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Album:Years Past Matter
Genre:Black Metal, Progressive
Label:Eigenproduktion
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:25.08.12
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"FURCHTBAR... geil"

Eine Heerschar komplett überforderter potenzieller Anhänger ringt verzweifelt um wiederkehrende Themen, um erste Orientierungspunkte zu schaffen - nicht einmal leicht wiedergebbare Titel umschreiben die einzelnen Kapitel. Selbst ekelerregend progressiv vorgehende Truppen wie alle Ableger eines gewissen Herrn Jarzombek würden sich ehrfürchtig vor dieser New Yorker Kopfkrieger verbeugen, so undurchsichtig und gegen alle Konventionen spielend gehen sie auf ihrem jüngsten Opus vor. Mit gut einer Stunde Spielzeit zwar immer noch in der epischen Liga mitmischend, stehen flotte, hochstechende Tremolo-Akrobatik neben surreal arrangierten, aber bei näherer Betrachtungsweise martialisch hochgezogenen und mit dramatischen Höhepunkte gespickten Riff-Schlösser am Tagesplan.

Was zunächst wie das absolute Chaos auf den Hörer hereinbricht, klärt nur sehr langsam, vor allem aber rein mittels interessiertem Nachhören darüber auf, wie "Years Past Matter" zu seiner endgültigen Form kam. In erster Linie verstehen KRALLICE die anderorts so gelebte Maxime der eigenen Grenzensetzung als Mauer, deren restlose Vernichtung das eigentliche oberste Maß aller Dinge sein sollte. So legten schon die vorangegangenen Wegbereiter eine - im besten Sinne - progressiv gestanzte Schablone auf die Grundformeln des USBM und verschaffen beiden stilistischen Welten seit jeher einen praktisch unbegrenzten Entfaltungsfreiraum, der sich in klirrend kalten, bedrohlich vor einem auftürmenden sowie maschinell tackernden Arrangements ergießt. Album Nummer Vier wiederum legt eine zusätzliche Schicht klassisches Schwarzmetall auf, begeistert also mit flächendeckendem Hallnebel, etwas in den Hintergrund gemischten Gesangsduellen sowie von norwegischen Vorreitern her bekannte Aggressionsschüben, deren Stamina beeindruckende, weil vor allem nie langweilig werdende Längen annimmt. Insbesondere das gigantische Finalepos, das ab der Neun-Minuten-Marke einen der Aufsehen erregendsten BM-Momente der letzten Jahre [!] ins Gefecht schickt, zeigt auf, dass es durchaus Sinn macht, ein gewisses Stimmungsbild über mehrere Minuten lang aufzubauen, um die bis dahin gesammelte Energie dann in einen ausnahmslos mitreißenden Orkan zu speisen.

Die gesamte Mannschaft versteht es, Songs mit einem sehr ausgeprägten Dramaturgie-Verständnis zu schreiben, das es so nicht nur bei keiner anderen Band zu hören gibt, sondern dank des intensiven, äußerst detailreichen Vorgehens immer wieder auf ein weiteres Hördichein einlädt. Wer ein wenig Lernwilligkeit mitbringt, erhält den intellektuellen Unkostenbeitrag drölffach als belohnenden Endlos-Genuss zurückerstattet. Allein die riesige, in stechend kalten Farben getauchte Riff-Kartographie greift pausenlos und mit beiden Hälsen in den Goldtopf. Persönliche Favoriten gilt es, selbst zu entdecken.

Es ist bezeichnend, dass derartig ausgeprägter Ideenreichtum nicht automatisch zu Planlosigkeit führt, die in leider viel zu vielen Prog-Truppen vorherrscht. KRALLICE nehmen ihren reichhaltigen Fundus, stellen ein paar Knöpfe um, fügen ein wenig mehr hiervon und etwas mehr davon hinzu und ZACK!, nimmt der nächste Sturm Kurs auf Deine Anlage. Wenn also weiterhin auf jegliche Nostalgie-Trips verzichtet und stattdessen das eigene Bauchgefühl die Oberhand behält, stehen uns noch gefühlte hundert weitere geile Epen ins Haus.

Trackliste:
01 - IIIIIII
02 - IIIIIIII
03 - IIIIIIIII
04 - IIIIIIIIII
05 - IIIIIIIIIII
06 - IIIIIIIIIIII
Spielzeit: 01:00:40

Line-Up:
Mick Barr - Gesang, Gitarre
Colin Marston - Gitarre
Nicholas McMaster - Bass, Gesang
Lev Weinstein - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
02.10.2012 | 19:22
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