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Album:Immerse In Infinity
Genre:Death Metal
Label:Listenable Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:12.03.10
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"Für die Ewigkeit?"

Fünf Jahre haben sich die polnischen Deather LOST SOUL Zeit gelassen, um – sicherlich auch verursacht durch einige Besetzungswechsel – mit „Immerse In Infinity“ eine neue Studioscheibe zusammenzuschrauben und nun über das inzwischen vierte Label [bei insgesamt vier Alben] in der Bandgeschichte zu veröffentlichen.

Übrig geblieben ist vor allem Jacek Grecki, die treibende Kraft hinter LOST SOUL, sodass sich der grundlegende Klang der Band nicht großartig verändert hat. Denn schon nach den ersten Tönen dürfte jedem Hörer sofort klar sein, dass es sich hierbei um eine Todesblei-Truppe aus Polen handeln muss, und das nicht nur, weil DECAPITATED, BEHEMOTH und VADER – vor allem gesanglich – an allen Ecken und Enden durchscheinen. Hinzu kommen dann noch ein bisschen MORBID ANGEL, NILE und THE MONOLITH DEATHCULT, wobei gerade die elektronischen Intros und Zwischenteile an die Holländer erinnern, denn diese haben nach „Chaostream“ wieder vermehrt Einzug bei LOST SOUL gehalten. Und prinzipiell ist das gut so und trägt zur Abwechslung bei, nur krankt die Musik des Quartetts nach wie vor etwas daran, dass sie weitgehend ausgetretene Pfade beschreitet – und zwar vor allem die der genannten, deutlich bekannteren Landsleute. Schlecht ist „Immerse In Infinity“ deswegen keineswegs, zumal gerade die handwerklichen Fähigkeiten der Musiker schlichtweg beeindruckend sind, sodass die Songs auch etwas komplexer und progressiver [siehe auch das sehr moderne, groovige „… If The Dead Can Speak“, das etwas glatt wirkt] ausgefallen sind, und gerade wuchtige Songs wie „216“ und „Breath Of Nibiru“ stellen für mich die Highlights des neuen Silberlings der bereits seit 1991 [!] aktiven Band dar. Nur bedingt sinnvoll war jedoch die Entscheidung, die Lieder fast alle über die Sechs-Minuten-Marke anzuheben, da die oftmals kompakteren Songs von „Chaostream“ kompromissloser wirkten und direkter einschlugen. Auf „Immerse In Infinity“ geht dadurch gelegentlich mal der rote Faden flöten, da die Stücke manchmal etwas überladen und bemüht wirken – bemüht in dem Sinne, dass die Musiker durchaus in der Lage sind, solche komplexen Songs zu schreiben zu spielen, aber das in Sachen Songdienlichkeit nicht unbedingt herausfordern müssten.

So bleibt unterm Strich eine sehr transparent produzierte Scheibe der Technik-Deather, die vor Potenzial nur so strotzt und insgesamt auch schlichtweg gut geworden ist. An die [polnische] Speerspitze kann man mit „Immerse In Infinity“ jedoch immer noch nicht heranreichen, denn dafür bieten LOST SOUL nichts grundlegend Neues, heben sich [noch] zu wenig von der großen Masse ab, um wirklich abzuräumen, und wollen ab und an mehr in den Songs verpacken, als nötig bzw. gut ist. Schade wie gesagt, denn LOST SOUL könnten richtig was reißen, aber ich fürchte, dass für die Band mittlerweile nur noch ein verhältnismäßig kleines Stück des Death-Metal-Kuchens abfallen wird.

Trackliste:
01. Revival
02. Personal Universe
03. ... If The Dead Can Speak
04. 216
05. One Step Too Far
06. Breath Of Nibiru
07. Divine Project
08. Simulation
Spielzeit: 00:55:17

Line-Up:
Jacek Grecki – Guitar, Vocals
Damian Czajkowski – Bass
Desecrator – Drums
Dominik Prykiel – Guitar
Alexander Eitner [soulsatzero]
14.03.2010 | 16:36
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