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Album:Dekonstrukteur des Fleisches
Genre:Black Metal, Death/Thrash Metal
Label:Massacre Records
Bewertung:2 von 7
Releasedatum:27.01.12
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"Oder: Veröffentlichungen, die die Welt nicht braucht"

Die Mainstream-Masse verzichtet auf Qualität und zieht im Gegenzug leichte Unterhaltung vor. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Michael-Bay-Filme oder der x-te Harry-Potter-Band die Kassen der Vertriebe und Macher flutet, die Welt mit wirklichem Inhalt bereichernde Künstler allerdings finanziell auf der Strecke bleiben oder ihnen zumindest nicht das Maß an Aufmerksamkeit zuteil, das im Allgemeinen erwartet wird? Eine mögliche Antwort geben Massacre Records, die aus mir absolut unerfindlichen - sprich: weder potenziell lukrativen noch substanziellen - Gründen das Kärntner Geschwader IRDORATH unter Vertrag nahmen und sogleich das zuvor auf CDR erschienene Album "Dekonstrukteur des Fleisches" neu auflegen.

Irgendwo zwischen DEVIAN, EISBLUT und ein ganz klein wenig RAMMSTEIN [vor allem hinsichtlich der deutlich heraushörbaren Texte und dessen teilweise unfreiwillige Lachkrämpfe provozierenden Inhalt] wuselnd wissen die ollen Ösis noch nicht so recht, wo sie sich am ehesten zu Hause fühlen. Obwohl offiziell im Svartmetall beheimatet, scheint diese Orientierung über weite Strecken hinweg einzig und allein dem mehr oder weniger motivierten Gesang geschuldet zu sein, der sich über das unverhältnismäßig liebloser zusammengestellte Death-Thrash-Potourri der zweiten bis letztmöglichen Klasse erhebt und mit angewiderter Miene jede trillionenfach durchgekaute Arrangementlösung übernimmt, dabei jedoch absolut nichts Eigenständiges einfließen lässt. Natürlich variieren IRDORATH zeitweilig ihre Formel und scheuen dabei selbst vor synthetischen Entbehrlichkeiten wie im zweiten Stück nicht zurück, erhebliche Unterschiede zu meinem Morgenstuhl - dem dieselbe Eigenschaft innewohnt - fallen indessen, wenn überhaupt, in den Ultraschall-Bereich.

Ihr werdet wahrscheinlich schon erraten haben, dass IRDORATH den horrenden Status quo der österreichischen Black-Metal-Abteilung natürlich in keinster Weise begradigen können. Wahnsinnig schlimm ist das nicht, schließlich leben wir ja in keinem Sonnenkönig-System, das uns so Perlen wie die chilenische Kampfmaschine KURSED vorenthält, die letztes Jahr in Form von "In The Labyrinths Of Death" ein Wahnsinnsbrett vorgelegt hat. Leider hat sich derzeit noch kein vernünftiger Vertrieb in Europa entwickeln können, was wahrscheinlich auch am generell grassierenden Unwillen, nach Hochwertigem Ausschau zu halten, liegen dürfte... womit wir wieder bei der ursprünglichen Feststellung wären.

Trackliste:
01 - Dekonstrukteur des Fleisches
02 - Freitodzwang
03 - Blindheit
04 - Unter flammenden Laternen
05 - Stummheit
06 - Fleischgeword´ner Antigott
07 - Bald ersäuft die Menschenbrut
08 - Das stolze Tier
09 - Spiegelscherben
10 - Taubheit
Spielzeit: 00:45:37

Line-Up:
Rene - Gesang
Markus - Gitarre
Esche - Gitarre
Mario - Bass
Thomas - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
20.01.2012 | 15:47
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