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Reviews von Japanische Kampfhörspiele
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Japanische Kampfhörspiele
The Golden Anthropocene


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Cover von Japanische Kampfhörspiele -- Japanische Kampflektüre - Grindpunkprosa aus der ersten Welt
Band: Japanische Kampfhörspiele Homepage Japanische Kampfhörspiele bei Facebook Metalnews nach 'Japanische Kampfhörspiele' durchsuchenJapanische Kampfhörspiele
Album:Japanische Kampflektüre - Grindpunkprosa aus der ersten Welt
Genre:Grindcore, Neue Deutsche Härte, Punk
Label:epubli
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:23.11.12
CD kaufen:'Japanische Kampfhörspiele - Japanische Kampflektüre - Grindpunkprosa aus der ersten Welt' bei amazon.de kaufen
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"Mein erstes Grindcorebuch ohne lustige Bilder!"

Rezensionen zu Gedichtbänden sind ja schön und gut, erscheinen aber relativ selten in der Metal-Fachpresse. Wer jetzt diesbezüglich lamentieren will darf das natürlich tun, hat sie aber irgendwie auch nicht alle. Gewisse Spezialisierungen sind dann ja doch eher sinnig als schwachsinnig, das darf man bei allem Ärger über die sogenannte Dienstleistungsgesellschaft nicht vergessen.

Für „Japanische Kampflektüre“ darf man aber mal eine Ausnahme machen, handelt es sich doch um die gesammelten Texte der aufgelösten Grindpunkhelden JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE. Plus einige für das Nachfolgeprojekt CHRIST OF KATHER/ MARKUS MARIA HOFF. Plus ein Haufen unvertonter Texte. Plus zwei Kurzgeschichten. Plus ein Vorwort von Jan Jaedike, der den ehemaligen JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE-Texter und Schlagzeuger Christof Kather mit dem frühen Jello Biafra vergleicht und ihn einen „Satiriker ohne Lehrauftrag“ nennt.

Das trifft es eigentlich nicht schlecht, denn satirisch und bissig sind in der einen oder anderen Art die meisten Texte, die hier schön übersichtlich nach Themengebieten sortiert sind. Das hat den Vorteil, dass Besitzer von „Japanische Kampflektüre“ vor dem Verunstalten von Gästebüchern, Poesiealben und Bürotischen bequem die Rubrik auswählen können, in der sich der Situation und dem Anlass möglichst unangemessene Grindpunkprosaperlen vermuten lassen. Einzelne Texte zu analysieren oder zu zitieren scheint mir nicht unbedingt sinnvoll. Sie sind wie auch die gesamte musikalische Existenz von JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE, nie schlechter als zumindest „ganz gut“ - die Band hat bekanntlich immer geil abgeliefert – und machen auch ohne den dazu gewohnten Höllenlärm Spaß. Wobei sich der zumindest in meinem Kopf automatisch einstellt, selbst dann, wenn ich nur mit den Texten auf dem stillen Örtchen hocke. Ob „Japanische Kampflektüre“ also „nur Text“ ist oder mehr hängt vermutlich in hohem Maße davon ab, wie viel Zeit und Hörvermögen man JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE bisher geopfert hat. Auch Texte gelingen mal mehr, mal weniger. Manche reimen sich, viele nicht. Einige sind geradezu genial. Zum Beispiel der hier, der ist außerdem schön kurz:

Explosiv [JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE - „Luxusvernichtung“ 2009]

Al-Qaida droht mit Anschlag
Oma Hilde betreut auch Ganztag


Etwas aus dem Rahmen fallen die beiden Kurzgeschichten, die das Buch abrunden sollen. „Happy Weekend“ ist auf den ersten Blick die gelungenere von beiden, zumindest aber ist sie leichter lesbar. Und natürlich äußerst unterhaltsam, sodass es keine Rolle spielt, wie viel der Beschreibung des JAKA-Tour-Wahnsinns denn nun erfunden ist und wie viel nur grauenhaft übertrieben ist. Alkoholmissbrauch, blutige Crowdsurfer, miese Schlafgelegenheiten, tote Hühner auf der Bühne und das Ende der Welt – alles drin, was eine gute Geschichte braucht. Sogar Sex mit Grindcore-Groupies, wenngleich nur als Randnotiz. Die zweite Geschichte namens „Linksaussen“ ist allerdings ein sperriges Ungetüm, welches zum größten Teil aus einem einzigen montrösen Bandwurmsatz besteht und noch einmal alles zusammenzufassen scheint, was Christof Kather, „[...]dieser Drängler und Ungeduldshampel[...]“ an Irrsinn und Widersprüchlichkeiten in unserer Welt so auffällt. Wie die Bravo und Franck Ribéry den Tag retten, soll hier nicht verraten werden. Das können Grindpunker nach dem Erwerb dieses geschmackvoll gestalteten Werkes selbst herausfinden. Falls sie „Japanische Kampflektüre“ ob des unverschämt späten Datums dieser Rezension nicht schon längst ihrem JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE-Altar einverleibt oder es auf der Gästetoilette ausgelegt haben!

Trackliste:
Inhaltsverzeichnis:

Vorwort - S. 6
Arbeit, Geld und Karriere - S. 8
Werbung - S. 20
Konsum - S. 24
Ernährung - S. 30
Medien - S. 34
Gesellschaft - S. 40
Zeit - S. 52
Fortschritt und Entwicklung - S. 56
Krieg und Terror - S. 60
Protestkultur - S. 66
Beautytipps - S. 72
Schule, Erziehung und Bildung - S. 76
Drogen - S. 82
Psyche - S. 84
Musik - S. 92
Menschen - S. 100
Endzeit - S. 104
Kurzgeschichten - S. 108


Line-Up:
Christ of Kather
Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper]
08.05.2013 | 00:02
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