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Cover von Limbonic Art -- Spectre Abysm
Band: Limbonic Art Homepage  Metalnews nach 'Limbonic Art' durchsuchenLimbonic Art
Album:Spectre Abysm
Genre:Black Metal
Label:Candlelight Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:07.07.17
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"Im Grunde nur für Nostalgiker"

Sehr überraschend erscheint am 7.7.2017, ein Jahrzehnt, einen Monat und einen Tag nach der Re-Union der 2003 aufgelösten Band das dann auch schon achte Album LIMBONIC ARTs. Erneut ist es ein Solowerk Daemons, nachdem sein langjähriger Weggefährte Morfeus die Band nach dem 2007er Comeback "Legacy of Evil" verlassen hatte. Wie sehr das schmerzt und den Sound einer vor zwanzig Jahren unter dem Protektorat EMPERORs großgewordenen Legende ausgedünnt hat, hört man "Spectre Abysm" noch mehr an als dem 2010er Vorgänger "Phantasmagoria".

Die Dreiviertelstunde, mit der "Spectre Abysm" gefüllt ist, klingt nämlich leider erschreckend uninspiriert und blutleer, vor allem im Direktvergleich mit den außerweltlichen Aufnahmen der späten Neunziger. Fußend auf gutklassigen nordischen Black Metal-Riffs und einem nachwievor kühlen, straighten Drumcomputer schlagen sich die sieben Songs auf dem Album objektiv gesehen solide, sind aber auch nach genauerem Hinhören bar jedes Höhepunkts. Das komplette Album, aber auch die umrahmenden Presseinformationen oder das Bandfoto umweht eine Aura des semiprofessionellen Homerecordings, die für mehrere emotionale Leerstellen sorgt. Vor allem sind es die Verzierungen, die Orchestrierungen, die Synthesizerflächen und gänsehauterregenden Keyboardmelodien, die für den klassischen LIMBONIC ART-Signature-Sound fehlen und dafür sorgen, dass man schon während des zehnminütigen Openers "Demonic Ressurection" gelegentlich auf die Uhr schaut. Die Stärken des Albums liegen daher auch nicht in den zügigen, zu sehr und zu unbeholfen an klassischen Black Metal erinnernden Songs (das soll roh wirken, tut es aber bei einer am heimischen Schreibtisch entstandenen Produktion natürlich nicht), sondern in den zähen, düsteren und dissonanten Versatzstücken, wie man sie in "Etherial Traveler" oder "Omega Doom" findet. Gegen Ende des Albums kommen dann sogar ein paar Orgelsounds, Chöre und einleitende Synthesizer ins Spiel - dafür werden die Riffs mit zunehmender Laufzeit mitunter gruselig nichtssagend. Das hat mit der visionären, packenden Kunst früherer Alben leider nichts mehr zu tun.

Es fällt mir schwer, etwas so Negatives über die Helden meiner Jugendzeit zu schreiben, aber "Spectre Abysm" wird, obwohl ein handwerklich solide gemachtes Album mit ein paar netten Momenten, im Strudel der Musikgeschichte in kurzer Zeit versinken. Dafür ist die qualitative Diskrepanz zwischen Meisterwerken wie "Moon in the Scorpio" oder "In Abhorrence Dementia" zu heute viel zu groß, und selbst objektiv betrachtet ist "Spectre Abysm" leider nichts, was in der aktuellen Extrem-Metal-Szene mit ihren BEHEMOTHs, SOLSTAFIRs und MGLAs ein Hinhörer sein könnte. Schade.

Trackliste:
1.Demonic Resurrection
2.Ethereal Traveller
3.Omega Doom
4.Requiem Sempiternam
5.Triumph of Sacrilege
6.Disciplina Arcani
7.Through the Vast Profundity Obscure
Spielzeit: 00:47:05

Line-Up:
Daemon - alles
Florian Dammasch [Alboin]
07.07.2017 | 17:47
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