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Album:The Infernal Storm
Genre:Death Metal
Label:Relapse Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:09.05.00
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"Der hässliche kleine Bruder"

INCANTATION ist schon deshalb ein ewiger Platz im Death-Metal-Olymp sicher, weil sie sich auch in Zeiten, in denen das Interesse an solide vorgetragenem Todesblei absolut auf dem Nullpunkt angelangt war, einen feuchten Satansfurz um das Geschehen im Business kümmerten und mit einer abartigen Ignoranz ihr Ding durchzogen, dass es eine wahre Freude ist.

„The Infernal Storm“ fällt zeitlich in die Endphase der metallischen Durststrecke und ist eine Art vergessenes Juwel. Schwärmen die meisten Anhänger von „Onward To Golgatha“ oder „Blasphemy“, so ist „The Infernal Storm“ der hässliche kleine Bruder dieser Meilensteine. Mit geringerer Hitdichte, dafür einem Höchstmaß an Boshaftigkeit ausgestattet, stapft das Album in die trendverseuchte Metal-Landschaft des neuen Jahrtausends. In Zeiten, da fast jeder Extrem-Musiker, der etwas auf sich hielt, bereits Technik den Vorzug vor Feeling gab, broilerten die Satansbraten im Aufnahmeraum der Mars Studios eine bewusst heterogen eingespielte Lava-Lawine auf Festplatte. Der Death-Metal-Grundgedanke wird in den acht Kompositionen dabei so vehement ausgelebt, dass man eigentlich kaum mehr eine Beschreibung für diese Musikrichtung braucht. INCANTATON sind eingängig, aber nie catchy, sie sind technisch, aber nie perfekt, sie sind Pioniere, aber nie am Puls der Zeit. Diese Band ist schlichtweg grundböse, auch wenn McEntee eigentlich ein netter und höflicher Geselle ist. Die Bosheit solcher Tracks wie „Anoint The Chosen“ oder „Apocalyptic Destroyer Of Angels“ ist dazu geeignet, das gesamte Black-Metal-Genre blass werden zu lassen [huhu – geiler Wortwitz, wa?].

‘Become the most high
Sit in judgment at the mount of congregation
Emperor of the grand grimoire’

Das nimmt man den Jungs ab, dieses Gruselkino. Hier ist der Death Metal so dunkel wie er nur sein kann. Der Ton macht die Musik – und diesen Ton muss man bei INCANTATION wirklich auskosten, um die Magie der Band zu erfahren. Die immer wiederkehrenden Doom-Parts, getragen von entsetzlich quälend-fiesen Licks, die sich in die nächsten Blast-Passagen hineinwälzen, brennen sich so unangenehm ins Hirn, dass man es zu Beginn kaum ertragen kann, danach aber immer mehr haben will.

Mattaru


Trackliste:
01. Anoint The Chosen
02. Extinguishing Salvation
03. Impetuous Rage
04. Sempiternal Pandemonium
05. Lustful Demise
06. Heaven Departed
07. Apocalyptic Destroyer Of Angels
08. Nocturnal Kingdom Of Demonic Enlightment
Spielzeit: 00:39:58

Line-Up:
Mike Saez – Vocals, Guitar
John McEntee – Guitar
Robert Yench – Bass
Dave Culross – Session Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
20.11.2009 | 17:39
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