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Album:Expulsed
Genre:Death Metal, Grindcore
Label:Eigenproduktion
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:01.06.13
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"Immer noch kein bisschen müde!"

Gut Ding will bekanntlich Weile haben – so auch im Fall des inzwischen sechsten Studioalbums der französischen Grindcore-Veteranen von INHUMATE, die uns seit mittlerweile 23 [!] Jahren mit harter Kost versorgen. Nach einer Wartezeit von vier Jahren ballert uns das elsässische Quartett nun „Expulsed“ um die Ohren.

Und leitet damit auch ein wenig das Eintreffen auf der Zielgerade ein, denn dieses Album stellt das vorletzte des Heptalologie-Konzepts der Band dar. Will heißen: Nach „Expulsed“ kommt noch ein Album, und dann ist Schicht im Schacht [siehe auch Interview]. Wobei den 17 Songs, die in einer knappen halben Stunde dargeboten werden, kein bisschen Müdigkeit oder Einfallslosigkeit anzumerken ist, denn hier ist einfach an allen Ecken spürbar, dass INHUMATE immer noch Bock haben, sich im Underground nach wie vor pudelwohl fühlen und somit auch gar nicht erst daran denken, irgendwo einen Plattenvertrag zu unterschreiben und damit evtl. auch die Zügel aus der Hand zu geben. Fast alles ist somit wieder in Eigenregie entstanden, während es musikalisch natürlich keine Kompromisse oder Trendanbiederungen, sondern ganz einfach Grindcore at its best [inkl. kleinerer Ausflüge in Richtung Death Metal] gibt. Natürlich ist dennoch Platz für kleinere Experimente, wie in „Cendres“ oder auch „Freaks“ [inklusive Sample und krasser Vokalakrobatik], während die Band diesmal auf einen weiteren Teil der kultigen „I Want To Kill Some…“-Reihe verzichtet hat. Macht aber nichts, denn es gibt genügend Knaller auf „Expulsed“. Allem voran wäre dann natürlich das unmenschliche Gegrowle, Gegurgel und Gebrülle von Christophe zu erwähnen – der Hinweis im Booklet, dass hier nicht gesanglich geschummelt wird, gehört selbstredend zum guten Ton. Wie übrigens auch die wiederum sehr gute Produktion, die „Expulsed“ verpasst wurde, sodass die Songs prima zur Geltung kommen und mit der nötigen Wucht versehen sind. Denn: INHUMATE mögen zwar ohne Ende ballern und wüten und dabei bisweilen hektisch oder gar fast am Rande des Wahnsinns klingen, doch in Chaos ufert das Ganze niemals aus. Alles bleibt immer in kontrollierten Bahnen, sodass stets ein erkennbarer Faden vorhanden ist – und das ist verdammt gut so und ein großes Plus dieser Band!

Wer auf rauen, ungestümen Grindcore mit dem nötigen Groove [bei diversen Songs kann man den Moshpit förmlich vor Augen sehen] steht und z.B. auch mit Bands wie BLOCKHEADS etwas anfangen kann, liegt bei „Expulsed“ genau richtig. Fans von INHUMATE können getreu des Mottos „Sick & Proud“ natürlich blind zugreifen, und auch alle anderen, die grundsätzlich etwas mit Grindcore anfangen können oder schon mal einen der energiegeladenen Auftritte der vier Franzosen miterlebt haben, sollte „Expulsed“ – allein schon aufgrund der sehr sympathischen DIY-Einstellung der Jungs – unbedingt antesten. Schön übrigens auch, dass wir uns auf jeden Fall noch auf ein weiteres Album von INHUMATE freuen dürfen! Merci und 5,5 Punkte [d.h. vielmehr: „knappe 6 Punkte“, denn das trifft es eher]!

Trackliste:
01. We Are Inhumate
02. The Dragon
03. Darmok
04. I Am The Beast
05. Sun
06. The Traveller
07. Ashes
08. The Scale
09. Archer
10. Rosebud
11. Cendres
12. Willing
13. Freaks
14. The Room
15. Voices
16. Atropos
17. Faster Than Thoughts
Spielzeit: 00:29:30

Line-Up:
Christophe Knecht – Vocals
Damien Cividini – Guitars, Vocals
Fred Anton – Bass
Yannick Giess – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero]
30.06.2013 | 19:47
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