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Cover von Katatonia -- The Fall Of Hearts
Band:  Metalnews nach 'Katatonia' durchsuchenKatatonia
Album:The Fall Of Hearts
Genre:Dark Metal, Prog Rock, Prog-Metal
Label:Peaceville Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:20.05.16
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"Ganz große Kunst"

Achtung, Aufgepasst! Die Vorabsingle "Old Heart Falls" ist in keinem Sinne stellvertretend für das neue KATATONIA-Album "The Fall Of Hearts". Wo jene eingängig, schön und filigran ist, ist "The Fall Of Hearts" ein kompliziertes, unbequemes Biest. Ihr fragt: Wie bei "My Twin" und "The Great Cold Distance"? Ja so ähnlich, aber der Reihe nach.

Wer dachte "Dead End Kings" oder "The Great Cold Distance" seien progressiv, der sollte das neue Album hören, denn KATATONIA hieven sich hier wieder einmal auf ein ganz neues Level. "The Fall Of Hearts" ist das am schwersten zu greifende Album in der Bandgeschichte der Schweden [zumindest der neueren ab "Discouraged Ones"]. Es benötigt viele Durchläufe und bleibt auch dann noch sperrig. Dieses Sperrig-Sein ist Teil der Atmosphäre und Identität des Albums. Es will indirekt und introvertiert sein, die Dinge nur andeuten und Komplexität ausstrahlen. Dabei ist es abwechslungsreicher, filigraner und um einiges tiefer geraten als zum Beispiel "Dead End Kings".
Die Platte beginnt mit "Takeover" und dieser Song zeigt schon viele Facetten der neuen KATATONIA-Philosophie: Er beginnt wie ein schöner Sommerabend am Meer, strahlt eine unglaubliche Erhabenheit und Losgelöstheit aus und dominiert die Stimmung dann durch teils harte, rhythmische und tooleske Gitarrenläufe. Das erinnert immer mal wieder an die verschnörkelten, sonderbaren und progressiven Versatzstücke aus "The Great Cold Distance" [wie etwa in der Hymne "Leaders"]. Abgerundet wird „Takeover“ mit einem kleinen, feinen Gitarrensolo am Ende, was wirklich überraschend daherkommt.
"The Fall Of Hearts" ist ein unglaublich reifes, schweres und erwachsenes Album. Ich habe die Band noch nie so sicher, verspielt und traumwandlerisch und gleichzeitig so einzigartig und unprätentiös gesehen. Der Pathos und die Direktheit von "Viva Emptiness" sind verschwunden, genauso wie die warmen Bässe aus dem letzten Album und die abweisende Eiseskälte von "The Great Cold Distance". Oft schimmert Hoffnung durch die neuen Lieder, oder so etwas wie Abgeklärtheit, Versöhnlichkeit oder Akzeptanz. Eine teils schwer zu benennende Wärme durchzieht den einen, oder anderen Song. Dies hat nichts mit Pop oder Schwächlichkeit zu tun, denn die Gitarren braten sogar eher noch mehr als zuletzt, teils sogar in todesmetallischer OPETH-Manier.
Gerade rhythmisch haben KATATONIA noch einmal enorm zugelegt. Die Rhythmusgitarren und die Drums sind dabei so wichtig geworden, dass die Stimme von Jonas Renske sogar teilweise in den Hintergrund geschoben wird. Gleichzeitig ist seine Stimme noch filigraner, umschmeichelnder, unberechenbarer und abwechslungsreicher ausgefallen. Man wird immer wieder überrascht von einer besonderen Gesangslinie und fragt sich, wo er das nun wieder hergezaubert hat. Zudem muss der Lead-Gitarrist Roger Öjersson [Tiamat] erwähnt werden, der mit seinen vielen schönen Soli definitiv eine Bereicherung für KATATONIA ist.
Das Anfangs angesprochene, phantastische "Old Heart Falls" ist ein offensichtlicher Hit und erinnert etwas an den Übersong "Idle Blood". Hier wird die süße Melancholie, die KATATONIA so auszeichnen, in Reinform zelebriert. Ja, das ist der einzige Song von diesem Kaliber, weitere Hits à la "My Twin" oder "Evidence" gibt es nicht.
Stellvertretend für den neuen Prog soll "Serac" genannt werden. Das Ding dauert über sieben Minuten und ist ein wahres Dynamikmonster. Riffs der Marke SOEN oder TOOL werden hier versponnen mit Keyboardchören und klassischen Soli und erzeugen zusammen mal verträumte und versponnene, mal energiegeladene Stimmungen. "Sanction" ist extrem bedrohlich und episch und ja, auch die baladesken und verhaltenen Momente haben ihren Platz gefunden. Dazu gehören vor allem"Pale Flag" mit seinen reduzierten Arpeggio-Gitarren, sowie das folkige "Decima". Renske singt dort: "It Breaks My Heart To See You Cry" und man möchte am liebsten selbst dieser Aufforderung nachkommen, so intensiv ist der Song.
Besonders gut gefällt mir die Produktion der Platte. Sie ist erdig, warm und bedacht und nimmt einem trotzdem die Luft zum atmen. Sie ist zudem mit einer großen Tiefe ausgestattet und bringt die vielen wunderbaren musikalischen Details langsam ans Tageslicht und lässt sie blühen wie Blumen [insbesondere die tiefen Bässe, das schöne Klavierspiel und die neu hinzugekommenen Percussions].

"The Fall Of Hearts" ist noch mehr zu Musik für den Kopf geworden als "Dead End Kings". Die Progressivität verkommt aber niemals zum Selbstzweck, es geht immer um Emotionen und Stimmungen. Diese werden vielfältiger dargeboten als je zuvor. Die Herzschmerz-Momente, die Momente voller Tränen und die voller Demut sind genauso vorhanden wie früher, sie müssen nur ausgegraben und hart erarbeitet werden. Die einzelnen Lieder sind sehr vielschichtig, was zu vielen ambivalenten, emotionalen Zuständen führt. Dies ist vielleicht der Grund dafür, dass es schwer fällt einen leichten Zugang zu "The Fall Of Hearts" zu finden. KATATONIA 2016 sind spannender und interessanter als je zuvor und haben ein würdevolles [Liebhaber-]Album abgeliefert, auf dem es sehr viel zu entdecken gibt, bei dem viele Hook-Süchtige aber auf der Strecke bleiben dürften.

Trackliste:
01. Takeover
02. Serein
03. Old Heart Falls
04. Decima
05. Sanction
06. Residual
07. Serac
08. Last Song Before The Fade
09. Shifts
10. The Night Subscriber
11. Pale Flag
12. Passer
Spielzeit: 01:07:34

Line-Up:
Jonas Renske - Lead Vocals, Guitars, Keyboards
Anders Nyström - Guitars, Backing Vocals, Keyboards
Niklas Sandin - Bass
Daniel Moilanen - Drums
Phillip Hildebrandt [Armand]
26.05.2016 | 12:04
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