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Album:In The Labyrinths Of Death
Genre:Black Metal
Label:Australis Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:28.05.10
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"Das Jesuskind schreit jubelnd auf!"

Oslo und Santiago de Chile liegen mehr als zwölf Tausend Kilometer auseinander; mehrere Kontinente sowie ein riesiger Teich müssen überquert werden, um von einer Stadt in die andere zu gelangen. Der kulturelle Austausch beider Länder entzieht sich dem großen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, woraus man jedoch nicht automatisch folgen muss, dass diesbezüglich Ebbe herrscht. Das vorliegende - ebenfalls völlig zu Unrecht unbeachtete - Juwel geht sogar als leidenschaftliche Ode an die großartige Kunst des frühen norwegischen Schwarzmetalls durch, ohne dabei zur Gänze auf einen eigenen Spin zu verzichten.

Man möchte meinen, ein soeben aus den Kellerarchiven des Grieghallen Studios ausgegrabenes Projekt bestaunen zu können. "In The Labyrinths Of Death" klingt nämlich nicht nach der typisch südamerikanischen Metal-Aggression, die ihre Verkörperung in allerlei Thrash-Barden fand; es liegt vielmehr die Vermutung nahe, dass die Inspiration ihren Anfang bei der rauhen, westskandivanischen Schönheit nahm und das Schaffen der damals dort ansässigen Bands eingehends studiert wurde. Wie Trauerweiden lassen die einzelnen Stücke ihre von Melancholie und unterschwelligem Hass zersetzten Riff-Äste hängen. Es sind jedoch die großartigen Melodiebögen voller nostalgischer Schwermut, in denen singende Stakkato-Tremolos wortwörtlich den Ton angeben und wie schwerer Regen auf den Probanden niedergeht. Neben der leidenschaftlichen Gitarrenarbeit sammelt aber vor allem die breit gefächerte Gesangspalette Pluspunkte: Vom nervösen, hochtrabenden Sprechgesang bis hin zu extremem Geschrei sind alle, für Genre-Verhältnisse "zulässige" Stimmlagen vertreten; "High Price Of Treason" und "Hopeless" zeugen von dieser imposanten Bandbreite. Das knöcherne Schlagzeug hingegen sorgt für das rumpelnde Extra, das Epigonen nie in ihre Platten einbringen. Schlussendlich hilft die diesem Inhalt mehr als gerecht werdende Produktion ungemein dabei, die gewünschte Atmosphäre aufkommen zu lassen und erinnert dabei insbesondere an die Anfangswerke von ENSLAVED ["Hordanes Land"], HELHEIM ["Jormundgand"] und ENTHRAL ["Prophecies Of The Dying"] - Namen, die einen gestandenen Genre-Liebhaber in die Knie zwingen.

Zusammenfassend ist "In The Labyrinths Of Death" zwar nicht bahnbrechend, aber dafür erfreulich charakter- und inhaltsvoll. Worte reichen nicht aus, um das Herzblut, das durch die gesamte Scheibe gepumpt wird, treffend zu umschreiben. Wenn doch die Pioniere wieder ähnlich tolles Material hervorkarren würden!

Trackliste:
01 - Welcome To The Land Of Death [Intro]
02 - Sorrow
03 - High Price Of Treason
04 - Mourners Lament
05 - Hopeless
06 - Whispers From Beyond
07 - Into The Loneliness Path
08 - Kursed
Spielzeit: 00:39:30

Line-Up:
Lord Nocturne Grifartt - Gesang, Gitarre, Bass
N. Onfray - Session-Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
24.12.2011 | 14:42
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