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Album:Bittersweet [Split-CD]
Genre:Ambient, Experimental, Post Rock
Label:Denovali Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:18.06.10
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"Gemeinsam auf den Spuren von Jesu"

Im Fall von „Bittersweet“ veröffentlichen Denovali Records nach den gelungenen Kollaborationen von KODIAK und NADJA sowie BLACK SHAPE OF NEXUS und KODIAK eine weitere Split-CD. Diesmal zeichnen die Engländer IROHA und die französischen FRAGMENT. dafür verantwortlich und bieten eine gute Dreiviertelstunde lang eine Mischung aus Shoegaze, Ambient und Post Metal.

Spannend an der Veröffentlichung ist vor allen Dingen, dass es sich um eine richtige Zusammenarbeit handelt, denn auch wenn jeweils zwei Songs der Scheibe von den einzelnen Projekten stammen, so hat man beim Titeltrack die Kräfte gebündelt und ein richtig gut funktionierendes Stück Musik geschrieben: Ruhiger, gemurmelter Sprechgesang in JESU-Tradition – auch bekannt als ‚sad boy vocals’ –, Shoegaze-Ausflüge, minimalistisches, aber sehr druckvolles Schlagzeugspiel, epische und weitgehend im Midtempo gehaltene Kompositionen und langsam treibende Gitarrenteppiche, die von gleichberechtigten Synthesizern unterstützt werden, während der Bass tief grollend vor sich hinrumpelt. Sprich: Neues bietet damit zwar keine der Bands, denn an allen Ecken und Ende sind JESU herauszuhören [was nicht weiter verwunderlich ist, da Andy Swan damals zusammen mit u.a. Justin Broadrick bei FINAL aktiv war und Diarmuid Dalton bei JESU den Tieftöner bedient], die vor allen Dingen mit ihrem Debüt einen echten Genre-Meilenstein abgeliefert, und auch NADJA sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch funktionieren die Lieder gut, sind prima strukturiert und dürften ein gefundenes Fressen für Fans dieser Spielart sein. Die Stücke von FRAGMENT. fallen übrigens deutlich länger und auch eine ganze Spur düsterer aus, was mir persönlich etwas besser gefällt, da somit für etwas mehr Eigenständigkeit gesorgt wird. Doch gerade die unterschiedlich vertonten Emotionen von IROHA und FRAGMENT. machen „Bittersweet“ zu einer runden Sache, da beide Bands zwar grundsätzlich eine sehr ähnliche Ausprägung haben, sich aber trotzdem kleinere Unterschiede im jeweiligen Sound ausmachen lassen. Einzig den etwas beliebig wirkenden, gemeinsamen Remix hätte man sich schenken können, da die Originalversion deutlich besser ist und der Remix nur wenige Akzente zu setzen vermag – hier wäre es vielleicht spannender gewesen, gänzlich die üblichen Wege zu verlassen und beispielsweise eine Drone- oder Akustik-Version zu erstellen.

Unterm Strich ist „Bittersweet“ vor allem für Fans von JESU, NADJA und ähnlich ausgerichteten Projekten/Bands interessant, sodass die sechs Songs so manchem die Wartezeit bis zu den neuen Veröffentlichungen der ‚großen’ Namen verkürzen werden. Doch gerade mit dem Titelstück zeigen IROHA und FRAGMENT., dass sie durchaus das Zeug haben, oben mitzuspielen, wenn auch das restliche Material noch nicht ganz an die großen Vorbilder heranzureichen vermag und insgesamt noch etwas mehr Eigenständigkeit vertragen könnte.
PS: „Bittersweet“ gibt es in bester Denovali-Tradition übrigens wieder als Stream sowie als kostenlosen Download, und zwar hier!

Trackliste:
01. Wish Upon A Star [IROHA]
02. Something’s Got To Give [IROHA]
03. Bittersweet [IROHA & FRAGMENT.]
04. Turning Around [FRAGMENT.]
05. Carved In The Sand [FRAGMENT.]
06. Bittersweet [if.Rmx] [IROHA & FRAGMENT.]
Spielzeit: 00:43:45

Line-Up:
IROHA
Andy Swan
Diarmuid Dalton
Dominic Crane

FRAGMENT.
Thierry Arnal
Alexander Eitner [soulsatzero]
11.06.2010 | 21:36
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