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"Allstar-Metal abseits des Mainstream"
Cover von Lita Ford -- Time Capsule
Band: Lita Ford Homepage Lita Ford bei Facebook Metalnews nach 'Lita Ford' durchsuchenLita Ford
Album:Time Capsule
Genre:Hard Rock
Label:SPV
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:15.04.16
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"Aufgebackene 90er-Erinnerung"

Nach dem wirklich starken „Living Like A Runaway“-Album aus dem Jahr 2012 präsentiert uns die mittlerweile doch arg in die Jahre gekommene LITA FORD (in zwei Jahren steht der 60er ins Haus!) mit der Zeitkapsel ein Album, welches zwar als neu verkauft wird, die Songs entstammten jedoch alle aus den Mid-Nineties. Nach ihrer überstürzten Flucht vom Martyrium ihres ex-Ehemannes Jim Gilette konnte Lita noch diverse analoge 24-Spur-Bänder von ihrem Domizil auf irgendeiner Karibikinsel in Sicherheit bringen, die Selbsteinschätzung, es handle sich hier um die besten Songs, welche FORD je aufgenommen hatte, kann ich so aber nicht nachvollziehen.

Ein unnötiges, von ex-WASP-Gitarrist und ex-FORD-Ehemann Chris Holmes gesprochenes Intro sei der guten Lita ebenfalls verziehen wie zwei mehr oder weniger laue Instrumental-Tracks („Little Wing“ und „One Fast Track“), dass der Rest der Scheibe aber bis auf wenige Ausnahmen eher höhepunktlos dahinplätschert, muss man der Rock’n’Roll-Legende jedoch schon ankreiden. Da hilft auch das üppige Staraufgebot wenig, lediglich ein Jeff Scott Scoto kann „Where Will I Find My Heart Tonight“ noch halbwegs retten, das schnulzige „Killing Kind“ geht aber auch mit der Beteiligung von Robin Zander und Rick Nielsen (beide CHEAP TRICK) ziemlich baden. Selbiges trifft auch auf das balladeske „War Of The Angels“ zu. Das coole und auch für LITA FORD-Verhältnisse ziemlich harte Groove-Stück „Black Leather Heart“ darf man ebenso goutieren, wie den satten von Gene Simmons begleiteten Rocker „Rotten To The Core“. Damit hat die gute Lita ihr Pulver allerdings schon einigermaßen verschossen. Mehr als eine öde Halb-Ballade („King Of The Wild Wind“), ein völlig daneben liegendes „Mr. Corruption“ und den speedigen, Schlussakkord „Anything For The Thrill“ bekommt der geneigte Hörer nicht mehr vorgesetzt.

Ausnahmesongs á la „Kiss Me Deadly“ oder „Close My Eyes Forever“ darf man von LITA FORD heutzutage sowieso nicht mehr erwarten, aber bis auf einige wenige Ausnahmen ist „Time Capsule“ ein erschreckend blutarmes Album geworden, welches den guten Eindruck, den LITA FORD mit „Living Like A Runaway“ hinterlassen hatte, in einem Aufwischen zunichtemacht.

Trackliste:
1. Intro
2. Where Will I Find My Heart Tonight
3. Killing Kind
4. War Of The Angels
5. Black Leather Heart
6. Rotten To The Core
7. Little Wing
8. On The Fast Track
9. King Of The Wild Wind
10. Mr. Corruption
11. Anything For The Thrill
Spielzeit: 00:38:31

Line-Up:
Vocals - Lita Ford
Guitar - Lita Ford
Drums - Rodger Carter

Bass - Greg Buahio (2)
Bass - Billy Sheehan (3,4,5)
Bass - Gene simmons (6)
Bass - Jimmy Tavis (7,8,9,10,11)

Add. Guitars - Bruce Kulick (6)

Guest Vocals - Jeff Scott Soto (2)
Backing Vocals - Robin Zander & Rick Nielsen (3)
Reinhold Reither [Reini]
13.04.2016 | 15:13
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