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Album:Heaven's Venom
Genre:Death Metal, Melodic Death Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:13.08.10
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"Ein Raubzug durch Skandinavien"

Über zwei Jahre ist es her, dass wir das letzte Mal „Northern Hyperblast“ auf den Latz bekommen haben. In den Jahren davor konnten KATAKLYSM ihre Vormachtstellung im „Einsteiger-Death-Metal“ mit jedem Album weiter ausbauen. Aber auf „Prevail“ war die Stagnation spürbar. Zwar klang alles jederzeit unverkennbar nach KATAKLYSM, aber alles schien auch irgendwie schon mal da gewesen zu sein. Kaum Hits und von frischen Ideen keine Spur. Folgerichtig legten Maurizio und seine Mannen eine Pause ein, um mit dem Projekt EX DEO ein Album zu veröffentlichen und um den Globus zu touren. Und das Herumexperimentieren hat sich gelohnt. „Heaven’s Venom“ ist zwar ein typisches KATAKLYSM Album, aber hier findet man endlich wieder dringend notwendige Weiterentwicklung. „Northern Hyperblast“ wird scheinbar uminterpretiert. KATAKLYSM machen es genau umgekehrt wie die Wikinger vor 1000 Jahren. Sie verlassen Kanada und finden sich in skandinavischen Gefilden wieder. Dabei vernachlässigen sie aber nicht ihre typischen Trademarks.

Wie jedes neue KATAKLYSM-Album beginnt auch „Heaven’s Venom“ mit einem Film-Zitat. Dieses Mal entschied man sich dafür, die einleitenden Worte bei Rocky Balboa persönlich zu borgen, um danach gleich in „A Soulless God“ einzusteigen. Ein Song, wie man ihn von den Kanadiern kennt – und schon fast zu oft gehört hat. Ist dies ein zweites „Prevail“? „Determined [Vows Of Vengeance]“ zerstreut erste Zweifel. Hier wird einiges besser gemacht, aber der ganz große Aha-Effekt bleibt aus. Auch Track Nummer drei bleibt in dieser Hinsicht bescheiden. „Push The Venom“ hat zwar einen einprägsamen Refrain und könnte direkt von der „In The Arms Of Devastation“ stammen, „Let Them Burn“ wird dadurch aber sicher nicht abgelöst. Bisher kommen nur die Die-Hard-Fans voll auf ihre Kosten.
Doch ab dem fünften Track nimmt das Album Fahrt auf. „Hail The Renegade“ kombiniert KATAKLYSM-typische Blastorgien mit Elchtod-Elementen der Marke EVOCATION und es tut verdammt gut, endlich etwas frischen Wind zu spüren. „As The Walls Collapse“ führt den Skandinavien-Feldzug fort. Es geht aber nicht darum, alles zu klauen, was einem in die Hände fällt. Nein, nur was wertvoll erscheint, wird mitgenommen. Der Rest wird gnadenlos in Brand gesteckt.
„Numb And Intoxicated“ stellt so etwas wie einen Fronturlaub dar. Vielleicht in Florida. Denn hier geht es vorübergehend wieder sehr viel US-amerikanischer zur Sache. In erster Linie ein typischer, aber verglichen mit „Prevail“ überdurchschnittlicher KATAKLYSM Song. Doch zurück nach Nordeuropa, wo inzwischen die Hauptstadt Göteborg in Flammen steht. Dazu aus kanadischer Sicht der passende Titel „At The Edge Of The World“. Krönung des Feldzugs ist das epische „Suicide River“, das wohl zu Ehren der siegreichen Schlacht gegen die Wikinger-Könige von AMON AMARTH auf deren Instrumenten geschrieben wurde. Zur Heimreise stimmt man die obligatorische Extrem-Ballade „Blind Saviour“ an, die zwar keinen Totalausfall darstellt, aber nicht an „The Road To Devastation“ oder „Where The Enemy Sleeps“ heranreicht.

Während die erste Hälfte des Albums leider eine Fortsetzung vom mittelmäßigen „Prevail“ darstellt, bekommt man auf der zweiten Hälfte wieder richtig gute Songs geliefert. Das liegt nicht nur am gelungenen Songwriting, sondern auch am spürbar skandinavischen Einfluss. Innovation im eigentlichen Sinne ist das sicherlich nicht, tut aber dem Album, wenn nicht der ganzen Band absolut gut. Für jeden hartgesottenen KATAKLYSM-Fan ist die Scheibe sowieso ein Pflichtkauf und wer vom letzten Album enttäuscht war sollte auf jeden Fall reinhören. Mein Anspieltipp ist „Hail The Renegade“. „Suicide River“ lohnt sich wegen dem AMON AMARTH-Einschlag, und wer einen typischen KATAKLYSM-Song möchte, sollte „Numb And Intoxicated“ antesten.



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soulsatzero / 4,5 Punkte

KATAKLYSM legen mit „Heaven’s Venom“ eine insgesamt solide Scheibe vor, die stark anfängt [„Determined [Vows Of Vengeance]“], dann in Sachen Qualität deutlich abfällt und mit bestenfalls durchschnittlichem, gelegentlich sogar belanglosem Material à la „As The World Collapses“ und „Numb And Intoxicated“ aufwartet, ehe die Kanadier am Schluss noch mit zwei richtig guten bzw. ungewöhnlichen Songs [„Suicide River“, „Blind Saviour“] die Kurve kriegen. Kurzum: Ein brauchbares Album mit deutlichen Höhen und Tiefen und somit ganz sicher kein ‚Meisterwerk’, wie so vollmundig angekündigt, da wirkliche Hits auf „Heaven’s Venom“ schlichtweg fehlen. Dafür gibt es aber eines der grottigsten Artworks seit langem…

Trackliste:
01. A Soulless God
02. Determined [Vows Of Vengeance]
03. Faith Made Of Shrapnel
04. Push The Venom
05. Hail The Renegade
06. As The Walls Collapse
07. Numb & Intoxicated
08. At The Edge Of The World
09. Suicide River
10. Blind Savior
Spielzeit: 00:46:38

Line-Up:
Maurizio Iacono - Vocals
Jean-François Dagenais - Gitarre
Stéphane Barbe - Bass
Max Duhamel - Drums
Samuel Stelzer [Sammy]
06.08.2010 | 12:23
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