 | 20:40
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