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Album:Yolk
Genre:Alternative, Grunge, Rock
Label:Spinefarm Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:14.10.11
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"Die Geburtsstunde eines neuen Riot-Girls"

Unter der Aufsicht des renommierten Produzenten Garth „GGGarth“ Richardson wurde „Yolk“, das Debütalbum der britischen Neo Grunge-Band JAPANESE VOYEURS, irgendwo in den unendlichen Weiten der kanadischen Wälder eingespielt. Trotzdem ist es weder ein sonderlich introvertiertes, noch ein Wald- und Wiesen-Album geworden. „Yolk“ markiert vielmehr die längst überfällige Geburtsstunde eines neuen Riot-Girls.

Tatsächlich gelingt es Sängerin Romily Alice schon nach wenigen Sekunden, die komplette Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihre vier [allesamt männlichen] Mitmusiker bereiten ihr ein an den großen Grunge-Bands der 90er geschultes Bett, auf dem sie sich nach Herzenslust austoben kann. Und das macht sie dann auch sehr gerne und gibt sich dabei mal als braves, kleines Mädchen und erinnert mitunter an Gwen Stefani, stellenweise sogar auch an Kate Bush, nur um einem im nächsten Moment mit Anlauf in die Nüsse zu treten und ihre Texte wie eine wildgewordene Furie heraus zu bellen und zu schreien. Und auch wenn der Vergleich stimmlich nicht unbedingt sehr nahe liegt, erinnert hier insgesamt vieles an Courtney Love, zumal die musikalische Ausrichtung der JAPANESE VOYEURS ja nur unweit der von Love's Band HOLE zu verorten ist und die Frontfrauen eine ähnlich kraftvolle und selbstbewusste musikalische Ausstrahlung haben. Dass einer der stärksten Songs „Get Hole“ heißt, verbuchen wir aber dennoch einfach mal unter der Rubrik „Zufall“. Insgesamt kann aber eigentlich das komplette Material auf „Yolk“ überzeugen, ein wirklicher Übersong lässt sich nur schwer benennen.

Man kann den JAPANESE VOYEURS bescheinigen, dass sie auf ihrem Debütalbum eine wirklich gute Mischung gefunden haben: Es wird nie zu schroff, aber definitiv auch niemals zu brav. Die Platte ist aber über die komplette Distanz sehr gut hörbar und weiß einfach zu gefallen - so man ein Faible für den Rock-Sound der 90er hat. Wer HOLE, L7 oder auch KITTIE mag, der sollte sich den Bandnamen definitiv merken! Für etwas Verwirrung sorgt die Band noch mit der vermeintlichen Spielzeit des Albums, da fast die Hälfte des Tonträgers leer ist. Keine Ahnung, was das soll, aber nachdem nach knapp sechs Minuten Pause der Hidden Track „Stupid Snake“ verklungen ist, darf man sich noch an weiteren knapp 28 Minuten Stille erfreuen, so man denn möchte. Möglicherweise ist das aber auch einfach der befürchtete Wald- und Wiesen-Anklang, da es im tiefsten kanadischen Wald vermutlich ähnlich still ist.

Trackliste:
01. You're So Cool
02. Dumb
03. Cry Baby
04. Smother Me
05. Get Hole
06. Feed
07. Milk Teeth
08. Double Cheese
09. X-Ray Ted
10. That Love Sound
11. Heart Is A Fist
12. Blush
Hidden Track:
Stupid Snake
Spielzeit: 01:16:34

Line-Up:
Romily Alice - Vocals, Guitar
Johnny Seymour - Bass
Rikki Waldron - Keyboards
Steve Wilson - Drums
Tom Lamb - Guitar
Timo Beisel [kaamos]
06.11.2011 | 22:39
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