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Album:Dantalion
Genre:Metalcore, Modern Metal, Nu Metal
Label:Noizgate Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:27.09.13
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"Moderner Metal auf hohem Niveau"

KORODED aus dem kleinen Ort Jülich bei Düren gibt es also wieder. Eigentlich eine Band, die schon lange da war, gegründet 1997, aufgelöst 2007, seit 2011 wieder aktiv. Jedoch kamen seit der Reunion nur „To Have And To Unhold“ von 2006 als Re-Release und die Compilation "15 Years: New And Rare" mit lediglich 2 neuen Songs und ansonsten B-Seiten und raren Tracks der Vergangenheit. Hier ist es nun also, das neue erste full-length Album seit 7 Jahren. Und es anzuhören, lohnt sich.

Überraschend gut geworden ist „Dantalion“, überraschend, weil ich mit KORODED einfach nicht mehr groß gerechnet hätte. Schließlich hatten sie ihre Zeit in den frühen 2000ern, wo der Sound auch irgendwie „hip“ war und unter die Kategorie „Nu Metal“ fiel. Dieses Genre wartete damals mit einer regelrechten Schwemme auf, so dass man als Fan kaum alles hören konnte. Vor allem aus dem amerikanischen Sektor gab es diese Bands wie Sand am Meer. Doch Quantität ist ja nicht gleichbedeutend mit Qualität, weshalb es gut ist, dass sich die Reihen nun gelichtet haben. KORODED brauchen heutzutage den internationalen Vergleich nicht zu scheuen und haben ihren Sound weiterentwickelt. Schon immer gingen sie in Richtung dessen, was man heute Metalcore nennt, modern und knallhart. „Dantalion“, ein etwas merkwürdig anmutender Titel, denn das Wort gibt es meines Wissens nach nicht im Englischen, hört sich ja etwas nach „Dandelion“ (zu Deutsch “Löwenmäulchen“) an, aber ein zartes Pflänzchen ist das hier nicht geworden, dann doch eher ein aggressiver Löwe. Die 10 Tracks gehen ohne jede Ausnahme nach vorne. Zwar wechselt sich Klargesang mit Growls ab, was eigentlich schon (ein bisschen zu) typisch für diese Art von Musik ist, allerdings ist der Klargesang hier weder nett noch balladesk noch kitschig, sondern eine wilkommene Abwechslung zu den Growls, die den ohnehin schon harten Sound noch unterstreichen. Gibt es Highlights? Ja! War das Album ab dem Anfang schon gut hörbar, (aber auch noch nicht überragend) geht es ab Track Nr. 6, genannt „Jim Jones“ endgültig in die Vollen. Der Song ist musikalisch ein Brett, textlich fies (es geht um das sog. „Jonestown Massaker“ und den bizarren Kult um den kranken Sektenfüher Jim Jones) und wirklich gelungen, genauso wie das nachfolgende „Walking Dead“. Hier gewinnt „Dantalion“ zunehmend an destruktiver und düsterer Atmosphäre, was mir bei vielen anderen Bands aus dem Core-Sektor zugegeben sehr fehlt. Dafür alleine muss es einen halben Punkt mehr geben, als viele Konkurrenten bekommen hätten, die in Sachen Härte KORODED zwar in nichts nachstehen, in Sachen Atmosphäre allerdings schon! Die erste Hälfte von „Dantalion“ geht in Ordnung, die zweite Halbzeit rockt durchgehend fantastisch. Während andere Bands mit zunehmender Spielzeit auch mal nachlassen, legen KORODED bis zum finalen „Leng Tch'e“ mit seinem unglaublich finsteren und überraschenden Gänsehaut-Piano-Outro immer noch eine Schippe drauf, so dass ich nur hoffen kann, dass „Dantalion“ international Beachtung findet, denn davon könnte sich so manche amerikanische Combo mal gut und gerne ein paar Scheiben abschneiden.

Das Fazit ist daher kurz: KORODEDs „Dantalion“ ist immer noch nichts für Power Metal-Traditionalisten, wer aber auf eine moderne, gut produzierte, gut gespielte und vor allem auch atmosphärisch ziemlich mitreißende Metalcore-Platte gewartet hat, darf genau jetzt einkaufen gehen.

Trackliste:
1. Dantalion
2. Kill Buddha
3. Phobos
4. Ira
5. Fifteen And One
6. Jim Jones
7. Walking Dead
8. Damnatio Memoriae
9. Wake Me Up
10. Leng Tch'e
Spielzeit: 00:43:33

Line-Up:
Jan Röder - Gesang
Andreas Leifeld - Gitarre
Ben Overmann - Schlagzeug
Christoph Golks - Bass
Adrian Schlesinger - Gitarre
Jessica Bausola [Teriel]
20.09.2013 | 18:43
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