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Cover von Indian -- Guiltless
Band: Indian Homepage Indian bei Facebook Metalnews nach 'Indian' durchsuchenIndian
Album:Guiltless
Genre:Doom Metal, Doomcore, Sludge
Label:Relapse Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:29.04.11
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"Easy Listening war gestern"

Mit „Guiltless” schickt die US-amerikanische Sludge/Doom-Truppe ihr inzwischen viertes Scheibchen ins Rennen, diesmal sogar über das Kult-Label Relapse Records.

Und da sind INDIAN auch gar nicht schlecht aufgehoben, schließlich hat das Label abseits von Grindcore und Death Metal so einige Bands aus der Sludge-Ecke am Start bzw. an Bord geholt [siehe z.B. HOWL] und ist bekanntlich Experimenten gegenüber alles andere als abgeneigt. Dabei schmettern INDIAN, übrigens verstärkt durch Will Lindsay – bekannt als Gastgitarrist bei WOLVES IN THE THRONE ROOM und A STORM OF LIGHT –, tonnenschwere, schleppende, fiese, bösartige Sludge-Walzen aus den Lautsprechern, dass diese nur so knarzen. An Brachialität mangelt es an INDIAN jedenfalls nicht, von einem eindrücklichen, da verstörenden Artwork ganz zu schweigen. Beim Gesang hätte man dann jedoch gerne ein bisschen mehr auf Abwechslung achten können, denn auch wenn das fiese Gekeife unaufhörlich an den freiliegenden Nervenenden knabbert, schleicht sich hier bald Eintönigkeit ein. Musikalisch bewegen sich INDIAN dabei fernab von gängigen Songstrukturen, sodass das sehr sperrige „Guiltless“ erst einmal einige Anläufe benötigt, um sich wirklich halbwegs dem Hörer zu erschließen und nicht wie aneinander gereihte, monotone Soundcollagen zu wirken – die wuchtig-erdige, dumpfe Produktion von Sanford Parker [MINSK] tut ihr Übriges. Doch gerade das Titelstück weiß schnell zu punkten und sorgt für bedrohlich-düstere Atmosphäre, die einen schier an die Wand drückt. Und gerade beim akustischen Intermezzo „Supplicants“ tun INDIAN gut daran, für eine kurze Verschnaufpause zu sorgen und von den gängigen Mustern abzuweichen, da die Songs sonst auf Dauer austauschbar wirken und sich nur schlecht auseinander halten lassen. Hier zählen jedoch der Gesamteindruck und das Gesamtkonzept, das „Guiltless“ vermittelt, nämlich erbarmungsloser Sludge/Doom, der keine Gefangnen machen will.

Für Sludge-Fans dürfte die neue Scheibe der Amis daher ein gefundenes Fressen sein, und gerade live dürften INDIAN eine Macht sein, aber insgesamt fehlt mir auf Dauer bei aller Brachialität und dem Hang zum Experimentellen ein wenig der Wiedererkennungswert und vor allem das Besondere, das INDIAN von den etlichen anderen Sludge-Kapellen wirklich abhebt. Dennoch weiß „Guiltless“ mit einigen wirklich starken Songs – beispielsweise das erwähnte Titelstück oder auch das abschließende „Benality“ – zu punkten. Wenn alle Songs sich zukünftig auf diesem hohen Niveau befinden, dann könnten INDIAN ziemlich abräumen; auf „Guiltless“ hingegen sind die Ansätze fraglos da, aber auf Albumlänge gesehen sind dann doch noch ein paar Durchhänger vorhanden. Und wer „Easy Listening“ sucht, ist bei INDIAN sowieso ganz verkehrt.

Trackliste:
01. No Grace
02. The Fate Before Fate
03. Guiltless
04. Guilty
05. The End Of Truth
06. Supplicants
07. Benality
Spielzeit: 00:40:56

Line-Up:
Ron DeFries – Bass
Bill Bumgardner – Drums
Will Lindsay – Guitar, Vocals
Dylan O’Toole – Guitar, Vocals
Sean Patton – Noise
Alexander Eitner [soulsatzero]
22.04.2011 | 20:04
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