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"Zurück in der Königsklasse"
Cover von Imminence -- This Is Goodbye
Band: Imminence Homepage Imminence bei Facebook Metalnews nach 'Imminence' durchsuchenImminence
Album:This Is Goodbye
Genre:Alternative, Emocore, Post Hardcore
Label:Arising Empire
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:31.03.17
CD kaufen:'Imminence - This Is Goodbye' bei amazon.de kaufen
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"Überproduzierter Core-Pop mit atmosphärischem Tiefgang."

Sänger Eddie Berg über das neue IMMINENCE-Album: „Es handelt von dem Mut, etwas hinter sich lassen zu können um Platz für etwas Neues zu schaffen.“ Damit ist „This Is Goodbye“ ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Die erfolgreichen Schweden haben bewusste Entscheidungen getroffen, um einen Schritt weiter zu gehen und Genre-Definitionen links liegen zu lassen, um das zu tun, was ihnen an künstlerischer Entwicklung vorschwebt. Was das bedeutet …

Das Album ist mächtig, groß, voll poppiger Melodien, kreativ und definitiv zugänglicher, als es „I“ und die vorangegangenen EP’s waren. An Härte hat die Band imm(in)ens eingebüßt. Alles klingt extrem überproduziert und durch sämtliche Filter eines modernen Tonstudios gedreht, Ecken und Kanten gibt es eigentlich nicht. Die durchaus starken Songs folgen immer dem gleichen Prinzip: sehr melodisch, episch, schön, volle Refrains zum Mitgrölen, Chöre, Keyboardflächen, verspielt elektronische Elemente, unterschwellige Core-Parts – schnörkellose Popsongs im metallischen Gewand wie fürs Stadion gemacht. Ob dieser pompöse Sound mit all seinen Elementen live umgesetzt werden kann, ist sicherlich eine andere Frage, aber vielleicht steht dem aktuellen Liedgut die Live-Rohheit gut zu Gesicht und präsentiert eine weitere interessante Seite. Und dem Pressetext muss man recht geben: sie orientieren sich tatsächlich an den einschlägigen Emo-Bands, die Anfang des Millenniums aus amerikanischem Boden sprossen wie kleinblütige Krokusse im Frühling.
Trotz des glattgebügelten Sounds bleiben IMMINENCE etwas anders, was sich auch schon in den Texten niederschlägt. Klar, es geht um Herzschmerz, Probleme und Emotionen, die ein Leben um die Mitte zwanzig umgeben, aber die Art, wie diese Thematiken behandelt werden, ist kreativ und geht tiefer als es ab und zu bei Kollegen des selben Genres oder gar großen Popkünstlern der Fall ist. Hinzu ist es wahrscheinlich Eddie Bergs sehr emotionaler Gesangsstil, der in weitere Ecken des Schmerzherzens vordringt und das ein oder andere Gefühl herauszukitzeln vermag.
Für den Urmetaller der alten Schule sicherlich nichts Schmackhaftes und auf den ersten Blick eher klischeebeladen: junge, volltättowierte Burschen mit stylischen Trendfrisuren, die jeder trashigen H&M-Werbung entsprungen sein könnten. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber die Qualitäten als Songschreibern kann man den Jungs (in dem Alter) keineswegs absprechen. Die Produktion des Albums muss harte Arbeit gewesen sein. Bis ins letzte Detail ist alles ausgetüftelt, weshalb das Gesamtpaket als sehr rundes und in sich geschlossenes Ergebnis daherkommt. Auch die Aufmachung im mattschwarzen Schuber plus künstlerisch verdeletem Artwork passen perfekt zusammen. Anspieltipps müssen nicht sein. Insgesamt ist dieses konsequent durchgezogene Konzept des Abschieds kurzweiliger und großspurig verträumter Ohrwurmalarm, der nach den Sternen greift. Respekt vor dieser Leistung.

IMMINENCE haben sich bewusst weiterentwickelt und gehen mit diesem Album große Schritte, was einigen ihrer „alten“ Fans ganz bestimmt widerstrebt, doch letztendlich sitzen die Macher selbst am Hebel und geben die Richtung vor, die diese Band für erstrebenswert hält. This Is Goodbye. Das bedeutet Altlasten hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen, das haben IMMINENCE mit diesem Album rigoros getan. Mit diesem Mut dürfen sie sich in Zukunft voraussichtlich auf Größeres (inkl. Fanbase, Hallen etc.) freuen.

Text: P. Lugosi

Trackliste:
01. This Is Goodbye
02. Diamonds
03. Broken Love
04. Coming Undone
05. Up
06. Daggers
07. Cold As Stone
08. Keep Me
09. Not A Rescue
10. Ivory Black
11. Desert Place
Spielzeit: 00:44:12

Line-Up:
Gesang: Eddie Berg
Gitarre, Gesang: Harald Barret
Gitarre: Alex Arnoldsson
Bass: Max Holmberg
Schlagzeug: Peter Hanström
Jan Termath [P³Hamburg]
13.04.2017 | 13:37
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