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Band: Khonsu Homepage Khonsu bei Facebook Metalnews nach 'Khonsu' durchsuchenKhonsu
Album:The Xun Protectorate
Genre:Avantgarde/Electronica, Black Metal, Industrial Black Metal
Label:Eigenproduktion
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:18.11.16
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"Extremmetal aus dem Jahr 2516 (oder so)"

Neulich habe ich gelesen, dass irgendwann demnächst die Dreharbeiten für einen zweiten Blade Runner-Teil geplant sind. Was immer das geben soll - wer nicht solange warten will, um futuristische, düster-maschinelle Atmosphäre zu tanken, sollte sich KHONSUs Zweitling dringend geben! Das Album kreist thematisch um Geschehnisse auf einer Raumstation in der fernen Zukunft, die wiederum selbst um die Sonne kreist. Durchaus keine Standardkost für eine extreme Metalband, aber - soviel kann ich schon vorwegnehmen - von den beiden Bergenern mit viel Sinn für Epik und Atmosphäre umgesetzt.

KHONSU bedienen sich für dieses Vorhaben aus einem prall gefüllten Beutel verschiedener Zutaten: In eine deutlich vom modernen Black Metal geprägte Soundkulisse arbeitet Bandkopf S. Gronbech (übrigens der Bruder des KEEP OF KALESSIN-Masterminds Obsidian C.) auch gelegentlich ein Death-Metal-Riff, ein paar Industrial-Attacken oder Elemente aus elektronischer Musik ein, nutzt Synthesizer, Beats und Effekte, lässt seinen Sänger T'on grunzen, schreien und flüstern und garniert alles mit einer unweltlichen cleanen Stimme, mit der Rune Folgerø von MANES gastiert hat. "The Xun Protectorate" schleift den Hörer eine knappe Stunde lang durch den kalten, majestätischen Weltraum, jagt ihm mit infernalischer Brutalität High-Speed-Geballer und halsbrecherische Riffs auf den Pelz oder lässt ihn in synthetischen Sphären nahe dem absoluten Nullpunkt zu Eis erstarren, um ihm im nächsten Moment mit einer erhebenden Gesangslinie das Herz wieder aufzutauen. Die zehn Tracks sind eine wilde Achterbahnfahrt, auf die man sich einlassen muss, um sie schätzen zu können, die den aufmerksamen Hörer aber in jedem Fall mit einem unglaublich detaillierten, geradezu manisch perfekt ausgearbeiteten Werk belohnt, die die Grenzen extremer Musik mit einer fast arroganten Leichtigkeit sprengt.

Wer wie ich skeptisch ist, wenn es keine klaren Querverweise zu anderen Bands gibt: Das Intro ist ganz deutlich mehr als von ULVERs "Perdition City" inspiriert. Das Einstiegsriff von "A Jhator Ascension" haben KHONSU stumpf 1:1 aus ARCTURUS' "Radical Cut" geklaut. Das Riffing weist durchaus stilistische Parallelen zu den alten KEEP OF KALESSIN auf (was nicht verwundert), die elektronischen Elemente erinnern in ihrer ganzen Atmosphäre an MANES' großes Meisterwerk "Vilosophe" oder das nachfolgende "How The World Came To An End". Latente Anklänge an MYRKSKOG oder späte EMPEROR, gerade in den todesmetallisch-progressiveren Passagen, mag man auch noch attestieren. Trotzdem ist "The Xun Protectorate" kein aus fremden Lorbeeren zusammengebackenes Plagiat, sondern ein visionäres, bis in den hintersten Winkel und bis hin zum megageilen Cover und den echt finsteren Bandfotos überlegtes Album jenseits üblicher Schubladen. Einziges Manko: Nicht jeder Song ist ein definitives Meisterwerk, aber trägt trotzdem zu einem absolut homogenen Gesamtbild bei. Anspieltipps: "Liberator", "The Tragedy Of The Awakened One".

Trackliste:
01. Desolation City (Prologue)
02. A Jhator Ascension
03. The Observatory
04. Liberator
05. Death of the Timekeeper
06. The Tragedy of the Awakened One
07. Visions of Nehaya
08. A Dream of Earth
09. Toward the Devouring Light
10. The Unremembered (Epilogue)
Spielzeit: 00:53:03

Line-Up:
S. Gronbech - Instrumente
T'on - Vocals
Florian Dammasch [Alboin]
11.11.2016 | 17:29
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