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Cover von Judas Priest -- Angel Of Retribution
Band: Judas Priest Homepage  Metalnews nach 'Judas Priest' durchsuchenJudas Priest
Album:Angel Of Retribution
Genre:Melodic Speed Metal, NwobHM, Teutonic Metal, US-Metal
Bewertung:(AirRaids): 6.5 von 7
(Azriel): 3 von 7
Releasedatum:28.02.05
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"Defenders Of The Faith"

Es gibt Momente, in denen die Geschichte den Atem anhält. Momente, in denen die Zeit zu vibrieren scheint, in des Schicksals trübsel’ge Schwingen gehüllt. Der Verräter JUDAS kehrt ins Haus zurück, um den „Hellion“ aus dem Osten zu befreien. Stand doch die Band seit langem in dessen Zeichen? JUDAS PRIEST waren noch nie wirklich eigenständig. Zu oft hatte sich das Duo Tipton/Downing von angesagten Trends inspirieren lassen. Versuchte man 1981 noch, den „Point Of Entry“ in die amerikanischen Charts zu finden, blies man dann 1986 schließlich den „Turbo“-Blues, der 1988 zur völligen „Niederschlagung“ führte. Die beiden letzten Prunkstücke „Jugulator“ und „Demolition“ letzten Endes spotteten jedem Geschmack...zu groß war die Anpassung an den trendigen US-Markt geworden. Das lag zwar nicht am vielgehassten Ripper Owens, dennoch, würde die Rückkehr des „Painkiller“ die „Salvation from the outer skies“ bringen? Fest steht, Rob Halford hat nicht zu lange in „Caviar And Meths“ geschwelgt!

„Judas Is Rising“! Mit einem typischen Gitarrenintro beginnt der Opener, der sich alsbald in eine der typisch stampfenden Uptempohymnen der Kategorie „Grinder“, Exciter“, „Freewheel Burning“ oder „Painkiller“ entpuppt! Zwar hat man generell auf dieser Scheibe das Tempo etwas herausgenommen, doch folgt das Stück unverkennbar der Priest’schen Tradition eines klassischen Openers. Vor allem die Melodie im Chorus bringt uns die typischen Halfordscreams zurück! „Deal With The Devil“ ist ein etwas schwächerer Song, ruhig, rockig, im Midtempo gehalten. Dennoch hervorragend in seiner Gitarrenarbeit mit einem fundamentalen Duell zwischen Tipton und Downing. „Revolution“ ist der vielleicht untypischste Song des Albums. Im Vorfeld als Single ausgekoppelt, handelt es sich hierbei um einen beinahe kommerziell anmutenden, LED ZEPPELIN-lastigen Rocksong, der bald in jeder Metaldisse rotieren dürfte. Dennoch, im Verlauf des Albums gewinnt der Song an Format, erinnert er doch fast an die bluesige Machart eines „Last Rose Of Summer“. „Worth Fighting For“ ist eine ruhige Halbballade, die auch auf den letzten HALFORD-Solo-Alben hätte stehen können.

„Demonizer“ ist ein stampfender Midtempogroover der Richtung „Sinner“ mit leicht alternativem Einschlag. Mit „Wheels Of Fire“ hat man sich etwas zu stark an die „Ram It Down“-Phase herangewagt. „Hellrider“ hingegen ist der Hammer! Ein Wahnsinnsteil, beginnend mit einem „Victim Of Changes“-Gitarrenintro. Mit leicht „Nightcrawler“-lastigen Harmonien stampft der Song gnadenlos vor sich hin, und gipfelt beim Chorus in einen typischen, hookline-versetzten Halford-Eskalationsgesang! Ein grandios erwachsener Metalsong, in dieser Form noch nie dagewesen. Glen Tiptons und K.K. Downings überirdische Soli tun ihr übriges.... „Eulogy“ leitet dann langsam und düster zum Kernstück des Albums über: „Loch Ness“. Ein fast 14-minütiges(!) Epos; ruhig, melancholisch, verträumt. Das leicht „Kashmir“-artige Riffing kriecht einem förmlich in die Gehirnwindungen, zähflüssig wie Lava. Ein RAINBOW-Feeling durchströmt diesen Song, surreal und fantastisch. Einzig störend wirkt sich der zum Ende hin ständig wiederholte „Loch Ness“-Chorus aus, der eine wirkliche Klimax des Stückes verhindert. Eigentlich hätte hinter den ausgedehnten Solopart ein leicht verschärftes Tempo mit agressiverem Gesang gehört, eine Art Stil-Überleitung. Das mindert den Genuss ein wenig.

Insgesamt ist „Angel Of Retribution“ weit mehr, als ich heute noch von JUDAS PRIEST erwartet hätte. Das Album mag nicht ankommen gegen so einige Meisterwerke der Vergangenheit, aber es macht die Ausrutscher der letzten Dekade mehr als wett! Kein moderner Powermetal, kein Trümmerteil á la „Painkiller“ (und selbst das war nur Anbiederung), sondern ein genregemäß fortschrittliches, gereiftes Metal-Album einer Band, die damit in Würde alt werden kann! Natürlich hat man dabei etwas aufs sichere Pferd gesetzt. Trotz alledem ist "Angel Of Retribution" exakt der legitime Nachfolger von "Defenders Of The Faith"! 6,5 Punkte vergebe ich für den gelungenen Drahtseilakt zwischen den bewährten 80er Jahre-Standards und dem relaxten Rock-Feeling, welches der Scheibe Leben einhaucht. Ein gelungenes Comeback, an dem selbst zwei(!) geringfügig schwächere Songs nichts ändern. „In the depths, where hell hath no mercy, the screams of vengeance echo on forever. Fear the wrath of the Metallian!“

