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Cover von Hypocrisy -- End of Disclosure
Band: Hypocrisy Homepage  Metalnews nach 'Hypocrisy' durchsuchenHypocrisy
Album:End of Disclosure
Genre:Melodic Death Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:22.03.13
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"Best Of Verschwörungstheorie"

Das eigentümliche und paradoxe an popkulturellen Verschwörungstheorien und den sie begleitenden paranoiden Wahnvorstellungen ist ja, dass diese ach so-geheimen Verschwörungen im Grunde doch jedem schon bekannt sind. Metal-Mastermind Peter Tägtgren verkündet nun auf dem zwölften Studioalbum “End of Disclosure” das Ende aller Enthüllungen. Werfen wir mal einen Blick hinter den Schleier, um selbst zu sehen, was da eigentlich geheim gehalten werden soll, das nicht ohnehin schon lange bekannt ist.

Schon die Enthüllung des Artworks legte ja eine Vergleich zum 2004 erschienen Album “The Arrival” nahe und die ersten Höreindrücke bestätigen diesen noch nicht zu paranoiden Analogieschluss: Der Titeltrack erinnert schon an Klassiker der Band wie “Eraser” und “Roswell 47”, im weiteren Entdecken der diesem Album zugrundeliegenden Verweise und Verbindungen bestätigt sich dieser Eindruck. Nach dem vielseitigen “Virus” und dem technischeren “A Taste of Extreme Divinity”, entpuppt sich die Rückkehr zu eingängigeren Songs nun doch nicht als Wahnvorstellung. Paranoid darf sich aber gerne nennen, wer sich abseits dessen von diesem Album noch weitere Enthüllungen und Offenbarungen erhofft. Diese schließt schon der Titel wohl nicht ganz zu unrecht aus. HYPOCRISY bewegen sich 2013 A.D. so sicher wie routiniert durch die Highlights solcher Alben wie “The Arrival”, “The Final Chapter” und “The Fourth Dimension” [“The Return”!].
Die noch nicht stattgefundene Innovation im Death Metal gehört schon lange in die Vorstellung des Paranoikers, der alles einer fixen Idee gemäß zu ordnen versucht. Bei HYPOCRISY ist man da halt falsch, aber das wusste ja auch schon jeder. Oder? Was machen wir jetzt mit diesem Album, das sich nun nur sicher innerhalb der lange abgesteckten Parameter bewegt und aber irgendwie auch die Offenbarung verspricht, die es im Titel gleichzeitig ausschließt?
Einer der berühmtesten Fälle von Paranoia in der Psychiatriegeschichte ist der von unter anderen Sigmund Freud beschrieben Fall Schreber: Der Richter Dr. Schreber unterlag den Wahnvorstellungen, sein Körper befinde sich in einem akuten Verfallszustand und solle von übernatürlichen Kräften einer Geschlechtsumwandlung unterzogen werden, um mit Gott Sex haben zu können. Viel mehr Death Metal geht nicht. Das interessante am Fall Schreber ist, dass sich der Patient nach der Therapie in den nicht ganz beseitigten Wahnvorstellungen einrichtete und dennoch ein relativ normales Leben führte. Freud selbst beschrieb paranoide Wahnvorstellungen in seinem Aufsatz zum Fall Schreber als Prozess einer Rekonstruktion.
HYPOCRISY rekonstruieren sich auf “End of Disclosure” sehr überzeugend neu aus den Materialien des eingängigen Refrains in fast sklavischen Popsongstrukturen unterstützt von einem soliden, mal pumpenden, mal mehr bedrohlichen Death Metal-Fundament. Das hat man alles schon mal irgendwo gehört. [Auf anderen HYPOCRISY-Alben, z.B.] Das hat auch alles irgendwie sehr viel mit Außerirdischen und den Verschwörungen um sie zu tun, die wahrscheinlich die Hörerschaft dem als Death Metal getarnten Popdiktat unterwerfen wollen. Oder auf geheimen Militärbasen innovative Metalalben lagern. Man weiß es nicht und es ist auch egal, wenn Peter Tägtgren so überzeugend wie fast noch nie durch das Album krächzt.

Wer nun auf dem neuesten Werk HYPOCRISYs Offenbarungen erwartet, muss sich entweder auf eine Enttäuschung einstellen oder sich der Wahnvorstellung stellen, es sei im Genre des [Melodic] Death Metal doch noch bisher unentdecktes zu erwarten. Letztlich spielt das aber keine Rolle, denn, was bleibt, ist die [rekonstruierte] Erfahrung dessen, was man schon spätestens seit “The Arrival” ohnehin wusste. Und ein sehr ehrliches Death Metal-Album. Aber auch das oder gerade das kann Spaß machen und wie man aus dem Fall Schreber lernt, kann man sich ja auch in seinen Wahnvorstellungen ganz bequem einrichten.


So etwas nennt man wohl gebündelte Stärken. Auf „End Of Disclosure“ ziehen HYPOCRISY so viele Register wie schon lange nicht mehr. Vom Eröffnungshit „End Of Disclosure“ zu Beginn über brachiale Krachklumpen wie "Tales Of Thy Spineless" bis hin zum Epos „The Return“ ist alles dabei, was Liebhaber dieser Band so schätzen. Vergleiche zu früheren Werken wie „Abducted“ oder bisweilen auch „The Final Chapter“ drängen sich auf, allerdings im positiven Sinne. In allen Belangen verdammt gute Arbeit abgeliefert, meine Herren.

- 6/7, Frank Wilkens

Obwohl „End Of Disclosure“ natürlich eine logische Weiterentwicklung der 2009er Langrille „A Taste of Extreme Divinity“ darstellt, schaffte es die Mannschaft um Mastermind Peter Tägtgren, zeitgleich einen gehörigen Schritt zurück zu machen. Bereits beim ersten Durchlauf wird klar, die im Vorfeld genannten Parallelen zu „The Fourth Dimension“ und „Abducted“ sind wahrlich nicht aus der Luft gegriffen.
Die Scheibe klingt eingängig, vielseitig und strotzt nur so vor Melodielinien, die sich im Hirn festsetzen. Von stampfenden Nachenbrechern bis hin zu treibenden „Auf die Fresse“-Passagen ist alles dabei und die Tracklist scheint keinen Platz für Lückenfüller gelassen zu haben. Kurz und knapp: Beide Daumen hoch!

- 6/7, Manuel "M" Roth

Trackliste:
01. End Of Disclosure
02. Tales Of Thy Spineless
03. The Eye
04. United We Fall
05. 44 Double Zero
06. Hell Is Where I Stay
07. Soldier Of Fortune
08. When Death Calls
09. The Return
Spielzeit: 00:43:45

Line-Up:
Peter Tägtgren - Gitarre, Gesang
Mikael Hedlund - Bass
Horgh - Schlagzeug
Nicolas Freund [Nicki]
24.03.2013 | 16:17
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