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Album:Skuggsjá
Genre:Black Metal, Folk, Pagan Metal, Viking Metal
Label:Season Of Mist
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:11.03.16
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"Gemischtes Doppel"

Sowohl der mit ENSLAVED ungebrochen erfolgreiche Ivar Bjørnson, als auch WARDRUNA-Vordenker Einar Selvik sind zwei Musiker, die man wohl noch ruhigen Gewissens als echte Künstler bezeichnen kann. Wer seine norwegische Heimat und das Musizieren so sehr liebt, dass er eine einstündige Komposition als einmaliges Bühnenprojekt zur 200-Jahr-Feier der norwegischen Verfassung konzipiert und aufführt, hat andere Intentionen, als beispielsweise schnellen Ruhm beim ESC zu ernten, wie man das von manchem deutschen Musiker kennt. Glücklicherweise, muss man sagen, sind die beiden immer noch darauf angewiesen, mit ihrer Musik auch etwas Geld zu verdienen, weshalb es bei einer einmaligen Aufführung dann doch nicht geblieben ist: Mit Hilfe befreundeter Musiker, darunter Cato Bekkevold und Grutle Kjellson von Ivars Stammband, erfährt SKUGGSJÁ dann doch noch eine würdige Konservierung für die Nachwelt und eine Veröffentlichung über eines der renommiertesten Metallabels der Gegenwart. Weitere Aufführungen sind offenbar ebenfalls möglich.

Gott sei Dank!, möchte man sagen. Gott hat damit aber nichts zu tun, natürlich, und sollte im Zusammenhang mit einem durch und durch heidnisch geprägten Album sowieso nur mit Vorsicht genannt werden. Er könnte mit dem urwüchsigen und auch urnorwegischen Flair von "Skuggsjá" auch nichts anfangen. Das Werk ist, neben logischerweise durchgehend norwegischen Texten, von zwei Dingen geprägt, die unchristlicher kaum sein könnten. Zum einen von der noch vorhandenen, aber deutlich als zweite Geige fungierenden Black-Metal-Seite des Projekts, für die Ivar Bjørnson maßgeblich verantwortlich ist, zum anderen von der wohl durch Einer Selvik eingebrachten und dominierenden Atmosphäre des nordischen Folks. Teils machen auch beide zusammen Ausflüge in an die 70er angelehnten proggigen Rock, was überraschendweise nicht befremdlich wirkt.

Wer jetzt mit säuerlichem Blick eine Kombination dieser Elemente im Stil kitschigen Pagan Metals erwartet, liegt falsch. Alles drei hat seinen eigenen Stellenwert, aber die verhallten E-Gitarren, die Orgeln und das krachige Drumkit auf der einen und Pauken, Knochenflöten, Fiedeln, Leiern, Hörnern und Maultrommeln auf der anderen Seite kommen sich spannenderweise gar nicht in die Quere. Die Fusion beider musikalischer Welten funktioniert außerordentlich gut, wie zum Beispiel in dem klasse gelungenen "Tore Hund" (sicherlich gewidmet dem Mann, der den als Norwegen christianisierenden König bekannten Olaf II. getötet haben soll) oder in "Kvervandi", die beide vage an ein ganz großes Projekt namens STORM erinnern. Großen Anteil an der Wirkung dieser Songs hat Selviks wunderschöner klarer Gesang, der unverbildet und emotional klingt und dem Projekt eine unverwechselbare Stimme gibt (siehe auch "Vitkispa" - einfach ergreifend und der Höhepunkt des Albums). Weniger gelungen übrigens ist Grutle Kjellsons knurriges Gegenstück, das auch bei ENSLAVED schon seit Jahren ganz furchtbar nach einem Lurch mit Halsentzündung klingt.

Vielleicht ist "Skuggsjá" kein Werk, das bis in die hinterste Ecke durchgeplant ist, wie es sicher für viele aktuelle Metalalben gilt. Sicherlich ist auch nicht jeder Song ein Meisterstück. Die Stärken der Aufnahme liegen ganz klar im Gesamtkonzept, in der meditativen, sehr erdigen Atmosphäre und der Verschmelzung zweier verschiedenartiger künstlerischer Ausdrücke, die sich gegenseitig fruchtbar ergänzen. Eine sehr spannende Platte, die mir deutlich besser gefällt als alles, was ENSLAVED in den letzten Jahren veröffentlicht haben. Und was sagt mir das? Vermutlich, dass ich mich mal mit WARDRUNA befassen sollte.

Trackliste:
Tracklisting
1. Intro: Ull Kjem
2. Skuggsjá
3. Makta Og Vanæra, For All Tid
4. Tore Hund
5. Rop Fra Røynda - Mælt Fra Minne
6. Skuggeslåtten (instrumental)
7. Kvervandi
8. Vitkispá
9. Bøn Om Ending, Bøn Om Byrjing
10. Outro: Ull Gjekk
Spielzeit: 01:00:12

Line-Up:
Line-up
Ivar Bjørnson: vocals, guitars, bass, keyboards
Einar Selvik: vocals, taglharpa, Kravik-lyre, goat-horn, birch-bark lure, bone-flute,
percussion, electronics

Contributing musicians
Grutle Kjellson: vocals
Lindy-Fay Hella: vocals
Eilif Gundersen: birch bark lure
Olav L. Mjelva: Harding fiddle
Cato Bekkevold: drums
Florian Dammasch [Alboin]
04.03.2016 | 13:15
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