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Cover von Jag Panzer -- The Deviant Chord
Band: Jag Panzer Homepage Jag Panzer bei Facebook Metalnews nach 'Jag Panzer' durchsuchenJag Panzer
Album:The Deviant Chord
Genre:US-Metal
Label:Steamhammer
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:29.09.17
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"Große Gefühle, harter Stahl"

Mit ihrem Debüt „Ample Destruction“ schrieben JAG PANZER einst Metal-Geschichte und 33 Jahre später ist die Truppe – mit Ausnahme von Drummer Rick Hilyard – immer noch bzw. wieder in Originalbesetzung unterwegs, denn auch Gitarrist Joey Tafolla hat inzwischen den Weg zurück zur Truppe aus Colorado gefunden. Mit „The Deviant Chord“ legen JAG PANZER ihr nunmehr zehntes Album vor, das einmal mehr von ihrem Haus- und Hof-Produzenten John Herrera beaufsichtigt wurde.

U.S. Metal ist seit jeher von den großen britischen Metal-Titanen inspiriert – allen voran natürlich IRON MAIDEN. Das hört man auch auf „The Deviant Chord“ wieder mehr als deutlich: Während der mitreißende Opener „Born Of The Flame“ mit seiner Kombination aus Gitarrenbombast nebst Klavier im Mainriff und großem Refrain neben Riff-Sperrfeuer noch Züge europäischen Power Metals trägt, schielt die Truppe ab dem fast noch stärkeren „Far Beyond All Fears“ massiv ins vereinte Königreich. Insgesamt spielen JAG PANZER auf „The Deviant Chord“ damit recht gradlinigen U.S. Metal, der sich durch ein hohes Energielevel auszeichnet und in Nummern wie „Salacious Behavior“ oder „Fire Of Our Spirit“ mit der erwähnten britischen Note punkten kann. Ins Schmunzeln bringen einen gerne die grundsätzlich recht simplen aber von Fronter Harry Conklin zumeist ziemlich überkandidelt formulierten und mit reichlich Theater-Pathos vorgetragenen Texte – keineswegs schlimm, aber auf jeden Fall bemerkenswert. Ebenfalls bemerkenswert, dass die Gitarristen Joey Tafolla und Mark Briody hier ein pyrotechnisches Solo nach dem anderen abbrennen, weshalb insbesondere Gitarrenfans mit „The Deviant Chord“ auf ihre Kosten kommen – in einer Band, die elf Jahre lang den bekannten Saitenhexer Chris Broderick beschäftigte, ist mit explosiver Leadgitarrenarbeit zu rechnen und es ist schön, dass auch Gründungsmitglied Mark Briody und sein fast genauso lang beschäftigter Kollege Tafolla den Ansprüchen noch immer gerecht werden. Nun waren JAG PANZER schon auf vergangenen Alben – allen voran der letzte Output „The Scourge Of The Light“ - eine Band, die neben energetischen Riff-Kaskaden auch auf majestätische, erhabene Arrangements setzt. Das passiert auch auf dieser Platte wieder und entpuppt sich als zweischneidiges Schwert: Während der adaptierte Traditional „Foggy Dew“ gerade dank starker NWOBHM-Schlagseite ganz hervorragend funktioniert, ist in epischen, fast überfrachteten Nummern wie dem Titeltrack oder „Divine Intervention“ nicht mehr viel von der Band zu erkennen, die einst das kantige „Ample Destruction“ aufnahm. Klar, Musiker entwickeln sich und auch JAG PANZER können so etwas schon bringen – müssen sie aber nicht. Daran stört am meisten der säuselnde Gesang, den Mr. „Tyrant“ Conklin in vielen dieser Songs zumindest stellenweise hören lässt – besonders gut nachzuhören in „Long Awaited Kiss“, in dem der Kitsch seinen unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Glücklicherweise sind derlei zuckrige Songs auf „The Deviant Chord“ jedoch deutlich in der Unterzahl, weshalb das neue JAG PANZER-Album immer noch eine starke und durchaus zu empfehlende U.S. Metal-Platte ist.

Gelegentlich mögen sie es mit der Gefühlsduselei auf ihrem neuen Album etwas übertreiben, aber insgesamt liefern JAG PANZER mit „The Deviant Chord“ ein rundum gelungenes und technisch über jeden Zweifel erhabenes U.S. Metal-Album ab. Von der Ruppigkeit der Anfangstage ist hier nicht mehr allzu viel übrig und auch die Routine hört man den Mannen inzwischen an, das war aber auch auf dem Vorgänger schon so und schlussendlich ist das eben der Lauf der Dinge. Fans von melodiebeladenem U.S. Metal werden mit „The Deviant Chord“ in jedem Fall auf ihre Kosten kommen.

Trackliste:
01. Born Of The Flame
02. Far Beyond All Fear
03. The Deviant Chord
04. Blacklist
05. Foggy Dew
06. Divine Intervention
07. Long Awaited Kiss
08. Salacious Behavior
09. Fire Of Our Spirit
10. Dare
Spielzeit: 00:44:53

Line-Up:
Harry Conklin - Vocals
Mark Briody - Guitar
Joey Tafolla - Guitar
John Tetley - Bass
Rikard Stjernquist - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
26.09.2017 | 15:22
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