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Cover von Lancer -- Second Storm
Band: Lancer Homepage Lancer bei Facebook Metalnews nach 'Lancer' durchsuchenLancer
Album:Second Storm
Genre:Melodic Metal
Label:Despotz Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:10.04.15
CD kaufen:'Lancer - Second Storm' bei amazon.de kaufen
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"Blaupausen-Metal mit Niveau"

Die Melodic Metaller LANCER gründeten sich 2009 im schwedischen Arvika, als sich die Bandmitglieder an der dortigen Hochschule für Musik begegneten. Seither hat es die Truppe auf eine EP und ein Album gebracht. Inzwischen sind Mannen bei Despotz Records unter Vertrag und veröffentlichen mit dem passenderweise „Second Storm“ betitelten Album dieser Tage ihre zweite Platte.

Auf ihrem zweiten Album spielen LANCER eine knappe Stunde lang Melodic Metal aus dem Bilderbuch bzw. eher aus dem Rezeptbuch: Treibende Riffs und singbare [Dual]Melodien wechseln sich hier mit Gesang nach dem Vorbild von HELLOWEEN und teilweise schmerzlich süßen Refrains ab – so z.B. im eröffnenden „Running From The Tyrant“ oder „Masters And Crowns“. Damit befindet sich die Truppe in stilistischer Nähe ihrer Landsleute STEELWING und AIR RAID und damit auch in recht guter Gesellschaft. Größter Pluspunkt der Band aus Arvika ist zweifelsohne Sänger Isak Stenvall, denn der Mann klingt wie der junge Michael Kiske mit einer Prise Bruce Dickinson Mitte der 80er. In Nummern wie „Behind The Walls“, das auch einen der besten Songs auf „Second Storm“ darstellt, kommen die Herren dann auch verdammt nah an den Sound alter HELLOWEEN heran, wenngleich die Schweden doch zu keiner Zeit ähnliche Prägnanz entwickeln. Das liegt an folgender Krux: LANCER haben durchaus ein sicheres Händchen beim Songwriting und liefern auf „Second Storm“ durchweg abwechslungsreiche und obendrein vielschichtige Songs, die allesamt voller guter Ideen stecken. So wird auch das fast zehnminütige Epos „Aton“ zu keiner Zeit langweilig. Hinzu kommen schmackhafte weil sehr melodiöse und teils rockige Leadgitarren und schon sind alle Bauteile eines eigentlich einwandfreien Melodic Metal-Albums präsent. Eigentlich, weil am Ende nicht so viel hängenbleibt, wie man sich wünschen möchte. Die hier verwendeten Einfälle und Ideen kommen allesamt aus dem Melodic Metal-Regelbuch, das schon vor Jahrzehnten von Bands wie IRON MAIDEN, HELLOWEEN oder GAMMA RAY geschrieben und seither von unzähligen Formationen gelesen wurde. Auch LANCER folgen den Anweisungen für ihr zweites Album aufmerksam und das Ergebnis ist hochwertig, aber auch vorhersehbar. Die angesprochene Vielschichtigkeit entsteht, weil „man das eben so macht“ – „Second Storm“ wäre das perfekte Album, wenn es das nicht alles schon gegeben hätte. So ist es ein gutes, ja ein überdurchschnittliches Werk, aber es lässt dennoch eigenen Charakter vermissen. Vielleicht hätte dem Album auch schon eine weniger schwachbrüstige Produktion mit präsenteren Rhythmusgitarren und kraftvollerem Schlagzeug gut getan. Am Können der beteiligten Musiker ändert das natürlich nichts.

LANCER machen auf ihrem zweiten Album vieles, sogar fast alles richtig und schaffen es doch nur knapp über das Mittelfeld hinaus. „Second Storm“ ist voll von grundsoliden, teils sogar hervorragenden Melodic Metal-Songs, die letztendlich nur die liebe Eigenständigkeit vermissen lassen. Trotzdem ist diese Platte ein Schritt in die richtige Richtung und so sollte jeder Fan des Genres in „Second Storm“ mal reinhören und sich selbst ein Bild machen.

Trackliste:
01. Running From The Tyrant
02. Iwo Jima
03. Masters And Crowns
04. Behind The Walls
05. Aton
06. Children Of The Storm
07. Steelbreaker
08. Eyes Of The Liar
09. Fool Marches On
Spielzeit: 00:51:04

Line-Up:
Isak Stenvall - Vocals
Fredrik Kelemen - Guitar
Per-Owe “Ewo” Solvelius - Guitar
Emil Öberg – Bass
Sebastian Pedernera – Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
09.04.2015 | 16:48
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