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Band: Lantlôs Homepage Lantlôs bei Facebook Metalnews nach 'Lantlôs' durchsuchenLantlôs
Album:.neon
Genre:Indie, Post Rock, Post/Avantgarde Black Metal
Label:Prophecy Productions
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:18.05.10
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"Weltschmerz im Neonlicht"

Die 2005 gegründete Post Black Metal-Band LANTLOS gibt nach ihrem Erstling im Jahre 2008 nunmehr mit ".neon" ihren Einstand bei Prophecy und dürfte damit zügig eine Spitzenposition in ihrem Genre erringen können.

Nicht nur dass ".neon" bzw. LANTLOS klanglich und auch stimmungsmäßig deutliche Parallelen zu den Labelmates von ALCEST aufweist, nein, deren Frontmann Neige zeichnet auch bei LANTLOS gleich noch für die übriggebliebenen, schwarzmetallischen Krächze-Vocals verantwortlich [und das gelungen-reduzierte Artwork stammt obendrein von ALCEST-Basser Fursy Teyssier].
Dennoch steht die Kapelle aus Rheda in Nordrhein-Westfalen jenseits irgendwelcher Copycat-Vorwürfe, denn wo bei ALCEST verträumt-mondsüchtige, zumindest aber restromantische Stimmung vorherrscht, brechen sich bei LANTLOS eher verzweifelt-hilflose bzw. hilfeschreiende Strömungen [„Minusmensch“] bzw. Gemütszustände Bahn.
Wohl überwiegen auf ".neon" - erneut ALCEST auch hier nicht unähnlich - neben distanziert-unterkühlter Postrock-Attitüde eher Indie Rock-affine Schrammelgitarren und -strukturen, v.a. was die Arrangements angeht, aber auch genreuntypische, bluesig-ruhige, beinahe proggige Parts lassen sich finden.
Die schicken, sehnsüchtigen Gitarrenharmonien zu Beginn von „These Nights Were Ours“ passen trotz des offensichtlichen Widerspruchs exakt zu den nachfolgenden Postrock-im-Black Metal-Kontext-meets-SONIC YOUTH-Klängen, von denen der Song weitergetragen wird.
So beginnt denn beispielsweise „Pulse/Surreal“ auch als astreiner, clean gesungener, soulig-bluesiger Creeper [fast mit THE TWILIGHT SINGERS-meet-SADE-Ambition], der erst im Verlauf dank Neiges kratzigen Organs und schraddelnder Gitarren an Destruktivität und Dynamik zunimmt, bevor dezent blastende Drums die heimelige Atmosphäre zerschroten und man sich erneut zwischen Aufgeben oder Weitermachen entscheiden muss.
„Neige De Mars“ beginnt flott, melodisch und erneut eher Black Metal-lastig, bevor die bewährten Indie-Gitarrenakkorde das ganze in gefälligere Gefilde lenken und sehnsüchtige bzw. süchtig machende Harmonien zulassen.
Der Titeltrack zieht nochmal sämtliche Register in Sachen Einsamkeit, Melancholie und menschlicher Befindlichkeit, zitiert einen Abschiedsbrief und beschließt das Album voller Dramatik und Wehmut.

".neon" hat zweifellos künstlerisch und musikalisch einen gewissen, möglicherweise fordernden Anspruch, ohne dabei aber intellektuell oder versnobt erscheinen zu wollen, und der Hörer sollte sich auch in der richtigen Stimmung für dieses vertonte Wechselbad der Emotionen befinden, um LANTLOS' Zweitwerk richtig wertschätzen zu können.
Die Untermalung einsamer Herbstabende, wenn sich zum Rotwein noch der Weltschmerz gesellt, dürfte hiermit jedenfalls schon diesen Sommer gesichert sein.

Trackliste:
01. Minusmensch
02. These Nights Were Ours
03. Pulse/Surreal
04. Neige De Mars
05. Coma
06. Neon
Spielzeit: 00:39:41

Line-Up:
Herbst - Guitars, Bass, Drums, Keyboards, Lyrics
Neige - Voices
Dirk Konz [dkay]
12.06.2010 | 22:13
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