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Album:Burn Up The Night
Genre:Heavy Metal
Label:AFM Records
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:23.09.16
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"Spielfreude? Fehlanzeige!"

Die indischen Metaller KRYPTOS haben sich schon immer etwas mehr Zeit zwischen ihren Alben gelassen. Genau genommen vergingen bisher stets vier Jahre zwischen ihren Veröffentlichungen – eine lange Zeit, in der gerade bei weniger präsenten Bands viel passieren kann. Auch bei den Dreschflegeln aus Bangalore haben sich seit ihrer letzten Platte einige Veränderungen ergeben, weshalb vermutlich nicht jeder Fan der Truppe mit „Burn Up The Night“ gleichermaßen glücklich werden wird.

Es ist selten ratsam, ein Album lediglich nach seinem Artwork zu beurteilen, einen Hinweis auf den gebotenen Inhalt liefert das Titelbild jedoch oftmals schon, folgt es um einer gewissen Identitätsbildung willen doch häufig den im jeweiligen Genre üblichen Gepflogenheiten. Die Inder KRYPTOS liefern mit „Burn Up The Night“ nun ein besonders gutes Beispiel für diesen Sachverhalt: Ließ die skelettierte Abnormität von „Coils Of Apollyon“ mitsamt des sperrigen Titels noch deutlich auf Thrash Metal schließen, könnten ein Name wie „Burn Up The Night“ inklusive Blitze schleudernder Airbrush-Faust auch zu jedem x-beliebigem Werk der New Wave Of British Heavy Metal gehören. Das ist eine komplizierte Beschreibung für einen simplen Sachverhalt: KRYPTOS haben ihren Sound auf Album Nummer drei von kernigem Thrash Metal nach Bay Area-Vorbild zu Retro-Metal im Fahrwassern solcher Formationen wie AMBUSH und der gleichen verändert. Das ist eine radikale Kurskorrektur, die so manchen Fan der Truppe vor den Kopf stoßen dürfte und leider haben sich KRYPTOS damit auch keinen Gefallen getan. Für „Burn Up The Night“ sind die Inder in jeder Hinsicht vom Gas gegangen und liefern zwar anständige aber in keiner Weise weltbewegende Heavy Metal-Songs ab, die größtenteils im Midtempo-Bereich angesiedelt sind. Nummern wie „Black Star Horizon“, „The Summoning“ oder „One Shot To Kill“ warten zwar mit grundsolidem Riffing und stets eingängigen Melodiebögen, die dank der üblichen zweistimmigen Passagen oftmals direkt der NWOBHM entliehen scheinen, auf, heben sich von der Masse solcherlei Veröffentlichungen aber auch zu keiner Zeit ab uns sind damit recht banales Retro-Metal-Standartprogramm. Einzig der Gesang von Frontmann Nolan Lewis fällt noch genauso aggressiv aus wie auf vergangenen Platten der Burschen aus Bangalore und steht damit natürlich im Kontrast zum traditionsreichen Riffing von „Burn Up The Night“ – ein Spannungsverhältnis, dass KRYPTOS in die Nähe zu Bands wie ELM STREET und RAM rückt. Zusammen mit dem Thrash Metal haben die Inder leider auch die Energie zurückgefahren, weshalb die im Grunde soliden Songs dieser Platte recht blutleer aus den Boxen plätschern – das macht sich insbesondere an den Leadgitarren auf „Burn Up The Night“ bemerkbar, denn die auf dem Vorgänger-Werk noch reichlich beeindruckenden Soli sind hier recht uninspirierten Licks gewichen. Das alles hört sich nun etwas schlimmer an, als es am Ende ist, denn KRYPTOS haben hier eine durchaus hörbare Platte aufgenommen, allerdings lässt sich das Gefühl, die Band würde sich hier zwanghaft in ein neues stilistisches Gewand zwängen, nicht vollends abschütteln. Das ist schade, zumal KRYPTOS es angesichts ihrer drei überragenden vorherigen Alben keinesfalls nötig haben, irgendwelchen Trends zu folgen.

Es ist mehr als unverständlich, warum KRYPTOS ihren Stil so drastisch verändert haben, wie auf „Burn Up The Night“. Artwork, Titel und Songwriting legen eine extrem unglückliche Marketing-Entscheidung nahe und die uninspirierte Ausführung des Ganzen lässt obendrein darauf schließen, dass die Musiker selbst nicht wirklich hinter ihrem neuen Image stehen. Das ist traurig, zumal es sich bei KRYPTOS um fähige Musiker handelt, die eine derart plumpe Anbiederung an aktuelle Trends kaum nötig haben können. So ist „Burn Up The Night“ leider nicht mehr als eine ganz nette aber vernachlässigbare Old School Metal-Platte ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen.

Trackliste:
01. Blackstar Horizon
02. Full Throttle
03. The Summoning
04. Unto Elysium
05. One Shot To Kill
06. Waverider
07. Prepare To Strike
08. Burn Up The Night
Spielzeit: 00:40:07

Line-Up:
Nolan Lewis - Vocals, Guitar
Rohit Chaturvedi - Guitar
Ganesh K. - Bass, Vocals
Anthony Hoover - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
25.10.2016 | 15:13
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