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Band: Iron Maiden Homepage Iron Maiden bei Facebook Metalnews nach 'Iron Maiden' durchsuchenIron Maiden
Album:The Final Frontier
Genre:Heavy Metal
Label:EMI
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:13.08.10
CD kaufen:'Iron Maiden - The Final Frontier' bei amazon.de kaufen
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"Das Epos unter den Epen"

Bangen und Zittern mischte sich in das am Ende vierjährige Warten auf das neue MAIDEN-Opus. Konnte man die Batterien nach dem Geniestreich „A Matter Of Life And Death“ und der „Somewhere Back In Time“-Tour noch einmal aufladen, der Kreativität ordentlich Schubkraft verleihen und ein neues Masterpiece heraushauen?

Die Antwort lautet: Nun ja, schauen wir uns „The Final Frontier“ lieber mal im Detail an.

Das Album startet mit „Satellite 15... The Final Frontier“. Entsetzen! Okay, zur Ehrenrettung der Eisernen Jungfrauen muss man sagen, dass es sich hierbei um zwei völlig verschiedene Songs handelt, die nur aus Gründen des Textkonzepts [aus dem Leben scheiden und Abschied nehmen] aneinander gehängt wurden. Das kann allerdings nicht verschleiern, dass der erste Teil des Songs so ziemlich das Schlimmste ist, was MAIDEN jemals aufgenommen haben. Stellt Euch vor, BJÖRK jammt mit Dickinson während seiner SKUNKWORKS-Phase. Vorher haben beide noch zu tief in die Crack-Pfeife geschaut. Ergebnis: eine grauenhafte Soundcollage mit Jammer-Gesängen, die leider erst nach 4:35 Minuten endet, weshalb man auch nicht von einem Intro sprechen kann. Der folgende Titelsong entschädigt dann aber für die vorherige Audio-Folter und ist ein cooler Rocker mit ordentlichem Hookline-Faktor. Daumen hoch.

Im Gegensatz zu „El Dorado“, denn ich weigere mich immer noch, diesen Track ernst zu nehmen. Der Song klingt, als hätte man beim Warmspielen der Jungs einfach ein Band mitlaufen lassen. Ein Strophenriff ist schlichtweg nicht vorhanden, zudem spielt die Gitarrenfraktion extrem schlampig und Bruce Dickinson passt seinen Gesang diesem Qualitätsstandard gleich mal an. Der Oktavsprung im Refrain klingt so, als würde er dem kleinen Sangesgott genauso viele Schmerzen bereiten wie dem Hörer. Einzig der galoppierende Bass macht das Stück nicht zum Brechmittel.

„Mother Of Mercy“ leitet dann aber bereits die Wende ein. Die Anti-Kriegs-Nummer beginnt relaxt, um dann zu explodieren und bedingungslos nach vorne zu marschieren. Schade, dass der erneut bemüht wirkende Refrain ein bisschen die Luft aus dem Song lässt. Vielleicht sollte Bruce Dickinson stimmlich nicht mehr ganz so oft in Höhen vorstoßen, die er ansonsten eher von seinem Pilotenjob kennt. Dennoch: jede Menge Gänsehaut-Momente und unterm Strich ein feiner Song, der auch auf „Brave New World“ gepasst hätte.

„Coming Home“ ist die obligatorische Power-Ballade des Albums mit schönem Harmonie-Riff zu Beginn, gediegenen Hooklines und einigen coolen Solo-Passagen. Nicht überragend, aber gut.

Nach dem ruhigsten Stück folgt das härteste: „The Alchemist“ rockt endlich wieder kompromisslos in Richtung Horizont. Eine Uptempo-Nummer, irgendwo zwischen „Man On The Edge“ und „Be Quick Or Be Dead“, mit ausgeklügelten Gitarren-Harmonien und unersättlicher Power – sehr gut.

„Isle Of Avalon“, der gigantische „Artus-Song“, den GRAVE DIGGER und BLIND GUARDIAN nie geschrieben haben, hätte mit seinen vielen Stimmungen zum absoluten Album-Glanzlicht geraten können, wenn man das Lied um gut vier Minuten gekürzt hätte. Der typisch ruhige Beginn steigert sich einfach nicht zwingend genug. Erst nach knapp drei Minuten löst sich die Spannung, indem die harten, hymnischen Parts einsetzen. Im Mittelpart dudelt man sich etwas uninspiriert psychedelisch durch die Takte, was irgendwann schlicht nervt. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Und dann endlich kommt er doch noch, der erste Übersong. Auch „Starblind“ beginnt ruhig, verschwendet aber keine Zeit. In den unüblich-vertrackten Rhythmus webt die Saitenfraktion einen Klangteppich, der die Basis für den besten und gänsehäutigsten Gesang bildet, den Dickinson heutzutage fertig bringt. Irgendwann löst sich eine Leadgitarre zum verspielten Improvisationsmarathon, der das Stück begleitet und zusätzlich befeuert, ohne die harmonische Abfolge zu zerstören. Der Zwischenpart fügt sich mit seiner Verträumtheit nahtlos ein und die ganze Nummer hätte so auch auf „Somewhere In Time“ oder „Seventh Son...“ gepasst, was wohl auch daran liegen mag, dass man am Ende frech bei „Infinite Dreams“ abkupfert.

