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Cover von Kaipa -- In The Wake Of Evolution
Band: Kaipa Homepage Kaipa bei Facebook Metalnews nach 'Kaipa' durchsuchenKaipa
Album:In The Wake Of Evolution
Genre:Prog Rock
Label:InsideOut
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:12.03.10
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"Schwedisches Flaggschiff mit Champions League-Ambitionen"

KAIPA sind eine jener Bands, die in ihrer wahrlich langen Karriere nie über den Status eines Insider-Tipps hinaus kamen und denen das vermutlich auch zukünftig verwehrt bleiben wird. Sicherlich war die Pause von 20 Jahren zwischen den Jahren 1982 und 2002 dem breiten Erfolg auch nicht zuträglich, dennoch hätten sie definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

Diese wurde ihnen zumindest etwas mehr zuteil, als der in der Zwischenzeit mit seiner Hauptband THE FLOWER KINGS durchgestartete Roine Stolt zu Beginn des Jahrtausends mit Bandkopf Hans Lundin beschloss, ihre alte Kapelle wieder aufleben zu lassen. So wurde das Comebackwerk „Notes From The Past“ das erste seiner Art, welches auch außerhalb ihrer schwedischen Heimat etwas Beachtung fand. Trotzdem schaffte es die Band weder mit jener Scheibe, noch mit den drei folgenden, in die Champions League des Progressive Rock aufzusteigen, obwohl sie das Zeug dazu hätten. Nun starten sie mit ihrem insgesamt zehnten Studiowerk „In The Wake Of Evolution“ einen weiteren Anlauf. Los geht es mit dem fabelhaften Titelsong, mit dem sie sich zwar recht augenscheinlich bei YES bedienen [die Zeile „We are closer to the edge than yesterday“ tut natürlich ihr übriges dazu, deren Einfluss noch einmal zu unterstreichen], trotzdem gelingt ihnen auf Anhieb das Highlight des Albums. Die Nummer durchläuft verschiedene Stadien, beginnt mit hübsch-fröhlichen Keyboardmelodien, bevor Sängerin Aleena Gibson einsetzt [die – mit Verlaub – hier und da klingt, als gehöre sie zu den Chipmunks] und mit Ausnahme dezenter Streicher erstmal alle anderen Instrumente verstummen. Nach und nach steigen sie wieder ein und der Song erklimmt mit immer neuen Wendungen und immer schöneren Melodien traumhafte Sphären. Wie so oft, wird der Umstand, dass man so einen Hammer-Opener ins Rennen schickt, hier auch KAIPA ein bisschen zum Verhängnis, da die nächsten Nummern – die beileibe nicht schlecht sind – etwas im Schatten des zum Auftakt Gehörten stehen. Total verzichtbar ist allerdings lediglich das zweiminütige Folk-Instrumental „Folkia's First Decision“, strengt es sich doch gar nicht an, mehr als nur ein kleines Zwischenspiel zu sein. Dafür gibt es mit dem abschließenden Trio, bestehend aus „Arcs Of Sound“, dem wunderbar fluffigen „Smoke From A Secret Source“ und dem abwechslungsreichen Rausschmeißer „The Seven Oceans Of Our Mind“ noch mal absolutes Delikatess-Ohrenfutter.

Hans Lundin ist mit der aktuellen KAIPA-Besetzung [die mit Ausnahme des erst seit drei Jahren dazu gehörenden Gitarristen Per Nilsson auch schon zehn Jahre Bestand hat] nach eigener Aussage sehr zufrieden und man muss sagen, das hört man „In The Wake Of Evolution“ in seiner Gesamtheit auch an. Zwar ist nicht alles hier pures Gold, aber man hört die Spielfreude der Musiker förmlich aus jeder Note heraus und so springt der Funke recht schnell auf den Hörer über. Innerhalb der schwedischen Landesgrenzen sind KAIPA schon lange das Progressive Rock-Flagschiff, aber allem Anschein nach haben sie auch die Champions League noch nicht aus den Augen verloren. „In The Wake Of Evolution“ ist hoffnungslos retro, angesiedelt zwischen YES, den frühen GENESIS und AYREON und ja: einfach toll!

Trackliste:
01. In The Wake Of Evolution
02. In The Heart Of Her Own Magic Field
03. Electric Power Water Notes
04. Folkia's First Decision
05. The Words Are Like Leaves
06. Arcs Of Sound
07. Smoke From A Secret Source
08. The Seven Oceans Of Our Mind
Spielzeit: 01:10:05

Line-Up:
Hans Lundin - Keybaords, Vocals
Per Nilsson - Guitars
Morgan Agren - Drums
Jonas Reingold - Bass
Patrik Lundström - Vocals
Aleena Gibson - Vocals

Timo Beisel [kaamos]
19.03.2010 | 23:00
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