The Priest is back? Zumindest wenn es nach dem Wunschdenken der breiten Masse geht. Alle Welt schrie nach dem Metalgott und die Priester nahmen ihren verlorenen Sohn wieder auf. Warum? Weil es die breite Masse und der damit verbundene Lockruf des Goldes so wollte. Dies ist so ziemlich der einzige Punkt, in dem ich mit AirRaids Review übereinstimme. Priest hatten es in ihrer Karriere fast immer geschafft kommerziell erfolgreich zu sein, weil sie immer eine Nase an den aktuellsten Trends hatten. Manchmal ging es gut, meistens aber voll in die Hose. „Turbo“ war kommerziell ein Riesenerfolg, der musikalische Edelstahl hatte aber mächtig Rost angesetzt. „Jugulator“ und „Demolition“ dagegen scheiterten nicht an dem angeblich „vielgehassten“ Ripper (Mensch Michel, da hast du dich aber mächtig aus dem Fenster gelehnt) oder an der Qualität der Songs, sondern einfach an der extrem hohen Erwartungshaltung der geistig in den 80ern festhängenden Fans und diese machen auch im neuen Jahrtausend nach wie vor ihre Hauptklientel aus. Ja, ich mag die letzten beiden Alben und ich halte auch den Ripper für den besseren Sänger, aber ich vergöttere genauso den britischen Stahl, die Tötungsmaschine und die Verteidiger des Glaubens. Also ging ich mit einer gehörigen Portion Pessimismus, aber trotzdem offenen Ohres an die Engel-CD heran.

Zugegeben, „Judas Rising“ ist auch gleich ein feiner Opener im klassischen Sinne, irgendwo zwischen dem „Painkiller“ und dem „Sentinel“ angesiedelt, ohne aber die Klasse dieser beiden Songs zu kratzen. Bekanntes Futter, nichts neues, aber recht gut. Die Ernüchterung kommt dann aber schlagartig mit den nächsten zwei Songs. „Deal With The Devil“ klingt wie aus der Songwriting-Session von „Killing Machine“ übrig geblieben. Einmal gehört und wieder vergessen. „Revolution“ ist ein Totalausfall. Kaum zu glauben, dass hier wirklich Judas Priest am Werke waren. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man ihn auch T-Rex zuschreiben. „Worth For Fighting For“ kann man stilistisch der „Point Of Entry”-Phase zuordnen. Nett, aber auch irgendwie langweilig. Allerdings mit eine der besten Gesangsleistungen vom guten Rob, die ich seit Jahren von ihm gehört habe. Die Gesangslinie meine ich aber auch vom Ripper schon gehört zu haben, kann sie jetzt allerdings keinem Song zu ordnen. Egal. „Demonizer“ ist dafür wirklich nur geil. Auch klassisch (mit all seinen positiven wie negativen Begleiterscheinungen), aber dafür knallt er. So muss es sein.
Leider kann das Songwriting-Trio Tipton/Downing/Halford dieses Niveau wieder nicht halten. Die „Feuerräder“ klingen einfach nur tröge und langweilig. Reiner 08/15-Metal und klingt, wie mein Vorredner so treffend formulierte, wie ein Überbleibsel von „Ram It Down“.
Den Schmachtfetzen „Angel“ hat er gleich übersprungen und damit wohl unbewusst Recht gehabt. Eine typische 70er-Ballade die man auch gleich wieder vergessen kann. Der nachfolgende „Hellrider“ kann bei mir kein Höllenfeuer entzünden und rauscht auch mit flottem Tempo an mir vorbei. Der ins Mikro stotternde Halford am Anfang des Songs geht mir sogar ziemlich auf die Nüsse.
Den Abschluss dieses „Comebacks“ bildet das sehr schöne Intro „Eulogy“, woran sich nahtlos das dreizehneinhalb-minütige Epos „Lochness“ anschließt. Dass Tipton/Downing wundervolle Epen schreiben können, hatten sie schon mit „Cathedral Spires“ von „Jugulator“ bewiesen und auch hier offenbart sich wieder dieses Talent. Ein versöhnlicher Abschluss einer durchwachsenen CD. Wuchtige Gitarren, von Priest noch nie gehörte Melodien und eine Schwere im Sound, die Erinnerungen an alte Black Sabbath weckt.

Fazit: Man muss dieses Album ganz klar als das sehen, was es ist. Eine Befriedigung der Sehnsüchte des gemeinen Metallers, eine Hinwendung zum Traditionellen, eine Reise durch die Historie von einer der wichtigsten Metal-Bands, die dieser Planet hervorgebracht hat. Leider aber ohne die Qualität der großen Klassiker zu erreichen. Auf der einen Seite kann ich die Euphorie der Fans verstehen, die diese CD hervorruft, andererseits wurden diverse Alben schon oft nach fünfmaligem Anhören vorschnell zum Klassiker stilisiert, nur um sie ein Jahr später wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Warum mein werter Kollege 6.5 Punkte bei zwei schwächeren von insgesamt neun kompletten Songs (nach eigener Aussage!) gibt, ist mir ein Rätsel. Für mich birgt diese Scheibe zwei herausragende und zwei gute Lieder. Der Rest ist langweilig bis unterdurchschnittlich. Daher sind nicht mehr als 3.5 Punkte vertretbar.

Azriel


Trackliste:
01. Judas Rising
02. Deal With The Devil
03. Revolution
04. Worth Fighting For
05. Demonizer
06. Wheels Of Fire
07. Angel
08. Hellrider
09. Eulogy
10. Lochness


Michael Quien [AirRaids]
05.03.2005 | 17:56
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