Und die nächste epische Nummer: „The Talisman“ beginnt mit Akustikgitarren, bevor die Hymnenhaftigkeit erneut und inzwischen nicht mehr ganz unvorhersehbar hervorbricht. Der Refrain ist großes Gesangskino, der Rest ordentlich progressiv und kopflastig. Definitiv keine Hintergrundbeschallung.

Die Dave Murray-Komposition auf „The Final Frontier“ nennt sich „The Man Who Would Be King“ und ist wie auf jedem MAIDEN-Album der Exot. Das gilt nicht so sehr für den Beginn des Stücks, der ruhig und harmonisch ausfällt [inzwischen ärgerlich gähn], sondern für die ganz eigenständig elaborierten Harmonien, die die anständig rockenden Parts miteinander verbinden, sowie für die Steve Vai-mäßigen Prog-Rock-Elemente im weiteren Verlauf, die man ansonsten nicht von den Eisernen Jungfrauen gewohnt ist. Teile des Gedudels im Outro gab es übrigens in „The Prophecy“ vom „Seventh Son…“-Album schon mal. Trademarks werden bei Mr. Murray eben trotz kleinstmöglicher kompositorischer Kreativitätsausbrüche groß geschrieben. Prima Song.

Und natürlich lässt sich Meister Steve Harris, der sich die Credits auf dem Großteil des Albums hauptsächlich mit Adrian Smith geteilt hat, nicht nehmen, den längsten Track im Alleingang zu komponieren und ans Ende der Scheibe zu stellen. „When The Wild Wind Blows“ beginnt ruhig [nein, sorry, kein Witz] und kommt mit einer Wander/Kinderlied-Melodie um die Ecke, die aber prima in den MAIDEN-Kontext passt, ohne kitschig zu wirken, weil der Text ironisch auf die panische Angst vor Weltuntergangs-Prophezeiungen eingeht. Sobald es lyrisch ernsthafter und nachdenklicher zugeht, passt sich auch die Musik mittels eines getragenen Riffs an, bevor das Finale eingeläutet wird und noch mal alles zeigt, was diese Band in 30 Jahren Songwriter-Karriere gelernt hat. Überzeugend!

Knapp 77 Minuten ertönt dieses Werk – und man muss es sicher mindestens 50 Mal konzentriert gehört haben, um es ganz zu durchschauen. Momentan wirkt es zwar immer noch besser als der Großteil aller anderen Veröffentlichungen aus dem traditionellen Metal-Bereich, aber insgesamt schwächer als das Vorgänger-Album, dessen Progressivität es allerdings übernommen hat, ohne die Fokussiertheit von „A Matter Of Life And Death“ konservieren zu können.
Das Problem auf „The Final Frontier“ besteht ganz eindeutig darin, dass man – bestimmt auch dank des ständigen „Herumkühnemundens“ an kürzeren Rockern wie „Different World“, „Be Quick Or Be Dead“ oder „Wildest Dreams“ dazu übergegangen ist, fast nur noch „Hallowed Be Thy Brave New Fear Of The Ancient Mariner“-Nummern zu schreiben, die spätestens auf dieser Platte ihren exklusiven Charme verlieren und den MAIDEN-Kenner nicht nur ermüden, sondern ihm auch in vielen Passagen verdächtig bekannt vorkommen.

Aber sei’s drum. Dies ist kein Verriss, denn die Qualität von mindestens 60 der 77 Minuten ist erneut schwindelerregend hoch, weshalb 5,5 Punkte auch ohne Gewissensbisse gerechtfertigt erscheinen. Vielleicht sollten die Eisernen Jungfrauen aber mal wieder ein Album wie „No Prayer For The Dying“ aus dem Bauch heraus schreiben und bereits 2012 herausbringen, um anschließend den Kopf für die wirklich gigantische Abschlussgroßtat frei zu haben. Die Uhr tickt bekanntlich.

