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Album:The Haunting Presence
Genre:Black Metal
Label:Debemur Morti
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:31.07.07
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"Ästhetisch bunt"

Oftmals unter dem zweifelhaften Begriff „Suicide-BM“ eingeordnet, zählen KROHM aus Seattle definitiv zu den alteingesessenen Bands aus Amiland. Und angenehm monoton sind sie zuweilen, das steht fest. Waren die beiden Demos noch relativ „Oldschool“-angehaucht, so ging das Debut „A World Through Dead Eyes“ [2004] von seiner Machart her eher in die Richtung von zu jener Zeit aus dem Boden schießenden Bands wie LEVIATHAN und XASTHUR. Die ambient anmutenden Kompositionen mit Midtempo Percussions, monotonen Gitarrenriffs und viel Hall sind auch auf dem Zweitwerk „The Haunting Presence“ erhalten geblieben, ebenso die melancholischen Melodien. In die Arrangements scheint jedoch mehr der Hang zum Komplexen eingezogen zu sein; die ungewöhnlichen Tempiwechsel und Disharmonien überraschen bei Songs wie „Relic“ oder „Tra La Carne E Il Nula“. [In diesem Zusammenhang fallen auch gleich die beiden erstmals vertretenen italienischen Titel ins Auge – wohl ein lebendiges kulturelles Mitbringsel des einzigen Bandmitglieds Numinas].

„Bleak Shores“, „Lifeless Serenades“ oder „Memories Of The Flesh“ hingegen bescheren dem Hörer wieder altbekanntes. Vor allem das Eröffnungsstück! Klagende, melancholische Gitarrenriffs, wie wir sie bei den besseren Vertretern des Subgenres vorfinden; schleppende Computerdrums und den beinahe obligatorischen, melodiegebenden Bass. [Letzteres ist eine interessante Eigenschaft, auf welche wir bei vielen Bands stoßen, die „monotonen“ Blackmetal spielen, angefangen damals bei den großartigen STRID.] Die für mich beste und bis dato unerreichteste Band dieses Parallelgenres sind für mich nach wie vor LURKER OF CHALICE, die ja heuer auch noch mit einem Album nachlegen. An LOC kommen KROHM natürlich nach wie vor nicht ran, doch „The Haunting Presence“ ist nichtsdestotrotz eine der empfehlenswerteren Scheiben des Metal-Jahres 2007 geworden. Trotz des erhöhten Faktors an Komplexität gelingt es Numinas auf dem Album, die atmosphärische Spannung des Vorgängers nicht nur zu halten, sondern auch noch zwei Tonnen seelischen Bleis obendrauf zu legen. Bei soviel Eindringlichkeit stören auch die gelegentlichen Ausflüge in die Postmoderne recht wenig – wer also beispielsweise die aktuelleren französischen Shoegaze-Experimente scheut, kann bei KROHM trotzdem beruhigt zugreifen! Einen besonderen Bonuspunkt verdient auch das äußerst ansprechend gestaltete Cover.

Trackliste:
01. Black Shores
02. Lifeless Serenade
03. I Respiri Delle Ombre
04. Relic
05. Memories Of The Flesh
06. Tra La Carne E Il Nulla
07. Syndrome
Spielzeit: 00:56:29

Line-Up:
Numinas - Gitarren, Gesang, Schlagzeug
Michael Quien [AirRaids]
16.11.2007 | 01:03
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