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Band: Labyrinth Homepage  Metalnews nach 'Labyrinth' durchsuchenLabyrinth
Album:Labyrinth
Genre:Melodic Speed Metal, NwobHM, Teutonic Metal, US-Metal
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:30.06.03
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Nun hat man mir schon wieder eine Powermetal Veröffentlichung auf den Tisch gelegt. Verzweifelt beginne ich nach bekannten und interessanten Elementen zu suchen um vielleicht doch noch mit der Scheibe warm zu werden. Da wäre zunächst mal der Bandname LABYRINTH. Das Album „Return To Heaven Denied“ lief damals bei einem Bekannten auf und ab. Ganz nett aber richtig doll war’s nicht, zu dick die Zuckerglasur, zu wenig gehaltvoll das Material (wenn man mal vom kultigen "Lady Lost In Time" absieht, das mir heute noch ein Schmunzeln auf die Mundwinkel zaubert). Der zweite Gedanke heftet sich sofort ans Coverartwork. „Travis, Schutzheiliger und Vorbild aller Digitalgrafiker, bist Du das?“ „Ja, mein Sohn, das hast Du gut erkannt. Und nun, halte dich nicht mit Einzelheiten auf, sondern schreib endlich das verdammte Review!“.

Japanische Manga Comics liest man ja bekanntermaßen von hinten nach vorne. Das erste mir bekannte Album was man wirklich besser von hinten nach vorne hört, stammt allerdings aus Italien. Schon beim letzten Song „When I Will Fly Far“ fällt bereits die eher ungewöhnliche Kombination aus klassischem, leicht düsterem Melodicmetal und vereinzelten, elektronischen Samples auf, welche überraschend interessant klingt und der Band gut zu Gesicht steht. Verfechtern des „wahren Metals“, die sich bei Erwähnung des Wortes „elektronisch“ schon wieder mit komischen Geräuschen auf dem Boden rumrollen, sei gesagt, daß man sich dieses Gemisch erst einmal anhören sollte, bevor man ein endgültiges Urteil darüber fällt. Insgesamt betrachtet ist der Song eine gut funktionierende, feine Ballade, die Gefühle wie Sehnsucht und Hingabe transportiert, zwar stellenweise etwas typisch wirkt, aber glücklicherweise nicht in einen klebrigen Kitschbrei abrutscht. Ähnliches gilt für „Hand In Hand“, welches, wie man aufgrund des Titels hätte vermuten können, keine neue Loveparade Hymne ist, sondern eine lecker Uptempo Ballade mit hammond'schem Orgelsound und klasse Gesang. Ganz klar ein Highlight des Albums wie auch „Synthetic Paradise“, das mit einem flotten Drum n' Bass Part beginnt, der in eine treibende Metalnummer umschlägt.

Bei „Slave To The Night“ wurde offensichtlich mit aaaaaaller Gewalt und allen zur Verfügung stehenden Stilmitteln versucht einen ohrwurmigen Evergreen zu kreieren, was aufgrund einiger Schwächen aber ziemlich daneben geht. Schon der Schema F Gesang geht ziemlich auf den Keks, die dudeligen Allesschonmalgehörtmelodien sind auch recht nervig und ein supereunuchiger, verzerrter Schrei gibt einem dann quasi den Rest. „Neverending Rest“ ist dagegen wieder eine schöne Nummer, mit balladesken wie rockigen Zügen, die zu begeistern weiß. Die anderen Songs nudeln leicht belanglos und ohne viel eigene Identität vor sich hin, allein „This World“ sollte man noch hervorheben, das aufgrund der schönen Melodieführung und dem proggigen Augenzwinkern einige Punkte verbuchen kann.

Macht insgesamt 5 gute und 5 relativ überflüssige Songs, sowie 5 Punkte von mir. Das Einbringen neuer Stilelemente ist der Band hier weit besser gelungen, als das herumreiten auf ausgetretenen Pfaden, was aufgrund des teilweise durchaus modernen Konzeptes noch viel altbackener klingt als auf einem durchschnittlichen Retro-Album. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es daher von mir nicht; man sollte schon zuerst einen prüfenden Blick ins LABYRINTH werfen, denn der rote Faden ist nicht so durchgängig, daß man sich nicht drin verlaufen könnte.

Trackliste:
1. The Prophet
2. Livin‘ In A Maze
3. This World
4. Just Soldier (Stay Down)
5. Neverending Rest
6. Terzinato
7. Slave To The Night
8. Synthetic Paradise
9. Hand In Hand
10. When I Fly Far


Werner Heinz [sOULiON]
25.06.2003 | 13:53
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