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nnnon / 6,5 Punkte
Rosarote Fanbrille hin oder her: "The Final Frontier" ist ein verdammt starkes, mutiges und sperriges Werk geworden. Klar, wer ein zweites "The Number Of The Beast" oder "Killers" erwartet hat, wird auch dieses Mal enttäuscht werden, wer allerdings "Somewhere In Time", "Seventh Son Of A Seventh Son" oder auch "Brave New World" zu seinen Faves zählt, der MUSS von "The Final Frontier" einfach begeistert sein. MAIDEN haben es geschafft, wieder ein Stück klassischer zu klingen, ohne die progressiven Anwandlungen der letzten Jahre außer Acht zu lassen. Im Gegenteil: Ambitionierter und vertrackter als bei "Isle Of Avalon" oder "Starblind" [einer der geilsten Tracks auf "The Final Frontier"!] klangen IRON MAIDEN selten. Dazu kommen ideenreiche, untypische Tracks wie "Mother Of Mercy", "Coming Home" oder "The Man Who Would Be King". Ebenfalls wunderbar: Der 11-minütige Abschlusstrack "Where The Wild Wind Blows" aus dem Hause Harris, der den Spagat von klassischen und progressiven Parts mit faszinierender Leichtigkeit bewältigt. Und was das ewige Janick Gers-Bashing angeht: Mit dem tollen, schnellen "The Alchemist" geht ausgerechnet das traditionellste, am weitesten in die Achtziger hineinreichende Stück zum Teil auf sein Konto. Das ebenfalls von Gers mitkomponierte "The Talisman" steht außerdem in bester "Dream Of Mirrors"-Tradition und untermauert, dass viele der besten Tracks nach der Reunion aus der Feder von Gers stammen.
"The Final Frontier" zeigt IRON MAIDEN in bestechender Form und ist der eindeutige Beweis dafür, dass MAIDEN nicht nur eine der besten und wichtigsten Metalbands aller Zeiten sind, sondern auch längst nicht zum alten, sich wiederholenden Eisen gehören.


soulsatzero / 5,5 Punkte
Dass IRON MAIDEN die Klasse ihrer Frühwerke oder auch solcher Geniestreiche wie „Somewhere In Time“ nicht mehr toppen werden, ist so klar wie Kloßbrühe, wobei es sowieso unfair wäre, alle neuen Werke immer mit den Klassikern zu vergleichen. Gleichermaßen ist es natürlich prima, dass die altgedienten Musiker immer noch aktiv sind und so manche junge Truppe in Sachen Spielfreude auf die Ränge verweisen. Ein Freibrief ist das wiederum auch nicht, denn – ganz ehrlich – „The Final Frontier“ ist zwar ein gutes Album, aber dennoch kein Meisterwerk. Warum? Die beiden Vorab-Songs – „Satellite 15… The Final Frontier“ und „El Dorado“ – waren eine denkbar schlechte Wahl, weil sie die schwächsten Stücke des Albums sind und eher mittelprächtig vor sich hindümpeln. Dafür gibt es aber die großartigen „Isle Of Avalon“, „Starblind“ und „The Talisman“, für mich die Highlights der Scheibe, sowie die gelungenen „The Alchemist“ [kurz und prägnant] oder auch „The Man Who Would Be King“ [nachdenklich und progressiv], die alle Markenzeichen von IRON MAIDEN enthalten, die man von ihnen hören möchte. Im Gegenzug stehen auch einige phasenweise schwächere oder vielmehr langatmige Nummern auf „The Final Frontier“, die gerne etwas gestraffter sein könnten, aber trotzdem keine schlechten Songs an sich sind – aber IRON MAIDEN neigen ja [leider] schon eine Weile dazu, inzwischen zu viele überlange Lieder auf ihre Alben zu packen. – Insgesamt ist „The Final Frontier“ ein sehr vielschichtiges Album geworden, das erst mit etlichen Durchläufen richtig zündet sowie ausgeklügelte Details und Lichtblicke offenbart, sodass die neue CD zwar kein Überflieger ist, aber dennoch eine weitere gute Scheibe der Eisernen Jungfrauen. Fazit: [Knappe] 5,5 Punkte.


Trackliste:
01. Satellite 15... The Final Frontier
02. El Dorado
03. Mother Of Mercy
04. Coming Home
05. The Alchemist
06. Isle Of Avalon
07. Starblind
08. The Talisman
09. The Man Who Would Be King
10. When The Wild Wind Blows
Spielzeit: 01:16:34

Line-Up:
Bruce Dickinson - Vocals
Dave Murray - Guitar
Adrian Smith - Guitar
Janick Gers - Guitar
Steve Harris - Bass
Nicko McBrain - Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
15.08.2010 | 00:01
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