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Cover von Ihsahn -- Das Seelenbrechen
Band: Ihsahn Homepage Ihsahn bei Facebook Metalnews nach 'Ihsahn' durchsuchenIhsahn
Album:Das Seelenbrechen
Genre:Experimental, Prog-Metal, Progressive
Label:Candlelight Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:21.10.13
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"Verkopfter Prog-Metal"

Dass unser norwegischer Freund Ihsahn Friedrich Nietzsche ganz gerne mag, sollte sich ja spätestens seit dem Cover-Artwork von „Eremita“ herumgesprochen haben. Passend dazu leiht sich der frühere EMPEROR-Frontmann nun einen Begriff des deutschen Philosophen und Künstlers für den Titel seines vierten Albums. „Das Seelenbrechen“ soll uns also nun bevorstehen und wer davon ausgeht, dass Ihsahn hier alten destruktiven Black Metal Tagen nacheifert, der irrt sich grad mal gewaltig.

Auf „Das Seelenbrechen“ setzt Ihsahn vielmehr konsequent seinen progressiven Weg fort, verzichtet auf jeglichen Schwarzmetall [außer seinem spärlich eingesetzten Gekrächze] und arbeitet dafür noch wesentlich mehr mit chaotischen und avantgardistischen Motiven und Spielereien als früher. Und Ihsahn wäre natürlich nicht Ihsahn, wenn er dabei musikalisch nicht überzeugen würde und seine handwerklichen Künste unter Beweis zu stellen wüsste. So progt sich der Norweger durch verschiedene Songs [gerade am Anfang und im zweiten Drittel der Scheibe], spielt manchmal herzzerreißenden Indie-Pop/Rock und verursacht manchmal avantgardistisches und ein schon fast an Industrial erinnerndes Inferno [z.B. auf „Tacit 2“]. Dass sich dabei hin und wieder auch noch ein paar Jazz-Elemente verirren, verwundert eigentlich niemand mehr. Alles ist sauber gespielt, toll produziert, durchdacht, ordentlich verkopft und mehr oder weniger sinnvoll miteinander verknüpft, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass Ihsahn hier einfach nur Chaos produzieren wollte. Gefühlsmäßig fällt es mir dafür zunehmend schwer, Ihsahn auf seinen Reisen zu folgen. Zu sehr drängt sich mir das Bild des intellektuellen Musikers auf, der Kopfmusik macht und dabei hauptsächlich Gedankenkonstruktionen in die Musik übertragen will beziehungsweise durch sie ausleben will – letztendlich ist es auch das, was mich am Progressive Metal immer irgendwie gestört hat. Nichtsdestotrotz wäre es natürlich eine einzige Frechheit zu behaupten, IHSAHN würden hier ein schlechtes Album vorlegen. Dazu ist das handwerkliche Talent einfach viel zu groß und auch vom Songwriting her sitzen Songs wie „Hiber“, „Pulse“ oder auch „Rec“ viel zu sehr. Wieso man allerdings behauptet, „Das Seelenbrechen“ sei verstörend, ist mir nicht ganz klar. IHSAHN spielen düsteren progressiven Metal, der mit diversen Spielereien aufwarten kann, aber bedrohlich oder verstörend ist da nichts [außer vielleicht für 15-jährige Black Metal Fans, aber die dürften Ihsahn schon lange aufgegeben haben].

„Das Seelenbrechen“ ist somit wohl mein persönliches Abschiedsalbum von IHSAHN. Auch wenn ich die Musik des sympathischen Norwegers sehr gerne mag und man sein Talent nicht leugnen kann, hat Ihsahn nun endgültig einen Weg eingeschlagen, auf welchem ihm wohl eher Prog-Fans als Metal-Fans folgen wollen. Und wieso auch nicht? Seine Fangruppe zu erweitern beziehungsweise austauschen ist mehr als vernünftig und schafft auch neuen kreativen Raum. Wieso aber folgen gerade jetzt noch Auftritte mit EMPEROR? Die Zeiten des jugendlichen Feuers sind doch wohl endgültig vorbei und inwiefern man sich dann noch in Musik hineinfühlen kann, die man teilweise mit 17 komponiert hat, weiß wohl nur Ihsahn selbst. Gebt „Das Seelenbrechen“ trotzdem eine Chance und hört einmal in „Pulse“ und „See“ rein. Wenn euch das gefällt, wird euch auch das ganze Album gefallen. Für mich gilt –„Es ist der Morgen danach, und meine Seele liegt brach …“

Trackliste:
01. Hiber
02. Regen
03. NaCl
04. Pulse
05. Tacit 2
06. Tacit
07. Rec
08. M
09. Sub Ater
10. See
Spielzeit: 00:48:55

Line-Up:
Ihsahn - Gesang, Gitarre, Bass, Keyboard
Tobias Ørnes Andersen - Drums
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
28.10.2013 | 21:25
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