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Album:Coda [3CD Deluxe Edition, Re-Release]
Genre:Blues / Bluesrock, Hard Rock
Label:Atlantic Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:31.07.15
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"Gelungene Aufwertung des schwächsten Albums"

Der letzte Teil der großen und über mehr als ein Jahr andauernden LED ZEPPELIN Neuauflagen-Offensive ist da und umfasst – logischerweise – die drei letzten Studioalben der britischen Hard Rock-Legenden, nämlich „Presence“, „In Through The Out Door“ und das posthum veröffentlichte „Coda“. Zwar sind vor allen Dingen die beiden Erstgenannten weit davon entfernt, schlecht zu sein, dennoch handelt es sich beim letzten Schub ganz klar um die drei Alben, die im LED ZEPPELIN-Kosmos gerne etwas stiefmütterlich behandelt werden. Zum Abschluss soll es hier um die letzte Studioveröffentlichung der Megastars gehen, das 1982 [also zwei Jahre nach der Auflösung der Band] erschienene „Coda“.

„Coda“ wird offiziell immer als das neunte Studioalbum der Mannen um Jimmy Page bezeichnet, im Grunde genommen handelte es sich dabei aber um eine Compilation von bis dahin nicht veröffentlichten Tracks, die von zwei bereits 1970 live gespielten und nachträglich editierten Coverversionen [„We're Gonna Groove“, „I Can't Quit You Baby“] über Outtakes der früheren Alben [„Poor Tom“, „Walter's Walk“] bis zu Outtakes aus den Sessions zum letzten „richtigen“ Studioalbum „In Through The Out Door“ [„Ozone Baby“, „Darlene“, „Wearing And Tearing“] reichen. Dazu gibt es noch das 1976 aufgenommene Drum-Solo „Bonzo's Montreux“ und fertig ist die Laube. Lieblos zusammengestückelt will bei „Coda“ einfach niemals das Gefühl aufkommen, man höre hier ein richtiges Album. Es klingt genau nach dem, was es im Grunde genommen auch einfach ist, nämlich nichts anderes als eine Resteverwertung. Dazu kommt auch, dass die Qualität des Materials gerade mal von unterem Durchschnitt bis zum gehobenen Durchschnitt reicht. Die Highlights aber, die auf den anderen LED ZEPPELIN-Studioalben fast immer in Hülle und Fülle zu finden waren, sucht man hier vergeblich. Umso erfreulicher ist es, dass man sich bei dem Bonus-Material der Wiederveröffentlichung von „Coda“ besondere Mühe gegeben hat, um diesen „Missstand“ wieder wettzumachen. So kommt „Coda“ als einziges Album der Serie mit gleich zwei Bonus-CDs daher, die neben den „üblichen“ Alternativversionen einiger Albumtracks [darunter der bislang unveröffentlichte Rough Mix von „When The Levee Breaks“, noch unter dem Namen „“If It Keeps On Raining“, sowie die ebenfalls bis dato unveröffentlichten Rough Mixe „Desire“ [alias „The Wanton Song“] und „St. Tristan's Sword“] auch das bislang komplett unveröffentlichte „Sugar Mama“ und die aus einer 1972 in Indien mit dem Bombay Symphony Orchestra abgehaltenen Session stammenden „Friends“ und „Four Hands“ [aka „Four Sticks“ und in dieser Form bislang ebenfalls noch unveröffentlicht] enthält. Dazu gibt es mit „Travelling Riverside Blues“, „Baby Come On Home“ und „Hey, Hey, What Can I Do“ drei großartige Titel, die zwar auf keinem Studioalbum erschienen sind, dennoch aber bereits entweder als B-Seite oder auf Compilations veröffentlicht wurden. So zählt das Bonus-Material von „Coda“ auf jeden Fall zum besten, was im Zuge der Neuauflagen seinen Weg auf die ganzen Deluxe-Editionen fand und übertüncht damit auch erfolgreich, dass „Coda“ alleinstehend die mit Abstand schwächste aller LED ZEPPELIN-Studioalben ist. Und gerade aufgrund der Bonus-CDs ist die Anschaffung dieser Variante allerhöchste Bürgerpflicht für jeden noch so kleinen Fan der Band.

Auch „Coda“ erscheint selbstverständlich in diversen verschiedenen Ausfertigungen: Neben der vorliegenden „Deluxe Edition“ Dreifach-CD gibt es einen Download, die nicht so empfehlenswerte reguläre CD-Variante, die Einfach-LP, Dreifach-Vinyl [mit identischem Inhalt, wie die entsprechende CD-Variante] und die „Super Deluxe Edition Box“, inklusive der „Deluxe Editionen“ der CD und LP, einem „HD Audio Download Zugang“, einem 72-seitigen Buch und einem hochqualitativen Reprint des Albumcovers.

Trackliste:
CD 1:
01. We're Gonna Groove
02. Poor Tom
03. I Can't Quit You Baby
04. Walter's Walk
05. Ozone Baby
06. Darlene
07. Bonzo's Montreux
08. Wearing And Tearing

CD 2:
01. We're Gonna Groove [Alternate Mix]
02. If It Keeps On Raining [Rough Mix]
03. Bonzo's Montreux [Mix Construction In Progress]
04. Baby Come On Home
05. Sugar Mama
06. Poor Tom [Instrumental Mix]
07. Travelling Riverside Blues [BBC Session]
08. Hey, Hey, What Can I Do

CD 3:
01. Four Hands [Bombay Orchestra]
02. Friends [Bombay Orchestra]
03. St. Tristan's Sword [Rough Mix]
04. Desire [Rough Mix]
05. Bring It On Home [Rough Mix]
06. Walter's Walk [Rough Mix]
07. Everybody Makes It Through [Rough Mix]
Spielzeit: 01:37:20

Line-Up:
Jimmy Page – Guitars
Robert Plant – Vocals
John Bonham – Drums
John Paul Jones – Bass, Keyboards

Timo Beisel [kaamos]
23.08.2015 | 19:38
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