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Cover von Leviathan -- Scar Sighted
Band:  Metalnews nach 'Leviathan' durchsuchenLeviathan
Album:Scar Sighted
Genre:Ambient, Avantgarde, Black Metal
Label:Profound Lore Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:06.03.15
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"Ein Mann verdunkelt die Welt"

Jef „Wrest“ Whitehead ist für viele Freunde des Schwarzmetalls einer der besten und ernsthaftesten Musiker, den die USBM-Szene jemals hervorgebracht hat. Neben seinem Hauptschlachtschiff LEVIATHAN feierte er auch mit LURKER OF CHALICE und mit der Supergroup TWILIGHT große Erfolge. Vier Jahre nach dem letzten LEVIATHAN-Album „True Traitor, True Whore“, das eher lauwarm aufgenommen wurde, erscheint nun mit „Scar Sighted“ das sechste Album des Solo-Projekts.

Wrest ist wohl, zumindest laut Interviewaussagen, mit „True Traitor, True Whore“ auch nie so ganz warm geworden, was erklären könnte, warum „Scar Sighted“ eher wieder an die Soundkulisse und die Soundwand von „Massive Conspiracy Against All Life“ [dem vierten LEVIATHAN-Album] erinnert. LEVIATHAN machen auf „Scar Sighted“ also wieder Druck und vernichten den Hörer mit einer gnadenlosen Mischung aus scharfen, klirrenden und erdrückenden Riffs und furiosen Drums. Keine Frage, dass Wrest gerade mit seinem Drumming hier Akzente setzen kann. So baut sich im Laufe einer guten Stunde eine bedrohliche Atmosphäre auf, die von Sprechpassagen [z.B. „The Smoke Of Their Torment“], kauzigem Klargesang [z.B. „Within Thrall“] und ambienthaften Momenten [z.B. „Scar Sighted“ oder „Aphōnos“] abgerundet wird. Wrest zieht also alle Register, um seine Hörer in die düstere Welt von LEVIATHAN eintauchen zu lassen und erschafft immer wieder Momente, die einem zumindest kurzfristig eine Gänsehaut verpassen. Da wären z.B. die einem Bienenschwarm ähnelnden Gitarren auf „Dawn Vibration“, der sehr ruhige, aber unheimliche Mittelteil des Titeltracks, die subtilen, aber sehr wirkmächtigen Synthies auf „Aphōnos“ oder auch die militärischen Drums auf „All Tongues Toward“. Hin und wieder schleichen sich zwar auch generische Stellen ein wie z.B. einige Riffs auf „Within Thrall“, aber die verzeiht man LEVIATHAN, weil es ansonsten genug zu entdecken gibt. Wie auf nahezu allen Veröffentlichungen von Wrest sind dafür die Vocals wieder Geschmackssache; diese Mischung aus Drone und Death Metal Gesang wirkt zunächst [vor allem, wenn man sonst kein LEVIATHAN-Werk kennt] verstörend und ungewohnt. Tatsächlich hätten dem Werk manchmal ein paar klassischere Schreie gut getan. Diese tiefen und dröhnenden Vocals steigern aber auf jeden Fall noch zusätzlich die erdrückende Stimmung auf „Scar Sighted“. Textlich scheint unklar zu sein, worum es im sechsten Album geht, aber wer das Cover-Artwork betrachtet und Songtitel wie „All Tongues Toward“ liest, der kann durchaus wieder einen sexuellen Unterton feststellen, der bei vielen LEVIATHAN-Songs vorhanden ist – man denke nur an die zweite LP „Tentacles Of Whorror“. Ansonsten hat Wrest die richtige Entscheidung getroffen, als er mit Produzenten Billy Anderson ins Studio gegangen ist, der unter anderem auch die neue AGALLOCH-Scheibe abgemischt hat. Der Sound ist recht klar, aber rau und brutal genug, um LEVIATHANs boshafte Energie zu erhalten.

Wenn man bedenkt, dass der USBM früher verlacht wurde, dann ist es noch beeindruckender, was für Bands sich aus diesem Umfeld entwickelt haben. „Scar Sighted“ ist ein verdammt starkes und vor allem höchst eigenständiges Album geworden [man nenne mir eine andere Scheibe, die so klingt]. Dabei muss man sich besonders vor Augen führen, dass Wrest das alles tatsächlich im Alleingang komponiert und eingespielt hat. Da kann sich ein Großteil der BM Solo-Projekte eine Scheibe davon abschneiden und auf die Knie fallen.

Trackliste:
01. -
02. The Smoke Of Their Torment
03. Dawn Vibration
04. Gardens Of Coprolite
05. Wicked Fields of Calm
06. Within Thrall
07. A Veil Is Lifted
08. Scar Sighted
09. All Tongues Toward
10. Aphōnos
Spielzeit: 01:04:18

Line-Up:
Wrest - Alles
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
27.02.2015 | 20:13
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