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Cover von Kambrium -- The Elders' Realm
Band: Kambrium Homepage Kambrium bei Facebook Metalnews nach 'Kambrium' durchsuchenKambrium
Album:The Elders' Realm
Genre:Melodic Death Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Noise Art Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:28.07.16
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"Das Grauen aus der Tiefe"

Die Helmstedter KAMBRIUM schicken sich an, mit ihrem dritten Album „The Elders' Realm“ die Herzen der Metalfans im Sturm zu erobern. Symphonic-Epic-Metal könnte man den Stil grob eingrenzen, ganz so einfach ist es aber dann auch nicht. Schon deshalb nicht, weil die Niedersachsen ihren Sound mit einer fetten Prise Melodic-Death anreichern. Dazu hat sich der Fünfer eine nette Story als Konzept ausgedacht, eine bösartige Seehexe darf als Titelperson herhalten und das Cover zieren. Doch diese Thematik lassen wir mal außen vor und beschäftigen uns mit dem, was „The Elders' Realm“, auszeichnet, der Musik nämlich.

Bereits der Opener „Abyssal Streams “ zeigt eindrucksvoll, was diese Band drauf hat. Ein wahrhaft epischer Einstieg, der dezent bei ORDEN OGAN abgeschaut wurde. Wie des öfteren, wenn KAMBRIUM dezent die Power-Metal Keule schwingen, klingen die Sauerländer eben so durch wie ansatzweise auch die großen BLIND GUARDIAN. Doch vordergründig widmet man sich den massiveren Klängen aus der Melo-Death-Metal Ecke. Hier und dort packt man eine Schippe Pagan Metal drauf und geht dieses Metier in bester EQUILIBRIUM-Manier an. Nun könnte man dieses Genre-Mix zwar platt und lieblos zusammen schreiben, aber genau das haben KAMBRIUM eben nicht getan. Fein ausbalancierte Songs, die wundervolle Geschichten erzählen und selten überfrachtet daher kommen. Dazu facettenreicher Gesang, der zwischen klaren und gutturalen Passagen variiert, eingebettet in immer wieder fast versteckte Songfragmente, die man erst nach mehreren Durchläufen registriert. Sorgfältig eingeflochten, wenn auch manchmal für meinen Geschmack etwas über-präsent, wird zur Steigerung des Bombast-Effektes auch mal die gute, alte Klassik bemüht. Kein Album also, welches man mal eben so nebenbei konsumiert. Einzelne Songs heraus zu filtern, fällt immens schwer, denn die Kompaktheit ist die eigentliche Stärke dieser Scheibe. Oder doch, das treibende „Colossos Of The Seas“ offenbart Hitqualität, ebenso das [mit dreizehn Minuten vielleicht etwas zu lang geratene] „Furious Decay Of A Dying World“, wo dann und wann mal die guten alten Gäule, sprich CRADLE OF FILTH-artiges Black Metal-Gebolze, durchgehen. Zudem bekommen wir das mit über einer Stunde Spielzeit gesegnete Album mit einer hervorragenden Produktion serviert, für das Mastering zeichnet sich übrigens Charles Greywolf [POWERWOLF] verantwortlich.

Sollte an dieser alten Geschichte, Nummer Drei sei das Hop-oder-Top-Album, etwas dran sein, dann stehen KAMBRIUM verdientermaßen rosige Zeiten bevor. Klar, alle Komponenten dieser Musik haben wir irgendwo schon mal gehört, aber [ich wiederhole mich da gern] die Zusammensetzung und die nahezu optimale Dosierung der Fragmente macht den [in diesem Fall] positiven Unterschied. KAMBRIUM haben mit „The Elders' Realm“ eine famose Überraschung hingelegt und zählen für mich definitiv zu den absoluten Gewinnern in der Gunst um die besten Veröffentlichungen der letzten Zeit, was die düstere Zunft angeht.


Trackliste:
01. Abyssal Streams
02. Through Shades And Despair
03. Conjure The Lost
04. The Elders' Realm
05. Shattered Illusions
06. Colossus Of The Seas
07. Reckoning Of The Great
08. Season Of The Sea Witch
09. Layer Of Spores
10. Furious Decay Of A Dying World
Spielzeit: 01:02:25

Line-Up:
Jan Hein - Keyboards & Orchestrations
Maximilian Werner - Guitar & Backing vocals
Karsten Simon - Guitar & Clean vocals
Martin Simon - Bass & Guttural vocals
Fabien Chmiel - Drums
Frank Wilkens [Fränky]
01.08.2016 | 15:05
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